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In drei Jahren soll der erste Schuss fallen

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Die Visualisierung zeigt, wie die Standort-Schießanlage Böcklweiher in drei Jahren aussehen soll. (Grafik: Bundeswehr
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Der Kommandeur des Gebirgsjägerbataillons 232, Oberstleutnant Martin Sonnenberger, informierte über die Anlage am Böcklweiher. (Foto: Christian Wechslinger)

Bischofswiesen – Die Bauarbeiten an der Standortschießanlage Böcklweiher liegen trotz schwieriger Zeiten im Zeitplan. Das teilte das Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr mit. Der Kommandeur des Gebirgsjägerbataillons 232, Oberstleutnant Martin Sonnenberger, gab dem »Berchtesgadener Anzeiger« erste Einblicke in das Bauprojekt.


Oberst Stefan Leonhard hatte Nachbarn und Interessenten bereits vor knapp zwei Jahren in der Mittelschule Bischofswiesen darüber informiert, dass ein Bundeswehr-Standort nur mit einer Schießanlage betrieben werden könne. Im Rahmen der Baumaßnahmen »Lärmschutz Standortschießanlage« schafft man seit vergangenem Jahr die baulichen Voraussetzungen, damit die Geräuschemissionen der Schießanlage reduziert werden. Hierfür investiert der Staat in den kommenden Jahren 25 Millionen Euro in eine moderne und zukunftsweisende Schießanlage, die der Einsatzausbildung und -vorbereitung der Soldaten dienen soll. Mit Baubeginn im Sommer 2019 wurden zunächst die notwendigen Artenschutzmaßnahmen und der Abbruch der seit 1938 bestehenden Schießanlage zur Baufeldfreimachung durchgeführt. Nicht belastetes Material der abgebrochenen Anlage wurde für die Errichtung von Bau– und Erschließungsstraßen verwendet. Derzeit sind Kanalbauarbeiten und die Errichtung einer neuen Stromanlage im Gange. Die Kosten für den Kanalbau tragen die Gemeinde Bischofswiesen, das Staatliche Bauamt und der Bund. Diese Arbeiten sollen bis Ende September abgeschlossen werden.

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Noch vor Jahresende sind Gründungsarbeiten für den Neubau der Schießstände sowie für die Raumschießanlage geplant – soweit es die Witterung zulässt. Um die Standsicherheit der Neuanlage zu gewährleisten, sind Spezialtiefbauarbeiten durch das Einbringen einer Pfahlgründung erforderlich. Diese Arbeiten sollen im Jahr 2021 abgeschlossen werden.

Danach können die Stahlbetonrohbauarbeiten für die Schießstände und die Raumschießanlage in Angriff genommen werden. Wie Oberst Leonhard bestätigte, dringt aus der neuen Schießhalle so gut wie kaum Lärm. Auch die Lärmbelästigung durch die Truppe hält sich in Grenzen, weil mit eigenen Bussen angefahren oder die Schießanlage zu Fuß erreicht wird. Des Weiteren war vom Bundesamt zu erfahren, dass trotz EU-Ausschreibung regional ansässige Firmen den Zuschlag bekamen. Haushaltsmittel fließen also in die regionale Bauwirtschaft. Nach aktuellem Stand soll im Jahr 2023 der erste Schuss auf der neuen Standort-Schießanlage am Böcklweiher fallen. Derzeit absolviert das Bataillon seine Schießausbildung an der Bad Reichenhaller Standortschießanlage des Gebirgsjägerbataillons 231 im Nesselgraben, die ebenfalls neu gebaut wird. Als Alternative wird auf der Weitwiese zwischen der Kaserne und Karlstein eine komplett eingehauste Hallenschießanlage gebaut. Nach Fertigstellung haben beide Standorte die modernsten Schießanlagen der gesamten Bundeswehr. Beide Anlagen sind Pilotprojekte für ganz Deutschland, weitere Standorte werden sodann folgen, klärte der Bataillonskommandeur weiter auf. Christian Wechslinger