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"Riesending" wird geschlossen

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Kein unerwünschter Tourismus für das »Riesending«: Der Höhleneingang soll verschlossen werden. Foto: BRK BGL

Bischofswiesen – Selbst die »New York Times« hat über den Höhleneinsatz in der Riesending-Schachthöhle im Untersberg berichtet. Das öffentliche Interesse ist enorm. So groß, dass die Bergwacht Bayern befürchtet, dass sich so mancher Höhlentourist auf den Untersberg »verirren« könnte, um in das komplexe Labyrinth unter Tage einzusteigen. Die Gemeinde Bischofswiesen möchte das nun verhindern.


»Sobald der Einsatz abgeschlossen ist, werden wir die Höhle mit einem Gitter versperren«, kündigte Bischofswiesens Bürgermeister Thomas Weber im Gespräch mit dem »Berchtesgadener Anzeiger« an. Der Gemeinderat muss noch grünes Licht für das Vorhaben geben. Polizei, Bergwacht, Höhlenforscherverband, Landratsamt und die Bayerischen Staatsforsten hatten bei einem Treffen eine Empfehlung für eine Sperrregelung abgegeben.

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Die Koordinaten des Höhleneingangs am Untersberg sind im Internet mittlerweile frei zugänglich. Jeder, der den Eingang in Erfahrung bringen will, kann es auch. Um Höhlentourismus mit unabsehbaren Folgen entgegenzuwirken, müsse der Eingang zum »Riesending« mit einem großen Sperrgitter verschlossen werden. »Durch die Berichterstattung der letzten Tage hat die Höhle einen großen Bekanntheitsstatus erlangt«, so Weber. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass sich auch Untrainierte und von der Neugier Getriebene zum Einstieg begeben. »Die Bergwacht befürchtet einen Ansturm«, weiß der Rathauschef. Am Höhleneingang angebrachte Sperrschilder würden vom Betreten der Höhle sowieso nicht abhalten, heißt es vonseiten der Bayerischen Staatsforsten.

Gemeinde erstellt Rechtsverordnung

Grundeigentümer des Höhleneingangs ist der Freistaat Bayern. Sicherheitsrechtlich ist die Gemeinde Bischofswiesen als Untere Sicherheitsbehörde zuständig. Vor wenigen Jahren wurde das Untersberg-Plateau in das Bischofswieser Gemeindegebiet eingegliedert.

»Die Gemeinde Bischofswiesen erarbeitet derzeit eine Rechtsverordnung, die den Höhlenverschluss rechtlich regelt«, schreibt Peter Renoth, stellvertretender Betriebsleiter des Forstbetriebes Berchtesgaden, in einer Mitteilung, die dem »Berchtesgadener Anzeiger« vorliegt. Nach Abschluss der Rettungsmaßnahme und der Aufräumarbeiten auf dem Untersberg-Plateau werde »mit der Installation des Gitters begonnen«, so Renoth. Ein einheimischer Betrieb habe bereits den Zuschlag für die Ausführung erhalten. Die Kosten hierfür trügen die Bayerischen Staatsforsten mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde Bischofswiesen. Der Verband deutscher Höhlen- und Karstforscher unterstützt das Unternehmen fachlich.

Einzelgenehmigungen für Höhlenforscher

Trotzdem sollen Höhlenforscher, die die »Riesending«-Schachthöhle bislang erkundeten, weiterhin Zugang zum 19,2 Kilometer langen System erhalten. Einzelgenehmigungen dürfen künftig von der Bischofswieser Gemeindeverwaltung erteilt werden. »Es muss ein berechtigtes Interesse nachgewiesen werden«, heißt es bei den Bayerischen Staatsforsten. Ein Nachweis über die körperliche und fachliche Eignung muss erbracht werden, des Weiteren muss sichergestellt sein, dass eine rechtsgültige Versicherungspolice mit ausreichender Deckungssumme vorhanden ist. »Wir wollen den Untersberg nicht komplett verschließen«, betonte Bürgermeister Thomas Weber gegenüber der Heimatzeitung. Kilian Pfeiffer

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