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Aufbruch und Umbruch – Was ist gute Musik?

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Andreas Fladvad-Geier stellte das Programm der Saisonkonzerte der Stiftung Mozarteum vor. (Foto: Janoschka)

Aufbruch und Umbruch kennzeichne die Vorbereitungen zu den Saisonkonzerten der Stiftung Mozarteum, so Präsident Johannes Honsig-Erlenburg bei der Vorstellung des Programms im Pausenfoyer des Mozarteums. Der rote Faden dabei müsse ein hochkarätiges Programm sein, das das Publikum hinführt, begleitet und ihm die Möglichkeit zu einem besseren Verständnis gibt. Die Konzerte mit Einführungsgesprächen vor Beginn finden im Großen Saal und im Wiener Saal (Kammermusik und die Reihe »after work« von 18.30 bis 19.30 Uhr) statt.


Honsig-Erlenburg stellte Andreas Fladvat-Geier als neuen Leiter des Konzertbereichs der Stiftung Mozarteum Salzburg vor, der ab 1. Juli die künstlerische Verantwortung für die Saisonkonzerte und das Festival Dialoge übernimmt. Fladvad-Geier freue sich, ein exzellentes Programm vorstellen zu dürfen. Wichtig sei ihm vor allem die Kommunikation mit dem Publikum und der Abbau von Berührungsängsten mit moderner Musik, sowie das Finden von Möglichkeiten, um Grenzen zu überschreiten und neue Formen auszuprobieren.

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Auch ihm gehe es um die Frage »Was ist gute Musik?«. Dafür sei Benjamin Schmid ein Garant, der die Saison mit dem Konzert zu seinem 50. Geburtstag eröffnen wird. Der Fokus liege auch auf den großen Jubilaren Leopold Mozart (300. Geburtstag) und den zwei »Hundertern« Gottfried von Einem (1918 bis 1996) und Mieczyslaw Weinberg (1919 bis 1996). Der ehemalige Rektor der Universität Mozarteum und Präsidiumsmitglied, Reinhart von Gutzeit, würdigte den neuen Leiter des Konzertbereichs, Andreas Fladvad-Geier, als eine Persönlichkeit, die »Rolando Villazon die Räuberleiter halten wird, weil er eine große Erfahrung mit Bühne und spektakulären Projekten hat.«

»Die kommende Saison wird eine Ouvertüre sein, ein Sprungbrett für 2019/20,« blickte Fladvad-Geier in die Zukunft. Dabei werde eng mit der Camerata Salzburg, deren Programm Michael Sowa als deren neuer Geschäftsführer auch in diesem Zusammenhang nochmals präsentierte (wir berichteten), zusammengearbeitet. Im April 2019 widmet sich die Camerata unter der Leitung von Andreas Spering dem Komponisten Leopold Mozart. Ferner betonte Fladvad-Geier die Zusammenarbeit mit der Universität Mozarteum, deren Studierende im Oktober 2018 im Wiener Saal aus Anlass des 100. Geburtstags von Gottfried von Einem dessen Quintett für Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott und Horn und seine Serenade »Von der Ratte, vom Biber und vom Bären« für Klarinette, Fagott und Horn aufführen werden.

Auch das Mozarteum Quartett huldigt diesem Komponisten im November 2018 mit einem Quartett, während im Februar 2019 das Stadler Quartett Mieczyslaw Weinbergs Streichquartett Nr. 8 und eine Uraufführung des früheren Geschäftsführers der Camerata, Shane Woodborne, der in der Camerata auch das Violoncello spielt, zur Aufführung bringen wird. In einer Gegenüberstellung zu Werken für Violine solo von Johann Sebastian Bach wird Linus Roth im April 2019 zwei Sonaten von Weinberg für Violine solo präsentieren.

Thomas Wolfram, Geschäftsführer des Mozarteum Orchesters, betonte das freundschaftlich-kollegiale Verhältnis zwischen der Camerata Salzburg und dem Mozarteum Orchester und berichtete über dessen eigenständige Konzerttätigkeit sowie besonders über seine Zusammenarbeit mit der Stiftung, in deren Auftrag es sowohl Konzerte der Mozartwoche bestreitet, als auch die Konzerte im Großen Saal des Mozarteums. Auch er kündigte bekannte Künstler und Dirigenten an wie Ivor Bolton, Riccardo Minasi und Jonathan Cohen, sowie Leopold Hager, den die Musiker des Orchesters als ehemaligen Chefdirigenten verehren. Mit dem aktuellen Chefdirigenten Riccardo Minasi stehen CD-Aufnahmen auf dem Plan, und »die Stiftung ist ein wichtiger Konzertort dafür,« so Wolfram.

Der Stargeiger Benjamin Schmid freute sich, dass er am 13. September 2018 mit seinem Geburtstagskonzert die Saison eröffnen darf. Er stellte sein Programm mit Werken von Heinrich Biber, Alfred Schnittke, Felix Mendelssohn Bartholdy und Herbert Berger und seine 300-Jahre alte »Hausdame«, eine Stradivari ex Viotti aus dem Jahr 1718 vor, eine Leihgabe der österreichischen Nationalbank, mit der er gemeinsam feiere. Brigitte Janoschka