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Gebirgsjäger üben mit NATO und proben im „multidimensionalen Gefecht“

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Die »Joint Fire Support Coordination Group« plant die Unterstützung der kämpfenden Truppe mit Steilfeuer aus. (Foto: Bundeswehr)
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Der Brigadegefechtsstand der Gebirgsjägerbrigade 23 wurde vorab durch die Stabs- und Fernmeldekompanie errichtet. Foto: Bundeswehr
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Der Brigadekommandeur, Oberst Jared Sembritzki, fällt nach dem Lagevortrag seine Entscheidung zum Angriff. Foto: Bundeswehr

Grafenwöhr – Wie könnte eine Operationsführung aussehen, in der Kampftruppenbrigaden aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Kanada von einer US-amerikanischen Division geführt werden? Wie würden im Fall einer Bündnisverteidigung, beispielsweise im Baltikum, Informationen mit den verschiedenen Computersystem ausgetauscht?


Um das herauszufinden, veranstaltet das "Joint Modernisation Command" der US-Streitkräfte vom 30. April bis 9. Mai die multinationale Interoperabilitätsübung "Joint Warfighting Assessment" (JWA) auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr. Um eine erfolgreiche Teilnahme der deutschen Anteile an JWA sicherzustellen, verlegte das Gefechtsstandpersonal des Stabes der Gebirgsjägerbrigade 23 unter Führung des Brigadekommandeurs, Oberst Jared Sembritzki, bereits am 16. April zur Brigadegefechtsstandübung "Enzian" nach Grafenwöhr.

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Zur Vorbereitung auf die Übung JWA wurde durch ein Vorauskommando des Stabes und der Stabs-/Fernmeldekompanie der Gebirgsjägerbrigade 23 bereits Mitte März ein stationärer Brigadegefechtsstand aus Zelten und Containern auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr errichtet. Nachdem am Montag, 16. April, die Hauptkräfte des Gefechtsstandpersonals aus Bad Reichenhall für die Übung "Enzian" eintrafen, stellten die Soldatinnen und Soldaten Arbeitsbereitschaft her und banden sich mit tatkräftiger Unterstützung ihrer amerikanischen Kameraden an deren Informationssysteme an.

Nachdem alle Vorbereitungen getroffen waren, übte das Gefechtsstandpersonal der Gebirgsjägerbrigade 23, das durch Gebirgsaufklärer, Gebirgspioniere, Artilleristen, Heeresflieger und die Luftwaffe verstärkt wurde. Zugrunde gelegt wurde dabei eine Übungslage, bei der die territoriale Integrität eines NATO-Staates wiederhergestellt werden sollte. Die Gebirgsjägerbrigade 23 erhielt dazu von der 1. US-Infanteriedivision den Auftrag, zusammen mit weiteren Bündnispartnern wie Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Kanada und Polen gegen die Invasoren vorzugehen und diese zurückzudrängen.

Neben der Vernetzung der Bündnispartner ist das Ziel der Übung JWA auch die Erprobung des von der US-Army entwickelten "Multi Domain Battle", was auf Deutsch so viel wie "multidimensionales Gefecht" bedeutet. Gemeint ist damit, dass sich nicht mehr – wie in einem klassischen Gefecht – zwei Landstreitkräfte in einer Art Duellsituation gegenüber stehen, sondern dass viele unterschiedliche Faktoren am Boden, in der Luft, auf dem Meer, im Weltraum, aus dem Cyberraum und im elektromagnetischen Spektrum Einfluss auf das Gefecht nehmen.

Das moderne Gefechtsfeld macht es notwendig, auf diese Einflussfaktoren Antworten zu finden. Die Gebirgsjägerbrigade könnte beispielsweise Luftunterstützung durch andere Verbündete erhalten oder die Funk- und Computerverbindungen des Gegners durch Unterstützung mit elektromagnetischen und Cyber-Kampfmitteln von Verbündeten stören lassen. Auch die Aufklärung feindlicher Stellungen, beispielsweise durch Satelliten, wäre möglich. Diese Überlegungen sollen unmittelbar in der Übungssimulation angewandt werden, um Erfahrungen in der multinationalen Umsetzung des "Multi Domain Battle" zu sammeln.

Pressemitteilung der Gebirgsjägerbrigade 23