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Von Glocken begleitet nach Altötting

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Die Wallfahrer aus Teisendorf zogen in Altötting über den Kapellplatz zur Basilika St.  Anna. (Foto: Mergenthal)

Teisendorf – Über sanfte Hügel und durch Bauerndörfer mit alten Holzhäusern in üppigem Blumenschmuck schreiten die Wallfahrer voran.


Die Glocken vieler Dorfkirchen grüßen sie freudig. Ein paar Kälber schauen ihnen verwundert nach. Eine Bäuerin am Straßenrand betet leise mit. Bei der 38. Rupertigau-Fußwallfahrt gehen an die 80 Gläubige von Teisendorf nach Altötting. Bei der zweiten Etappe von Asten bis zur Schwarzen Madonna gesellten sich gut 100 weitere Menschen hinzu.

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Der frühere Teisendorfer Pfarrer Monsignore Karl Ellmann hat die Wallfahrt Anfang der 80er Jahre eingeführt. Anfangs leitete sie Margarita Robl (heute Hondele, später Sepp Reiter. Er hat auch die Route ausgetüftelt: Er nahm ein Lineal und zeichnete die direkte Linie von Teisendorf nach Altötting ein, wie Loni Aschauer erzählt, die die Leitung 2006 von ihm übernahm. »Dann hat er dazu die Wege gesucht.« Sie schätzt an der Wallfahrt, dass sie dabei so ruhig wird. »Meine ganze Familie habe ich im Geiste mit dabei. Man lernt so viele Leute kennen. Viele erzählen einem ihr Schicksal.«

Die Organisation der von der Pfarrei St. Andreas Teisendorf und den Legio-Mariae-Gruppen veranstalteten Wallfahrt ist seit Jahren auf viele Schultern verteilt: von den stimmgewaltigen Vorbetern und Vorsängern Hans Hogger, Alois Thannbichler, Stefanie Eder und Konrad Huber bis zu den Kreuzträgern Franz Schweiger und Andreas Egger. Der 70-jährige Andreas Egger war bereits bei der allerersten Wallfahrt dabei.

Bilder der Rupertiwallfahrt am Sonntag:

Vier Helfer des Roten Kreuzes gingen teilweise selbst mit. Der Wagen der »Schnellen Einsatzgruppe« nahm Wallfahrer mit Blasen und Gehproblemen auf. Sepp Baumgartner beförderte im Kleinbus das Gepäck, während die Löschzüge Freidling und Roßdorf der Feuerwehr für Sicherheit an den Straßen sorgten. Einige Tage vorher hatte ein Team die Strecke abgefahren.

Erste Etappe endete in Asten

Unterwegs erfuhren die Fußwallfahrer immer wieder herzliche Gastfreundschaft. In Hörzing hatten Bäuerinnen in einem ehemaligen Stall ein langes Kuchenbuffet vorbereitet. Nach der ersten, 40 Kilometer langen Etappe hieß Rosmarie Rahn, die Pfarrgemeinderatsvorsitzende von Asten, die Pilger willkommen und vermittelte Übernachtungen. Der Astener Kirchenpfleger Georg Lex, erfahrener Jakobspilger, ging von Teisendorf aus mit.

Robert Buchwinkler (26) aus Surheim studiert Religion. Ihn beeindruckte der Sonnenaufgang nach dem Wallfahrtsgottesdienst um sechs Uhr früh – und die Gemeinschaft. Die Ainringer Bäuerin Geli Galler (49) ging schon in den 80er Jahren mit. Damals hatte sie noch keine Kinder, inzwischen sind diese fast groß – und für alle beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Grund genug zur Fürbitte bei der Schwarzen Madonna.

»Das gehört für mich zum Jahr dazu«, verriet Erzieherin Sabrina Giritzer (30) aus Teisendorf. »Dass man Danke sagt, wenn im letzten Jahr alles gut gelaufen ist und darum bittet, dass das nächste Jahr wieder gut wird.« Zusammen mit Liesi Langwieder aus Neukirchen suchte sie immer wieder Träger für die Marienfigur. Auch ein Holzkreuz und die Legio-Mariae-Fahne wurden abwechselnd getragen.

Immer wieder regnete es

Nach einem sonnigen Samstag mussten die Wallfahrer am Sonntag die letzten 25 Kilometer teils im Regen gehen. Da versöhnte eine Pause beim Spirklwirt in Kastl. In Altötting wurden die Teisendorfer von zwei Kapuzinern mit einem Kreuz zum Klang der Glocken »einbegleitet«. Nach der Umrundung der Gnadenkapelle ging es unter Glockenklang zur Basilika St. Anna, wo Pfarrer Anton Parzinger am Portal den Wallfahrersegen spendete.

Die Dankmesse mit festlicher Musik, dargeboten von Johanna Aicher und Cäcilia Sommer, klang mit dem Lied der »Schwarzen Madonna« aus. Danach hatte jeder noch Zeit, bei ihr in der Gnadenkapelle seine persönlichen Anliegen zu lassen. vm

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