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Hitze & Kreislaufprobleme: Tipps, um Kopfschmerzen, Schwindel und Schwitzen zu vermeiden

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Tipps für gute Kühlung bei großer Hitze im Sommer
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Ins Wasser springen ist für die meisten die beste Abkühlung an hitzereichen Sommertagen. (Foto: Patrick Pleul/zb/dpa)

Große Hitze sorgt bei vielen Menschen für Kreislaufprobleme, Kopfschmerzen und Schwindelgefühle. Aber auch enormes Schwitzen ist häufig einfach nur unangenehm. Kühlen, Essen, Kaltgetränke oder ein Eis: Nicht alles hilft, wie wir immer denken. Je mehr Kälte wir dem Körper zuführen, desto mehr schwitzen wir auch. Wir haben die besten Tipps zusammengestellt.


Freibad, Grillen und ganz viel Sonne: Mit dem Sommer beginnt für viele die schönste Zeit des Jahres. Unser Körper arbeitet allerdings auf Hochtouren, um seine Temperatur auf konstanten 37 Grad zu halten. Nicht selten führen hohe Temperaturen daher zu Kreislaufproblemen.

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Wie kommt es zu Kreislaufproblemen?

Um bei Hitze Körperwärme abzugeben, weiten sich unsere Blutgefäße. Dadurch sinkt der Blutdruck und das Blut zirkuliert schlechter. Die Folgen: Unser Körper erhält weniger Sauerstoff und der Kreislauf wird schwächer. Dies führt zu Kopfschmerzen, schweren Beinen, Übelkeit oder Schwindel.

„Kein Wunder, die Temperaturen des Sommers bringen unsere Körper in Extremsituationen“, sagt Matthias Habel, Meteorologe und Pressesprecher der Plattform „WetterOnline“, und erklärt: „Größere Hitzewellen, die vielen Menschen zu schaffen machen, haben wir in Deutschland immer wieder. Erst im letzten Jahr hatten wir mehr als 20 Tage mit einer Höchsttemperatur von mehr als 30 Grad.“

Um Kreislaufproblemen bei Hitze vorzubeugen, gibt es einfache und effektive Tipps:

Viel Flüssigkeit trinken – aber nicht zu kalt

Ausreichend zu trinken ist sehr wichtig. Besonders Mineralwasser, Saftschorlen oder alkoholfreies Bier enthalten Elektrolyte, die dabei helfen, Flüssigkeiten besser im Körper zu verteilen. Alkohol hingegen weitet die Blutgefäße und entwässert den Körper – das führt zu einer zusätzlichen Belastung des Kreislaufs.

Dabei sollten die Getränke nicht zu kalt sein, um den Körper zu schonen. Auch wenn es auf den ersten Blick unlogisch erscheint, sorgen kühle Getränke noch mehr dafür, dass wir schwitzen. Der Körper braucht für die Erwärmung auf Körpertemperatur weitere Energie, die ihm dann für andere Zwecke fehlt – wie zum Kühlen nach außen hin. Die Folge: Wir schwitzen noch mehr.

Tipps für gute Kühlung bei großer Hitze im Sommer
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Ein schattiges Plätzchen und ein Getränk helfen bei Hitze, den Kreislauf in Schwung zu halten. Im Bild: Ein Wassersprenger im Berliner Tiergarten. (Foto: Kay Nietfeld/dpa)

Wechseldusche regt Blutdruck an

Kurze Wechselduschen am Morgen und am Abend eignen sich besonders gut, um einem niedrigen Blutdruck entgegenzuwirken. Dazu sollte man die Temperatur des Wassers einfach mehrmals abwechselnd kalt und warm einstellen. Schalten Sie nicht zu schnell um und wechseln sie langem zu den unterschiedlichen Temperaturen, um den Kreislauf nicht zu überfordern.

Leichte Bewegungen und Gymnastik

Auch etwas Bewegung in den kühleren Morgenstunden oder am späten Abend empfiehlt sich, um den Kreislauf anzuregen, ohne den Körper zu überhitzen. Sport oder größere Anstrengungen in der Stunden der intensivsten Sonneneinstrahlung rund um die Mittagszeit erhöhen das Risiko von Kreislaufproblemen. An sonnigen Tagen wird die Höchsttemperatur erst am späten Nachmittag erreicht, körperliche Anstrengung sollte dann unbedingt vermieden werden.

An die frische Luft

Die Klimaanlage sollte im Sommer nur mit Vorsicht genutzt werden. Denn plötzliche Temperaturunterschiede stellen für den Menschen eine hohe Belastung dar. Ein offenes Fenster hingegen sorgt für ausreichend Luft und hilft dem Körper, den Kreislauf in Gang zu halten. Ventilatoren bieten sich ebenfalls für eine gute Luftzirkulation an. Doch aufgepasst: Wer in ständiger Zugluft sitzt, riskiert eine Erkältung.

Leichtes Essen

Grillfans, für die ein Steak an einem heißen Sommertag einfach dazugehört, sollten wissen: Das tierische Eiweiß regt die körpereigene Wärmeproduktion an. Leichtes Essen wie Salat, Obst oder rohes Gemüse hingegen bieten eine zusätzliche Flüssigkeitszufuhr und versorgen den Körper mit wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen.

Richtig Essen und Trinken bei extremer Hitze

Auch wenn die Sonne brennt, sind regelmäßige Mahlzeiten wichtig. Dann kommt es aber umso mehr auf die passenden Speisen an. Dr. Anja Luci, Ernährungsexpertin bei der KKH Kaufmännische Krankenkasse, rät von schwerer Kost ab, vor allem in der Mittagshitze: „Der Körper ist durch die hohen Temperaturen bereits stark beansprucht. Ein fetter Braten etwa belastet dann nur noch zusätzlich, weil er aufwendig verdaut werden muss.“

Gut geeignet sind dagegen Gemüse und Obst. Diverse Sorten liefern außer Vitaminen und Mineralstoffen auch Wasser. „Viele Menschen machen das schon automatisch richtig. In einer Forsa-Umfrage haben wir herausgefunden, dass sich jeder Vierte im Sommer gesünder ernährt als im Winter“, so Luci.

Vor allem Melonen, Tomaten und Gurken können den Flüssigkeitshaushalt aufbessern. Auch Beerenfrüchte sind eine tolle Alternative. Sie enthalten außer Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen auch sekundäre Pflanzenstoffe. Diese stärken Herz und Kreislauf, die Gefäße und das Immunsystem und wirken entzündungshemmend sowie Blutdruck regulierend.

Luci rät während der Hitzeperiode generell von schweren Mahlzeiten ab: „Wer sich mittags zwar zurückhält, aber dafür abends reichlich und fettreich isst, schläft schlechter. Leichte Speisen wie Fisch oder Reis mit Gemüse bereiten dagegen in der Regel keine Probleme. Auch beim abendlichen Grillen im Sommer muss es keine Kalorienbombe sein. „Ein kleines fettarmes Steak mit Salat oder gegrilltes Gemüse ist oft die bessere Alternative“, sagt Luci. Die Expertin rät außerdem dazu, während der heißen Jahreszeit lieber mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt zu genießen als eine große Mahlzeit.

Getränke möglichst ohne Zucker – kein Bier

Noch wichtiger bei hohen Temperaturen ist allerdings das Trinken – vor allem rechtzeitig, noch bevor das Durstgefühl einsetzt. „Denn dann liegt bereits ein Mangel vor“, erläutert Luci. Laut Forsa-Umfrage nimmt auch ein Drittel der rund 1000 Teilnehmer im Sommer erheblich mehr Flüssigkeit zu sich als im Winter.

Optimale Durstlöscher sind Leitungs- und Mineralwasser. Wem das geschmacklich zu fade ist, kann zu ungesüßten Kräuter- und Früchtetees oder stark verdünnten Fruchtschorlen greifen. Diese liefern Vitamine und enthalten Mineralstoffe, die beim Schwitzen verloren gehen, dafür keinen oder nur wenig Zucker. Wer extrem viel schwitzt und etwa beim Sport besonders viele Mineralien wie Natrium, Kalzium und Magnesium verliert, kann den Speicher mit Gemüsebrühe oder -säften wieder auffüllen.

Die KKH-Expertin rät dazu, Wasser & Co. nicht kalt, sondern lauwarm zu trinken. Andernfalls kostet es den Körper unnötig Energie, die Getränke auf Körpertemperatur zu bringen. Die Folge: Wir schwitzen noch mehr. Auch Koffein regt den Kreislauf an und fördert das Schwitzen. Deshalb sollten es gerade an heißen Tagen nicht mehr als drei bis vier Tassen Kaffee oder schwarzer Tee sein.

Darüber hinaus eigenen sich kalorienreiche Getränke wie Limonade und vor allem Alkohol nicht als Durstlöscher. Zu viel genossen, können sie unter anderem zu Übergewicht führen. Außerdem steigt Alkohol bei Hitze schneller zu Kopf.

red/WetterOnline/KKH Rosenheim