weather-image
19°
Länderübergreifendes Schülerprojekt hat E-Mobilität zum Thema – Traunreuter im März in China

Chinesen fasziniert von der unberührten Natur

Traunreut – Im Rahmen des Pasch-Mercator-Projekts arbeitet die Walter-Mohr-Realschule heuer mit dem »Hochschulgymnasium an der landwirtschaftlichen Hochschule Peking« zusammen. Das länderübergreifende Thema in diesem Schuljahr lautet: »Vollgas Ohnegas. Chancen und Grenzen der Reduktion von CO2 durch Elektroantriebe in den Industrieländern China und Deutschland«. Jetzt waren zwölf chinesische Schüler mit fünf Lehrern zehn Tage lang im Chiemgau, im März erfolgt der Gegenbesuch der Traunreuter in Peking.

Marita und Song befassten sich im Schülerforschungszentrum in Berchtesgaden mit dem Bau von Robotern.

Ein Schwerpunkt beim Austausch der beiden Schulen liegt in der Berufsorientierung. Wie Pedro May, einer der Projektbegleitenden Lehrer an der Walter-Mohr-Realschule erläuterte, soll hier wie dort bei den Mädchen das Interesse an den MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) geweckt werden. Der Lehrer erklärt: »Der Bedarf an technischen Fachkräften in Deutschland ist enorm hoch, die Entwicklungschancen in technischen Ausbildungsberufen als auch für Ingenieure sind entsprechend hoch. Genau wie in China.«

Anzeige

Die Elektromobilität, um die es bei dem Projekt zudem geht, ist in China wesentlich weiter entwickelt als in Deutschland, da das Land mit einem enormen Verkehrsaufkommen und großen Smogproblemen zu kämpfen hat. Ein Umdenken hat dort bereits begonnen: in Innenstädten sind nur noch elektrifizierte Zweiräder zulässig und auf Langstrecken benutzen Chinesen die elektrisch angetriebene Eisenbahn anstatt schadstoffstarker Flugzeuge.

Wenn die deutschen Schüler im März in China sind, machen sie zunächst in Peking Station bei der Partnerschule, reisen dann aber weiter ins 1300 Kilometer entfernte Shanghai. In Europa wäre es selbstverständlich, für diese Strecke einen Flug zu buchen, in China ist das anders. Die Züge fahren von Peking nach Shanghai laut Fahrplan täglich viele Male und benötigen für die Strecke nur fünfeinhalb Stunden.

Im Rahmen des Austausches nahmen die chinesischen und deutschen Schüler an einem Robotik-Kurs im Schülerforschungszentrum Berchtesgaden teil und befassten sich mit dem Bau von Robotern und dem Erlernen der Programmiersprache. Die selbst gebauten Roboter waren dann in der Lage, verschiedene Befehle auszuführen. Im Berchtesgadener Land stand dann auch noch ein Ausflug in den Nationalpark auf dem Programm. Die Besucher erlebten eine Wildfütterung und erfuhren, dass die Schiffe auf dem Königssee schon seit 1910 mit Elektromotoren ausgestattet sind. Aus diesem Grund habe der See auch nach wie vor Trinkwasserqualität. Diese Tatsache und die unberührte Natur in der Region faszinierten die jungen Chinesen ganz besonders. Dass man das Wasser einfach so trinken könnte, ist ihnen völlig fremd. Und da sie in China alle in Riesenstädten leben, kennen sie auch dergleichen Naturerlebnisse wie in den Berchtesgadener Alpen, wo sie Wild und Adler beobachten konnten, überhaupt nicht. »Wir brauchen Räume mit Technik aber auch solche, wo unsere Welt noch atmen kann«, fasste Pedro May die Erkenntnis, dass die Natur erhalten und nicht alles zugebaut werden darf, zusammen.

Neueste Technologien im Bereich E-Drive lernten die Jugendlichen dann noch im BMW-Museum in München kennen. Und auch die Vermittlung der bayerischen Kultur kam nicht zu kurz: bei einem Empfang in der Realschule zeigten Jugendliche Trachtentänze und Plattler und spielten für die Gäste typisch bayerische Musik.

Elf deutsche Schüler machen sich dann im März auf den Weg nach Peking zum Gegenbesuch. Ein wichtiger Programmpunkt der Reise wird ein viertägiges Berufspraktikum bei Rosenberger in Shanghai sein, wo die Fridolfinger Firma eine neue Produktionsstätte hat. Neben Rosenberger sind die Firmen Heidenhain und BSH sowie die Mercator-Stiftung wichtige Sponsoren des Pasch-Projekts an der Realschule. mix