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Katastrophenfall im Landkreis Berchtesgadener Land - Aktuelle Lage

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Kräfte der Bundeswehr
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Kräfte der Bundeswehr räumen das Dach der Watzmann-Therme in Berchtesgaden vom Schnee. Foto: Lino Mirgeler Foto: dpa
Schnee in Berchtesgaden
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Ein Kettenfahrzeug der Bundeswehr unternimmt eine Versorgungsfahrt zur Siedlung Buchenhöhe in Berchtesgaden. Foto: Bernd März Foto: dpa
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Florian Aschauer hat die Lawine live miterlebt und sogar gefilmt. Aschauer räumte gerade das Dach des Klauslehens ab, als die Schneemassen losbrachen. Das Video ist auf der Seite www.berchtesgadener-anzeiger.de zu sehen. (Foto: Aschauer)

Update, 13. Januar 2019, 13 Uhr: Berchtesgadener Land - Nach einer relativ „wetterruhigen“ Nacht werden auch bis zum heutigen Nachmittag zunächst nur mäßige Niederschlagsmengen für das Berchtesgadener Land erwartet. Die Wetterlage wird sich aber spätestens ab den Abendstunden deutlich verschlechtern, denn bis einschließlich Montagabend sind ergiebige Niederschläge bei einer Schneefallgrenze, die zwischen 600 und 1.000 Metern variiert, vorhergesagt. Für die unermüdlich arbeitenden Einsatzkräfte im Katastrophenfall im Berchtesgadener Land bleibt somit die Gefahrenlage vor allem in Hinblick auf die Schneelasten von Dächern und der Möglichkeit von Lawinenabgängen weiterhin angespannt.

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Heute werden in den beiden Einsatzabschnitten „SÜD“ und „NORD“ insgesamt mehr als 1.600 Einsatzkräfte von den Freiwilligen Feuerwehren, dem THW, der Bundeswehr, der Bundes- sowie der bayerischen Landespolizei, dem BRK, dem Malteser-Hilfsdienst, der Bergwacht sowie weiteren Helfern bzw. Mitarbeitern der Gemeinden und Behörden vor Ort im Einsatz sein.

Von insgesamt mittlerweile bei den Einsatzleitungen gemeldeten knapp 900 Dächern von öffentlichen, aber vor allem auch privaten Gebäuden, die von erheblicher Schneelast bedeckt sind, konnten bis gestern Abend ca. 300 freigeschaufelt werden. Seit den frühen Morgenstunden sind die Helferinnen und Helfer wieder dabei, bei insgesamt knapp 100 Dächern die Schneelast weiter abzutragen. Darunter befinden sich sehr große Dachflächen, wie beispielsweise die Dachanlage des Kreiskrankenhauses Berchtesgaden, die entsprechend viele Einsatzkräfte erfordern.

Dringender Hinweis an die privaten Hauseigentümer

In diesem Zusammenhang bitten die Einsatzleitungen die privaten Hauseigentümer unbedingt darauf zu achten, dass die Heizungskamine möglichst frei von Schnee sind. Auf keinen Fall dürfen die Kamine eingeschneit sein, da sonst die Gefahr besteht, dass der Abgasaustritt über die Kaminanlage nicht mehr ordnungsgemäß funktioniert und eine entsprechende Gefährdung eintreten kann.

Lawinengefahrensituation  

Die Gefahr von Lawinenabgängen ist unverändert groß. Unter Berücksichtigung der Wetterprognosen für die nächsten Tage ist eine Entspannung der Lage weiterhin nicht zu erwarten, ab den Nachmittagsstunden ist sogar mit einer Verschärfung der Lawinengefahrensituation zu rechnen. Die Entwicklung der Schneelage und der Gefahrenlage wird von den örtlichen Lawinenwarnkommissionen ständig geprüft und neu bewertet.

Aktuell gültige Straßensperrungen

Folgende Bundes-, Staats- und Kreisstraßen im Berchtesgadener Land sind Stand heute, 8:00 Uhr gesperrt:

B305: in beiden Richtungen von Unterjettenberg bis zum Wachterl in Ramsau b. Berchtesgaden (Taubensee) 

B305: in beiden Richtungen zwischen den Abzweigen ST 2101 und B 21 (sog. Weinkaser) 

Staatsstraße 2102: in beiden Richtungen zwischen Oberteisendorf und Neukirchen

Kreisstraße BGL 19: in beiden Richtungen vom Kreisverkehr Dokumentation Obersalzberg bis Parkplatz Vorderbrand (Berchtesgaden)

Staatsstraße 2099 und Kreisstraße BGL 14: Bereich Hintersee wegen Lawinengefahr gesperrt

Kreisstraße BGL 5 (Tiefenbachstraße): Marktschellenberg

Bürgertelefon

Bürgerinnen und Bürger aus den K-Fall-Gemeinden können sich an das Bürgertelefon (Telefon: +49 8651 773 153) am Landratsamt Berchtesgadener Land wenden, das heute wieder bis 18:00 Uhr erreichbar ist.

Pressemeldung Landratsamt Berchtesgaden

 

Update, 17.30 Uhr: Berchtesgadener Land. Am Nachmittag hat es in den Einsatzgebieten des Katastrophenfalls im Berchtesgadener Land wieder leicht zu regnen bzw. zu schneien begonnen. Da die Wetterprognosen für die kommende Nacht und für morgen zum Teil starke Niederschläge vorhersagen, bleibt die Gefahrenlage vor allem in Hinblick auf die Schneelasten von Dächern und der Möglichkeit von Lawinenabgängen weiter angespannt.

Die insgesamt über 1.200 Einsatzkräfte von den Freiwilligen Feuerwehren, dem THW und der Bundeswehr werden logistisch vom BRK, den Maltesern, der Polizei und Mitarbeitern der Gemeinden und Behörden unterstützt. Auch dadurch ist es den Einsatzkräften möglich, bis in die Abendstunden Dächer von ihrer erheblichen Schneelast so weit wie möglich zu befreien.

Die Gefahr von Lawinenabgängen ist weiterhin groß. Unter Berücksichtigung der Wetterprognosen für die nächsten Tage ist eine Entspannung der Lage hier NICHT zu erwarten. Die allgemeine Entwicklung der Schneelage und die daraus resultierende Lawinengefahrensituation werden von der Lawinenwarnkommission Berchtesgaden ständig geprüft und neu bewertet.

Bürgerinnen und Bürger aus den K-Fall-Gemeinden können sich an das Bürgertelefon (Telefon: +49 8651 773-153) am Landratsamt Berchtesgadener Land wenden. Wegen der hohen Anzahl an Anrufen sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landratsamts nun länger erreichbar, und zwar heute und Sonntag jeweils von 9:00 bis 18:00 Uhr.

 

Update, 16.30 Uhr: Die Örtlichen Einsatzleitungen in den Abschnitten „NORD“ (Markt Teisendorf und Gemeinde Schneizlreuth) und „SÜD“ (Markt Berchtesgaden, Gemeinde Bischofswiesen, Markt Marktschellenberg, Gemeinde Ramsau b. Berchtesgaden und Gemeinde Schönau a. Königssee) haben kurz vor heute Mittag eine erste Zwischenbilanz für den heutigen Einsatztag gezogen.

Von insgesamt 664 gemeldeten Dächern (öffentlich und privat), die von erheblicher Schneelast bedeckt sind, konnten bisher 210, also knapp ein Drittel, freigeschaufelt werden. Zu dem Meldezeitpunkt waren die mehr als 1.200 Einsatzkräfte gerade dabei, die Schneelast von weiteren 88 Dächern abzutragen. Da für den Sonntag weiterhin große Niederschlagsmengen bei einer Schneefallgrenze von ca. 1.000 Metern prognostiziert werden, wird alles daran gesetzt, bis heute Abend möglichst viele von den aktuell verbleibenden mehr als 350 Dächern frei zu bekommen. Denn Regen, der auf schneebedeckte Dächer fällt, erhöht die  Schneelast pro qm-Dachfläche erheblich.

Die Gefahr von Lawinenabgängen ist weiterhin groß, insbesondere auch im Hinblick auf die kommende Wetterprognose. Es wird daher auch weiterhin ein Hubschrauber eingesetzt, der Erkundungsflüge durchführt, um die allgemeine Entwicklung der Schneelage und die daraus resultierende Lawinengefahrensituation im Berchtesgadener Land ständig zu prüfen.

Bürgerinnen und Bürger aus den K-Fall-Gemeinden können sich an das Bürgertelefon (Telefon: +49 8651 773 153) am Landratsamt Berchtesgadener Land, aber nicht an die Hilfsorganisationen, wenden. Das Bürgertelefon am Landratsamt ist am Samstag und Sonntag jeweils von 9:00 bis 18:00 Uhr erreichbar.

 

Update, 9.45 Uhr: Berchtesgadener Land. In der vergangenen Nacht gab es im Berchtesgadener Land nur einen geringen Zuwachs an Neuschnee. Da bis zum heutigen Abend auch nur relativ geringe Mengen an Niederschlag vorhergesagt werden, arbeiten die K-Fall-Einsatzkräfte in den Einsatzabschnitten „NORD“ (Markt Teisendorf und Gemeinde Schneizlreuth) und „SÜD“ (Markt Berchtesgaden, Gemeinde Bischofswiesen, Markt Marktschellenberg, Gemeinde Ramsau b. Berchtesgaden und Gemeinde Schönau a. Königssee) mit vollem Einsatz in erster Linie an der Schneeräumung der Dächer.

Heute werden mehr als 1.200 Einsatzkräfte von den Freiwilligen Feuerwehren (700 Personen), dem THW (250 Personen) und der Bundeswehr (250 Personen) vor Ort sein. Sie befreien möglichst viele Dächer, darunter eine große Anzahl großflächiger Dächer von infrastrukturell wichtigen Einrichtungen, aber auch sehr viele Privathausdächer, von den Schneelasten. Da für den morgigen Tag große Niederschlagsmengen bei einer Schneefallgrenze von ca. 1000 Metern prognostiziert werden, ist der Zeitdruck groß. Denn Regen, der auf schneebedeckte Dächer fällt, erhöht die Schneelast pro qm-Dachfläche enorm.

Die Gefahr von Lawinenabgängen ist weiterhin groß, insbesondere auch im Hinblick auf die kommende Wetterprognose. Aus diesem Grund wird die allgemeine Entwicklung der Schneelage und die daraus resultierende Lawinengefahrensituation im Berchtesgadener Land auch am Wochenende ständig geprüft.

Viele Einsatzkräfte kommen mittlerweile aus ganz Bayern bzw. über die Landesgrenze hinaus. Die überregionale Hilfsbereitschaft ist enorm, erfordert aber von der Führungsgruppe Katastrophenschutz (Landratsamt Berchtesgadener Land) und den Örtlichen Einsatzleitungen einen sehr hohen Koordinierungsaufwand. Für die derzeit im Einsatz befindlichen Kräfte ist dies noch möglich. Darüber hinaus können für heute und morgen keine weiteren Hilfskräfte mehr eingesetzt werden, ohne deren eigene Sicherheit zu gefährden (Absicherung der Schneeräumer auf den Dächern!).

Die derzeitige überregionale Verstärkung ist aber auch dringend notwendig, da die „Vor-Ort“-Einsatzkräfte von den Freiwilligen Feuerwehren, des THW, weiterer Rettungs- und Hilfsorganisationen wie BRK und Malteser sowie den Mitarbeitern der Gemeinden bzw. Straßenämter und Behörden aus dem Landkreis Berchtesgadener Land zum Teil schon seit Anfang der Woche im Dauereinsatz sind.

Das Bürgertelefon (Telefon: +49 8651 773-153) am Landratsamt Berchtesgadener Land ist am Wochenende zu folgenden Zeiten erreichbar:

Samstag und Sonntag, jeweils von 9:00 bis 16:00 Uhr