Faszination Krimi – Mörderischer literarischer Herbst in der Grassauer Bücherei

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Marta Donato las aus ihrem Krimi »Schnee am Gardasee« und gab Einblicke in ihre Recherchearbeit. (Foto: Eder)

Grassau – Wenn von »Schnee am Gardasee« die Rede ist, dann ist nicht die weiße Pracht, sondern vielmehr das Rauschgift gemeint. Einen interessanten Einblick in ihre Arbeit bot die Autorin Marta Donato beim literarischen Herbst in der Grassauer Bücherei. Sie stellte ihren vierten italienisch-bayrischen Krimi »Schnee am Gardasee« vor und beleuchtete die Recherchearbeit. Die »Faszination Krimi«, so das Motto des literarischen Herbstes, erklärte sie perfekt.


Wichtig ist für die Münchner Autorin die Recherchearbeit, die vor dem Schreiben des Krimis steht. Dazu gehört auch die Spielorte genau zu kennen. Ihre Gardasee-Krimis spielen so zum einen natürlich am Gardasee und zum anderen in Oberbayern, an einem erfundenen Ort zwischen Chieming und Seebruck. Mit vielen Bildern dokumentierte sie ihre Handlungsorte. Als Protogonisten lässt sie zwei Kommissare miteinander arbeiten.

Mit Schnee sei Kokain gemeint, so Donato. Um in die mafiösen Handelsverflechtungen einen Einblick zu erlangen, recherchierte die Autorin lang. Vor allem das Buch »Zero, Zero, Zero« von Robert Saviano, in dem beschrieben werde, wie Kokain die Welt beherrscht, habe ihr sehr geholfen. Hier werde der Einfluss der Droge in die Wirtschaft, ins soziale und gesellschaftliche Leben beschrieben. Welche Auswirkungen der Kokainhandel habe, verdeutlichte Marta Donato mit verschiedenen Polizeimeldungen über enorme Kokainfunde im Hamburger Hafen mit über 16 Tonnen und einem Straßenverkaufswert von einer Milliarde Euro. Das Thema habe sie nicht mehr losgelassen, erklärte sie. Eine Autorin habe die Möglichkeit ein Problem mit Hilfe eines Krimis näherzubringen, meinte sie.

Die Idylle am Gardasee sei malerisch. Doch was passiert hinter den Fassaden? Dies habe sie immer interessiert und sie habe sich hierzu fiktive Geschichten einfallen lassen. Fiktiv sind auch die Familien, die in ihrem Roman eine zentrale Rolle einnehmen, zum einen eine Hamburger Familie, die am Chiemsee eine luxuriöse, aber schlecht laufende Hotelanlage gebaut hat und zum anderen eine italienische Familie, die im Kaffeegeschäft gutes Geld verdient. Durch den Kokainhandel und durch eine Liebschaft sind die beiden Familien verflochten. Mit einem Mord eines italienischen Händlers im Landkreis Traunstein beginnt der spannende Krimi und ruft zugleich das italienisch-bayrische Ermittlerduo auf den Plan. Wie die Autorin hinzufügte, interessiert sie auch immer die Rolle der Frauen bei kriminellen Verflechtungen und diese werden ebenfalls beschrieben.

Danach gefragt, wie ihre Krimis entstehen, erklärte Marta Donato, dass sie das Thema im Kopf habe und dann systematisch ein Grundkonzept entwickelt. Dieses sei für das Schreiben des Romans wichtig. Auch informierte sie, dass sie bereits an einem neuen Roman arbeite, der sich mit der Agrarmafia beschäftige. Alle ihre Protagonisten und auch die Handlungen sind frei erfunden.

tb