Der Stolz der Stolls

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Prominente über Prominente. Wie viele mögen es wohl sein? (Foto: Tessnow)

Schönau am Königssee – Signierte Fotos so weit das Gästeauge reicht. Im Untergeschoss des Schönauer Hotel »Stoll's Alpina« ziert ein über 50 Meter langer Galeriegang die Wände. Das Traditionshaus beeindruckt und biografiert dort mit gut 150 Fotos und persönlichen Widmungen von Prominenz aus Politik, Schauspiel oder Sport seit rund 70 Jahren seine Historie. Aber auch die Familie Stoll selbst präsentiert ihre dekadenlange Erfolgsgeschichte im Aktivsport. Unzählige Siegerurkunden ergänzen den Blick in den Schönauer Familienbetrieb.


Würde man sämtliche prominenten Gäste, die in »Stoll's Alpina« logierten, auflisten, wäre der Artikel danach zu Ende. Seit Jahrzehnten ist das traditionsreiche Hotel Treffpunkt und Herberge von Promis. Persönlichkeiten aus Politik, Schauspiel, Adel, Wirtschaft oder Königliche Hoheiten, Oscar-Preisträger, Industriemagnaten sowie Sportler haben hier logiert. Anfang der 60er stieg die Zahl deutlich an und man begann, die Autogramme ehrend zu sammeln. Die Mutter und Oma der heutigen Geschäftsführung, Ruth Stoll, entschied sich, eine eigene Dokumentation zusammenzutragen. Mittlerweile wird das Haus am Ulmenweg in dritter Generation von Max Stoll und seiner Schwester Luisa geführt und bleibt weiterhin konstanter Wiederkehrmagnet, dass durch Charme und Flair besticht.

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Der Nimbus des Promihotels

Die gebürtige Berlinerin Ruth Stoll hatte ihren Freundes- und Bekanntenkreis in den 30er Jahren von dort mit ins Berchtesgadener Land gezogen. Bis heute hat das Anwesen den Nimbus eines Prominentenhotels und den geschichtsreichen Ruf erhalten. Gerade kürzlich wurde es von vier Filmcrews frequentiert.

Mittendrin an den Wänden der Autogrammgalerie hängt ein Holzschild mit dem Zitat von Van Dyke Parks. In kräftigen Messinglettern liest man: »The older I get – the better I was«. Was so viel bedeutet, wie: »Je älter ich werde, desto besser war ich« und bringt damit die »Message« des Hotels auf den Punkt. Mit einem weiteren Hinweisschild bittet die Familie Stoll um Verständnis: »Sehr verehrte Gäste: Wir wären sehr dankbar, wenn sie die Fotos unserer Gästegalerie nicht als Souvenir mitnehmen würden, da es sich auch um Dokumente handelt, die eng mit der Geschichte des Hauses zusammenhängen.« Kann man verstehen. Es sind halt Trophäen und Unikate auf welche die Stolls stolz sind.

Schauen wir uns mal die Prominenz etwas genauer an: Das ist leichter gesagt als getan. Wie viele mögen es wohl sein? 100? 150? Oder mehr? Gleich zu Beginn sticht ein bemerkenswerter Promi samt Zeitungsartikel ins Auge. »Bayerische Berge – Die heimliche Liebe des Staatsmannes vom Nil. Vom Morgenland ins Berchtesgadener Land«. Das war der Besuch der ägyptischen Delegation unter Präsident Mohamed Anwar El-Sadat im Jahr 1978 mit dem damaligen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauss. Noch im selben Jahr feierte König Hussein von Jordanien mit Königin im »Stoll's Alpina« seinen 43. Geburtstag. Unweit daneben wecken Hans Dietrich Genscher und Alfried Krupp Erinnerungen.

Vor allem Filmstars lieben das Hotel. Otti Fischer zum Beispiel. Er drehte in Schönau am Königssee mit Ruth Drexl die Folge »Sport ist Mord« des »Bullen von Tölz«. Ebenfalls Quartier bezogen: »Bergdoktor« Hans Sigl und Regisseur Marcus Rosenmüller im Jahr 2006. Auch Signierungen zu Dreharbeiten für TV-Produktionen oder Spielfilme wie »Über Land« oder den ZDF-Thriller »Der Totenmaler« mit Michael Lerchenberg findet der Betrachter. Sogar Oscar-Preisträger Ben Kingsley war hier. Gleich daneben hängen Erinnerungsfotografien von Olga und Vera Tschechowa, Rudolf Platte, Leni Riefenstahl, Madi Rahl, Sascha Hehn, Ilja Richter, Mario Adorf, Yvonne Catterfeld, Tommi Piper (»ALF«-Stimme im ZDF), Bettina Zimmermann (»Die Jagd nach dem Bernsteinzimmer«) 2011, Kim Novak, Eva Bartok und natürlich viele Fotografien von Romy und Magda Schneider.

Tony Marshall lächelt von der Wand

Bevor der Gast in die Abteilung der privaten Sporterfolge der Familie Stoll gelangt, lächelt noch ein stets gut gelaunter Tony Marshall an der Wand oder man sieht Peter Kraus auf einem Schwarz-Weiß-Foto im Garten Ping Pong spielen. Daneben hängt TV-Moderatorin Caroline Reiber und ein paar Bilderrahmen weiter Tierfilmer Bernhard Grzimek.

Aus der Welt des Sports ist auch so ziemlich alles vertreten, was Rang und Namen hat. Luis Trenker, Pirmin Zurbriggen, Ingemar Stenmark, Rosi Mittermaier, Christian Neureuther oder die deutsche Olympiamannschaft von 1980 in Lake Placid. Besonders viele Erinnerungen an Ralleyfahrerin Jutta Kleinschmidt, der »First Lady aus der Wüste« findet man. Kleinschmidt, die Enkelin von Fredi und Ruth Stoll. Nahtlos übergehend zeigt dann eine schier unendliche Zahl an Siegerurkunden der Stolls selbst. Gerhard, Uschi, Alfred, Maxi, Evelyn. Ob Skibob, Hochsprung, Weitsprung, Riesentorlauf, Skispringen. Überall zeigen Urkunden die erfolgreiche sportliche Familienbiografie. Aber auch das ist nur ein Teil.

Natürlich gab es Prominenz, die incognito bleiben wollten. Und da sie incognito bleiben sollen, werden sie hier auch nicht erwähnt und der Artikel endet auch so. Jörg Tessnow

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