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»Athleten sind in guter Verfassung«

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Thomas Schwab sieht seine Rennrodler und Bobteams auf einem guten Weg. (Foto: Wechslinger)

Schönau am Königssee – Der Sportdirektor des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland, Thomas Schwab, ist mit seinen Sportlern nach den Deutschen Meisterschaften im Rennrodeln am Königssee zufrieden. Das sagt er im Interview im Hinblick auf die Rennrodel-Weltmeisterschaften am Königssee vom 29. bis 31. Januar. Schwab lobte die Bahn, Felix Loch, die beiden siegreichen Damen Natalie Geisenberger und Tatjana Hüfner sowie die beiden Doppel Tobias Wendl/Tobias Arlt und Toni Eggert/Sascha Benecken. Weniger zufrieden zeigte sich der Sportdirektor mit den anderen Herren.


Herr Schwab, wie sieht denn eine Analyse der Deutschen Rennrodel-Meisterschaften aus, die als Generalprobe für die Weltmeisterschaften Ende Januar stattgefunden haben?

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Thomas Schwab: Die Generalprobe war ganz gut. Ich denke da an die neuen Bahnrekorde von Felix Loch und dem Doppel Wendl/Arlt. Dies hat mir gezeigt, dass nicht nur die Bahn in guter Verfassung ist, sondern auch die Athleten. Dabei hat mich besonders gefreut wie nah Tatjana Hüfner wieder an Natalie Geisenberger dran ist, das war lange nicht mehr so. Loch ist überragend gefahren und hat mit sieben Zehntel Vorsprung gewonnen. Doch hier ist mir der Abstand der weiteren Herren zu groß. Da gibt es noch einiges zu tun, ich bin vor allem von Andi Langenhan enttäuscht, der überhaupt nicht in Schwung gekommen ist. So sehe ich nur den Felix um die Goldmedaille fahren, die anderen müssen noch ihre Hausaufgaben machen. Auch Lokalmatador Julian von Schleinitz hat nicht das gezeigt, was er auf dieser Bahn einfach bringen muss.

Und wie war es bei den Doppelsitzern?

Schwab: Da fahren Tobias Wendl/Tobias Arlt und Toni Eggert/Sascha Benecken in einer eigenen Liga, das war gut so. Beide Doppel sind heiße Medaillenaspiranten.

Wie sieht es überhaupt mit einer Zwischenbilanz der bisherigen Weltcupsaison aus?

Schwab: Ich hole da etwas weiter aus und denke auch an die Bobfahrer, die ihre Heimrennen deutlich für sich entscheiden haben können. Allerdings hatten wir bei den Bobdamen Probleme und sind nicht an die Weltspitze herangekommen. Das war schon enttäuschend. Ich hoffe jedoch, dass wir zur Bob-WM in Innsbruck-Igls auch bei den Damen konkurrenzfähig sein werden. Die Rennrodler dagegen hatten die bekannt schweren Überseerennen in Nordamerika, wo sie einige Federn gelassen haben. Das ist jedoch durchaus normal, die anderen Nationen schlafen auch nicht. Es haben jedoch auch viele Ergebnisse schlechter ausgesehen, als sie in Wirklichkeit waren.

Bei welchen Rennen war das?

Schwab: Lake Placid war nicht schlecht, da hätte Felix Loch gewonnen, wenn ihm nicht ein Fehler unterlaufen wäre. Auch die weiteren Herren waren von der Zeit sehr nahe am Podest dran. Bei den Herren war alles grün, allerdings haben wir bei den Damen durch die US-Amerikanerinnen deutliche Konkurrenz bekommen. Das werden wir auch bei den Europarennen spüren.

Jetzt geht es für die Bobteams nach Übersee.

Schwab: Wir haben Bahnneulinge bei den Damen und Herren dabei, die erst auf den fremden Bahnen Erfahrungen sammeln müssen. Da wird es sicher wieder kleine Einbrüche geben. Ich erwarte jedoch von Francesco Friedrich, dass er auf allen Bahnen wieder um den Sieg mitfährt. Wir bereiten uns mit den Bobteams und den Rennrodlern intensiv auf die Weltmeisterschaften vor, die im Vordergrund stehen. Nach der Nordamerika-Tournee werden die Karten auch bei den Bobteams neu gemischt. Die Bahn in Igls ist sehr startbetont, da müssen wir athletisch topfit sein. Christian Wechslinger