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Klaus Gerlach übergibt an Gerd Schelble

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Gerd Schelble, neu gewählter 1. Vorsitzender der Gebirgsjägerkameradschaft 232 Berchtesgaden. Foto: privat

Bischofswiesen – Im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung im Unteroffizierheim der Jägerkaserne Strub standen bei der Gebirgsjägerkameradschaft 232 Berchtesgaden heuer die Neuwahlen der Vorstandschaft. Gerd Schelble, der bis zum letzten Jahr noch als aktiver Soldat beim Gebirgsjägerbataillon 232 Dienst leistete, wurde einstimmig als Nachfolger von Klaus Gerlach zum 1. Vorsitzenden gewählt.


Dies sei ein lange geplanter Wechsel in der Führung des Vereins, wie Klaus Gerlach auch in seinem Rechenschaftsbericht als 1. Vorsitzender betonte. Einerseits sei es für die Kameradschaft wichtig, an ihrer Spitze Verantwortungsträger zu haben, die entweder noch unmittelbar als aktive Soldaten mit dem Bataillon verbunden sind oder zumindest mit frischem Erfahrungshintergrund aus dem Bataillon kommen, und andererseits sei auch eine Verjüngung in der Vorstandschaft dringend geboten.

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»Beim 1. Vorsitzenden ist diese Verjüngung um beinahe 20 Lebensjahre gelungen«, so Klaus Gerlach, bei den übrigen Mitgliedern der Vorstandschaft müssten allerdings mangels Nachwuchs die alten Haudegen weiterhin in der Verantwortung bleiben. Klaus Gerlach empfahl Gerd Schelble der Versammlung als ideale Besetzung an der Spitze der Vorstandschaft. Als »Jungpensionär« und auch noch regelmäßig im Gebirgsjägerbataillon 232 wehrübender Soldat sei er nach wie vor im Gebirgsjägerbataillon zu Hause und habe die Hand unmittelbar am Puls der Truppe. Klaus Gerlach will weiter als Beisitzer seine Erfahrungen in der Vorstandschaft einbringen und sich vor allem um die Öffentlichkeitsarbeit kümmern.

Die Neuwahlen für die Vereinsführung leitete dann wieder einmal Manfred Vonderthann in gewohnt routinierter Weise und nach kurzer Zeit konnte von ihm und seinen Helfern die neue Vorstandschaft präsentiert werden. Es sind dies: 1. Vorsitzender Gerd Schelble, 1. stellvertretender Vorsitzender Hans Denk, 2. stellvertretender Vorsitzender Peter Peschik, Schriftführer Norbert Gatz, Kassier Paul Geißinger, Beisitzer Klaus Gerlach, Martin Sellmair und Thomas Heintz. Als Kassenprüfer wurden Wilfried Kuder und Herbert Zauner wiedergewählt.

Es war für die Gebirgsjägerkameradschaft 232 wieder einmal ein ereignisreiches und erfolgreiches Vereinsjahr, auf das die Vorstandschaft in ihren Rechenschaftsberichten bei der Jahreshauptversammlung zurückblicken konnte. Und so stolz man noch immer auf die Tatsache sein könne, dass der Verein mit heute mehr als 450 Mitgliedern die mitgliederstärkste Kameradschaft innerhalb des Kameradenkreises der Gebirgstruppe ist, so werde es doch für die Zukunft darauf angekommen, wieder mehr junge und aktive Soldaten als Mitglieder zu gewinnen.

Mit Dankbarkeit und Stolz erinnerte der scheidende Kameradschaftsvorsitzende Klaus Gerlach daran, dass im letzten Jahr mit über 7 000 Euro Spendengeldern des Vereins durch das Gebirgsjägerbataillon 232 während des zurückliegenden Afghanistaneinsatzes gleich zwei humanitäre Projekte im Einsatzraum in der Provinz Baghlan verwirklicht werden konnten: eine sanitätsdienstliche Notfallstation in Khalazaie und die Wasserversorgung für das Distriktkrankenhaus in Kholm. Besonders erfreulich war dieses Mal, dass dieses Rekordsammelergebnis nicht nur durch Spendengelder der Mitglieder, sondern auch durch zum Teil erhebliche Spenden aus der Berchtesgadener Geschäftswelt zustande kam. So spendeten zum Beispiel ein renommierter Hotelbetrieb 500 Euro und eine Zahnarztpraxis 250 Euro. Dies sei ein überaus erfreuliches Zeichen der Solidarität der hiesigen Bevölkerung mit ihren Struber Jagern, sagte Gerlach.

Insgesamt hat der Verein damit seit 1999 bereits siebenmal Auslandseinsätze des Bataillons mit Geldern für humanitäre Hilfsprojekte unterstützt. Für die Zukunft deutete Gerlach allerdings an, dass derartige Sammelaktionen zumindest für Afghanistan weniger Sinn machen werden. Der Grund sei, dass der ISAF-Auftrag der NATO, bei dem das Bataillon regelmäßig Verantwortung im Raum übernommen hatte, Ende dieses Jahres ausläuft. Dessen ungeachtet werde das Bataillon zwar schon im nächsten Jahr wieder mit einem Einsatz zur Ausbildung afghanischer Sicherheitskräfte rechnen müssen. Allerdings werde dabei keine regionale Verantwortung im Land übernommen. K.G.

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