weather-image
Domus-Mea-Einrichtungen werden in Eigenverwaltung betrieben

"Domus Mea"-Gruppe beantragt Insolvenz

Bischofswiesen – Teile der Merkel-Unternehmensgruppe, »Domus Mea«, zu der etwa die Klinik am Hallthurm in Bischofswiesen sowie das Pflege- und Therapiezentrum in Bayerisch Gmain gehören, sind insolvent und sollen in Eigenverwaltung saniert werden.

Das Sozialtherapeutische Zentrum Bischofswiesen ist von der Insolvenz betroffen. (Foto: Pfeiffer)

Das Amtsgericht Traunstein hat bereits am 20. Dezember den Weg zu einer Sanierung in Eigenverwaltung freigegeben. Das bestätigte auf Anfrage des »Berchtesgadener Anzeigers« der neue Geschäftsführer Oliver Mathes, der zusammen mit Thomas Klöckner in die Geschäftsführung gewechselt ist. »Weder Mitarbeiter noch Bewohner werden gekündigt oder entlassen«, so Mathes.

Anzeige

Die Nachricht verbreitete sich über Mundpropaganda: Die Merkel-Gruppe sei in Schieflage geraten, hieß es in der Zeit um Weihnachten. Oliver Mathes berichtigt knapp zwei Wochen später: Das stimmt so nicht. Die Schieflage der Einrichtung in Fischbachau, für die ebenfalls eine Eigenverwaltung beantragt und seitens des Gerichts beschlossen worden war, hätte auch auf das Pflege- und Therapiezentrum in Bayerisch Gmain ausgestrahlt, sagt Mathes.

In Fischbachau war es zu »massiven Personalproblemen« gekommen, hieß es seitens des Bezirks von Oberbayern. Dem Träger war es nicht gelungen, die für die Versorgung der Bewohner notwendigen Mitarbeiter zu akquirieren. Eine Restrukturierung und Sanierung außerhalb eines Eigenverwaltungsverfahrens sei auch im Pflege- und Therapiezentrum in Bayerisch Gmain nun nicht mehr möglich gewesen. Im Eigenverwaltungsverfahren bleibt die unternehmerische Verantwortung ab sofort bei der Geschäftsführung. Sie führt den Sanierungsprozess selbstständig und ohne Insolvenzverwalter aber mit einem Sachwalter durch.

Während des Verfahrens werden die betroffenen Einrichtungen unverändert weitergeführt. »Die betroffenen Unternehmen stehen aufgrund der Eigenverwaltung nach wie vor auf eigenen Beinen«, sagt Mathes. Nicht von den Verfahren betroffen seien das Seniorenpflegeheim Birkenhof in Erharting sowie das Sozialtherapeutische Zentrum in Tittmoning.

Mitarbeiter sollen in Bayerisch Gmain nicht gekündigt werden. Vielmehr sind Fachkräfte weiterhin schwierig zu bekommen und gesucht. Ebenso wenig sind Bewohner der Einrichtungen in Bischofswiesen/Hallthurm und in Bayerisch Gmain betroffen. »Es wird so in den Pflegeeinrichtungen weiterlaufen wie bisher«, sagt Mathes, der zum aktuellen Zeitpunkt viel Zuversicht ausstrahlt. Allein der Bezirk schreibe vor, wie viele Mitarbeiter für jene Anzahl an Bewohnern notwendig sei. »Das hohe Niveau der Versorgung und Betreuung der Bewohner ist deshalb auch weiterhin vollumfänglich gewährleistet«, sagt er.

Die Merkel-Gruppe war von Unternehmer Joachim Merkel 1991 gegründet und bis zuletzt geführt worden. Sie betreibt insgesamt sechs Pflege- und Langzeittherapieeinrichtungen mit insgesamt rund 600 Betten sowie 515 Mitarbeitern. Die von der Insolvenz betroffenen Einrichtungen haben rund 340 Betten und in etwa 320 Mitarbeiter, so Mathes. Sein Ziel sei, dass das Management bis Anfang März »alles in die Wege leiten wird, die betroffenen Unternehmen zu sanieren. Der Januar und der Februar werden sehr arbeitsintensiv werden«, sagt Mathes, der gemeinsam mit Thomas Klöckner die insolventen Unternehmen leitet und sich derzeit einen Überblick über die Unternehmenssituation verschafft.

Mathes sagt, dass die Merkel-Gruppe in ihrem Bereich »stark sei, eines der stärksten Unternehmen in der Region.« Dieses Potenzial wolle man ausspielen und gestärkt in die Zukunft gehen. Kilian Pfeiffer