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Aus 32 Wohnungen werden 68: Bauprojekt Am Burgergraben vorgestellt

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Die bestehenden Häuser am Burgergraben sollen voraussichtlich im kommenden Jahr abgerissen werden. Dann will die Kommunale WohnBau Bischofswiesen GmbH hier zehn neue Gebäude errichten, mit 15 Eigentumswohnungen und 53 Mietwohnungen. (Foto: Kastner)

Bischofswiesen – Wie berichtet, plant die Gemeinde Bischofswiesen ein Wohnbauprojekt im Bereich Am Burgergraben in der Strub. Es sollen 68 Wohnungen entstehen, 15 davon sollen Eigentumswohnungen werden. Nun hat Architekt Wolfgang Schulze dem Gemeinderat Bischofswiesen am Dienstagabend die Planung der Kommunal WohnBau Bischofswiesen GmbH für die Entwicklung des Gebietes vorgestellt.


Zur weiteren Vorgehensweise informierte Geschäftsleiter Rupert Walch die Ratsmitglieder, dass die Planung in diesem Jahr noch abgeschlossen werden soll sowie der Eingabeplan gemacht. Im ersten Quartal 2020 soll dann der Abbruch der bestehenden Gebäude erfolgen. »Wir hoffen, dass wir im kommenden Jahr mit dem Bau beginnen können«, so Walch. Er schätzt die Bauzeit auf zweieinhalb Jahre, fügte er hinzu.

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Geplant sind laut Architekt Wolfgang Schulze zehn neue Häuser mit 68 Wohnungen. Auf dem Grundstück befinden sich derzeit nur 32 Wohneinheiten. Gebaut werden die neuen Gebäude von der Kommunal WohnBau Bischofswiesen GmbH, deren Gesellschafter die Gemeinde Bischofswiesen ist. Betrieben wird die Wohnanlage dann von der Wohnbauwerk im Berchtesgadener Land GmbH.

Die vorderen fünf Gebäude entlang der Gebirgsjägerstraße sollen in Richtung Ost-West gebaut werden, sprich mit dem Giebel in Richtung Straße, damit die hinten liegenden Häuser nicht im Schatten stehen. »Alle Wohnungen werden barrierefrei zugänglich sein«, so der Architekt. Dies sei auch eine Grundvoraussetzung für eine Förderung. Aufzüge sollen die Barrierefreiheit garantieren.

Eine »Rhythmik« will der Planer durch verschiedene Höhen bei den Häusern erzeugen. Die Eigentumswohnanlage im hinteren Bereich, Am Meislgraben, umfasst insgesamt drei dreigeschoßige Häuser, während die Mietwohnanlage zum einen aus fünf miteinander verbundenen Gebäuden und zwei separaten besteht, die abwechselnd zwei- und dreigeschoßig erstellt werden. Dies sei eine »höherwertige Gestaltung« und auch wirtschaftlicher, erklärte Schulze.

Der Plan sieht ebenso eine große Tiefgarage unter den fünf vorderen Gebäuden vor sowie eine separate mit Ein- und Ausfahrt an der Straße Am Meislgraben. »Es werden 100 Stellplätze in den Tiefgaragen vorhanden sein«, kündigte Schulze an. An den Häusern sollen 32 Stellplätze für Besucher entstehen.

Die Entscheidung, wie groß die einzelnen Wohnungen in allen zehn Häusern werden, ist noch nicht gefallen. Dies soll je nach Bedarf eingeplant werden. »Entweder man macht Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen, oder auch Fünf-Zimmer-Wohnungen, wobei diese aus der Förderung rausfallen würden«, gab der Architekt zu bedenken. Es käme auch darauf an, ob diese jemand kaufen will.

Die einkommensorientierte Förderung bei diesem speziellen Bauprojekt würde dafür sorgen, dass es eine »gute Durchmischung bei den Bewohnern« gebe. So handelt es sich nicht um Wohnungen nur für Reiche, sondern es könnten dort arme, reiche, alte und junge Menschen leben. »Wer weniger verdient, bekommt mehr Zuschuss«, erklärte Schulze. Auch die unterschiedliche Wohnungsgröße führe zu der unterschiedlichen Belegung.

Zweiter Bürgermeister Thomas Resch (FWG) tat seine Zustimmung kund: »Die Freien Wähler stehen von Anfang an hinter dem Projekt.« Man schaffe für die Bürger einen guten Mix aus Wohneigentum und Mietwohnungen. »Da sieht man, wie sich die Kommune um Wohnbau kümmern kann.« Bernhard Heitauer (CSU) betonte seinerseits die Wichtigkeit von Aufzügen, die auch im Plan vorgesehen sind. Auf seine Frage, ob man nicht alle Gebäude dreistöckig bauen könnte, antwortete Bürgermeister Thomas Weber. Durch die Verdichtung würde es zu einem Parkplatzproblem kommen, außerdem erzeugten die Gebäude dann noch mehr Schatten. Man müsse auch auf Abstandsflächen achten. »Die Wohnqualität darf auch nicht leiden«, fügte Weber noch hinzu.

Michael Sturm (Die Grünen) bezeichnete es als »Leuchtturmprojekt«, Hans Metzenleitner (SPD) sagte, es habe »Modellcharakter«. Paul Grafwallner (UBB) konnte sich einen Seitenhieb auf eine »Nachbargemeinde« nicht verkneifen: »Das ist durchaus eine Botschaft an andere Kommunen. Die Nachbarn hätten es ähnlich machen können.« Wolfgang Fegg (CSU) regte an, ob man nicht Vier-Zimmer-Wohnungen einplanen könnte, und so auf das Bedürfnis von Familien eingehen. Darauf antwortete Weber: »Wir machen es bedarfsorientiert. Wir arbeiten dabei eng mit dem Wohnbauwerk zusammen, die wissen, was gebraucht wird.« Geschäftsleiter Rupert Walch fügte hinzu, es gebe einen großen Bedarf an größeren Wohnungen, »davon gibt es fast keine in Bischofswiesen«. Annabelle Voss