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Historische Anlage bald in Freilassinger Hand

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Seit 1758 steht das Schloss Fürstenstein am Kälberstein. Jetzt wird es der BLLV wohl an die Freilassinger Max Aicher Stiftung verkaufen. (Foto: Vietze)

Berchtesgaden – Das »Schloss Fürstenstein« soll einen neuen Eigentümer bekommen. Der Freilassinger Unternehmer Max Aicher wird wohl die am Kälberstein, 120 Meter über den Dächern Berchtesgadens stehende Immobilie aus dem 18. Jahrhundert vom Bayerischen Lehrer- und Lehrinnenverband (BLLV) erwerben.


Eine Sprecherin der Freilassinger Unternehmensgruppe bestätigte auf Anfrage des »Berchtesgadener Anzeigers«, dass sich der BLLV für die Max Aicher Stiftung entschieden habe. Die Kaufverträge seien allerdings noch nicht unterschrieben, Einzelheiten könnten erst in drei bis vier Wochen mitgeteilt werden.

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Gegen Ende des Jahres 2016 hatte der BLLV die aus vier Gebäuden bestehende Immobilie zum Kauf freigegeben. Angeblich hatte es mehrere Bewerber mit unterschiedlichen Nutzungskonzepten gegeben. So plante unter anderem die Privatinitiative »Ein Schloss für alle« eine Mischung aus privatem Wohnprojekt und Öffnung des Schlosses als Ort für kulturelle Veranstaltungen. Die Initiative ging nun allerdings leer aus. Eine entscheidende Rolle für den Entschluss des BLLV spielten auch die finanziellen Mittel des Käufers, denn die Kosten für die Sanierung und Erhaltung der Häuser sollen alleine zwischen 2 und 4 Millionen Euro betragen. Das hatte BLLV-Geschäftsführer Dieter Reithmeier dem »Berchtesgadener Anzeiger« im Dezember gesagt.

Der Berchtesgadener Fürstpropst Michael Balthasar Graf von Christalnigg hatte »Schloss Fürstenstein« 1758 als Alterssitz am Kälberstein errichtet. Christalnigg war kein Mann des verschwenderischen Luxus. Er hielt seine Wohnräume bescheiden. Großzügig allerdings ließ er die Kapelle ausschmücken, die noch heute ein kunsthistorisches Schmuckstück ist. Sechs Jahre lang lebte Christalnigg im Schloss, ehe er im Alter von 58 Jahren 1764 verstarb.

Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband erwarb das Anwesen zwischen 1909 und 1930 stückweise. Bis in die 80er Jahre des 20. Jahrhunderts verbrachten dort dann Hunderte von Lehrerinnen und Lehrern ihre Ferien. In den 90er Jahren renovierte der BLLV einen Teil des Anwesens, ein anderer Teil wurde vermietet. Es entstanden sechs Ferienwohnungen. Patrick Vietze