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Untersberger »Blut«

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Rotes Wasser: Verantwortlich für das besondere Schauspiel war ein Felssturz am Untersberg. (Foto: Friederike Behr)
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Über Hunderte Meter floss das gefärbte Wasser das Untersberg-Massiv hinab. (Foto: Martin Wagner)

Marktschellenberg – Ein heftiger Felssturz war der Auslöser dafür, dass so mancher Leser des »Berchtesgadener Anzeigers« verwundert war, warum die Ache plötzlich die Farbe geändert hatte.


Bereits am Samstag hat sich im Bereich zwischen Toni-Lenz-Hütte und Schellenberger Sattel ein Felssturz mit einem Volumen von rund 10 000 Kubikmetern ereignet. Die Menge an Geröll, die den Berghang nach unten schoss, setzte große Kräfte frei. »Beim Felssturz brach ein dem Forststeig vorgelagerter Teil eines Felskopfes weg, der aus den Raiblerschichten, einem inhomogenen, brüchigen Übergangsmaterial vom Ramsaudolomit zum Dachsteinkalk bestand«, so Martin Wagner aus Marktschellenberg, der auch für die Bergwacht unterwegs ist.

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»Das Blut aus dem Untersberg« nannte das Naturschauspiel Friederike Behr, die dem »Berchtesgadener Anzeiger« ein Foto des eingefärbten Flusslaufs zugesendet hat. Aufgenommen hatte sie es am Hangenden Stein. Die Erklärung für das rötliche Wasser liefert wiederum Martin Wagner: »Durch die momentane Schneeschmelze wird der in den Schichten vorhandene rotbraune Lehm ausgewaschen und über den Weißbach in die Königsseer Ache transportiert.«

Ob Fischbesatz, dem bei so feinem Sedimentaufkommen die Kiemen verschlossen werden, zu Schaden kam, war bis Redaktionsschluss nicht bekannt. Kilian Pfeiffer