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Nur Grillen im Kopf

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Die Webers vor ihrem Kugelgrill. Regelmäßig nimmt die Familie mit einem Freund an Grillwettbewerben teil, bei denen sie auch schon zweimal gewonnen haben. Foto: Anzeiger/Wechslinger

Schönau am Königssee - Das ist die Glut der Leidenschaft. Eine Familie widmet ihre ganze Kraft der Kohle. Der Funke sprang vor sechs Jahren über. Seitdem brennen Marco Weber, seine Frau Monika und seine Mutter Maria für das Grillen.


Im Einkaufszentrum Globus in Freilassing beteiligte sich die grillbegeisterte Familie vor sechs Jahren erstmals an einem Grillwettbewerb. Allerdings mussten die Grillnovizen seinerzeit noch Lehrgeld bezahlen und wurden nur Letzte. »Von da an hat uns das Grillen jedoch nicht mehr losgelassen«, berichtet Marco, der an den verschiedenen Geräten steht, während die Ehefrau fürs Schriftliche sowie die Vorbereitungen sorgt und die Mutter die Meisterin der Nachspeisen ist. Ergänzt wird das Team von Andreas Hammerl.

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Derzeit laufen die Vorbereitungen für die fränkischen Grillmeisterschaften am 27./28. Juni in Hof an der Saale. Die Meisterschaften werden auf dem Vereinsgelände der Spielvereinigung Hof im Stadion »Grüne Au« durchgeführt.

Grillduft am Duftberg

Das Grillen der verschiedensten Lebensmittel über offenem Feuer ist eine ursprüngliche Art der Zubereitung. Diese ist sehr abhängig vom Feuer. »Das beginnt beim Entfachen der entsprechenden Kohle mittels eines Kamins und stets braunen Anzündmitteln sowie einer stets richtigen Temperatur«, erklärt Weber. In der wärmeren Jahreszeit hat das Grillen Hochsaison, so auch bei den Webers am Schönauer Duftwald. Oftmals werden Freunde und Kinder eingeladen. »Da stehe ich pausenlos am Grill und freue mich, wenn es allen schmeckt«, erzählt der gelernte Koch. Die Anerkennung durch die Gäste ist nämlich der schönste Lohn für einen Grillmeister.

Grillen kann man alles, was man auch im Backrohr zubereiten kann. Sogar Salat wird in den verschiedensten Variationen gegrillt. Ein wichtiges Kriterium beim Grillen sei ein gutes Zeitmanagement und die richtige Hitze. Erst wenn die Grillkohle weißlich glimmt, ist der rechte Zeitpunkt für das Einlegen des Grillgutes. Zu beachten ist auch, den Grill nicht zu oft zu öffnen, weil dann zu viel Hitze verloren geht.

Eines der liebsten Grillgüter seien Ripperl, die zwischen zwei und drei Stunden im Grill sind und immer wieder mit Whisky-Cola beträufelt werden. Dadurch wird das Fleisch saftig und glänzend.

Gezielte Räucherwirkung

Um eine gezielte Räucherwirkung zu erzielen, verwendet der Grillspezialist aus der Schönau für Geflügel Nussholz und für Rindfleisch Kirschholz. Es gibt jedoch auch für weitere Grillvarianten noch andere verwendbare Holzsorten, die stündlich auf die Glut gelegt werden. Der Rauch verleiht dem Grillgut einen ganz typischen Geschmack und ein besonderes Aroma.

Nach den ersten Grillerfolgen legte sich das Quartett den Namen »Hot 'n' Spicy« zu. Bald war mit einer Brauerei auch ein Sponsor gefunden, der das Grill-Ensemble mit Getränken und Ausrüstung unterstützt.

Zweimal nahmen die Schönauer schon mit 14 weiteren Teams an den fränkischen Grillmeisterschaften in Hof an der Saale teil. Es sprang jeweils der Sieg in einer Kategorie heraus, worauf die Webers sehr stolz sind und sich jetzt schon auf den Wettbewerb freuen. Ausgeschrieben ist das Grillen von Chicken Wings, Hamburgern, Spare Ribs, Brisket (Rinderbrust) und Nachspeisen. Und dann wird der allgemeine Fränkische Grillmeister ermittelt.

Eine fünfköpfige Jury richtet ihr Urteil nach Aussehen, Geschmack, Gargrad, Schwierigkeitsgrad und Kreativität. Mit in die Bewertung der Jury fließen auch das Gesamtbild des Stands, die Dekoration, die Teambekleidung, die Sauberkeit und der Unterhaltungswert ein. Bei den Soßen glänzen die Webers stets mit ihrer wohlschmeckenden Walnuss-Curry-Soße. Angefangen hat das Grillen bei den Webers mit einem Kugelgrill, später wurde es zusätzlich ein Smoker, bei dem die Preispalette von 300 bis 6 000 Euro reicht. Christian Wechslinger