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»Jede Sanierung ist hart« – Schlagabtausch der Landratskandidaten über Kreiskliniken

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Den Fragen des Moderatorenduos (Mitte) Karlheinz Kas und Martin Miller stellten sich (im Video von links): Josef Konhäsuer, Siegfried Walch, Gisela Sengl, Christian Schunck und Dr. Ute Künkele.
Den Fragen des Moderatorenduos (Mitte) Karlheinz Kas und Martin Miller stellten sich (im Video von links): Josef Konhäsuer, Siegfried Walch, Gisela Sengl, Christian Schunck und Dr. Ute Künkele.

Traunstein – In vielen Punkten wie Tourismus, Wirtschaft oder Bildung herrschte bei den fünf Landratskandidaten – Andreas Danzer (FW) konnte krankheitsbedingt nicht teilnehmen – bei der Podiumsdiskussion im Annette-Kolb-Gymnasium Einigkeit.


Angeregt diskutiert wurde unter der Moderation von Martin Miller und Karlheinz Kas bei den Themen Kliniken Südostbayern, Nahverkehr, Klimaschutz oder Wohnungsnot.

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Ist die »schwarze Null« bei den Kreiskliniken alles, fragte Martin Miller, Redaktionsleiter des Traunsteiner Tagblatts, in die Runde?

Zumindest ist es für Landratskandidatin Gisela Sengl (Grüne) »fraglich, ob der Blick nur auf die Wirtschaftlichkeit immer sinnvoll ist«. Für die Herausforderin von Landrat Siegfried Walch (CSU) sollten statt rein wirtschaftlicher Aspekte verstärkt die Klinikmitarbeiter und deren Arbeitsbedingungen in den Fokus rücken. Obgleich betonte sie, dass der Landkreis froh sein könne, »dass wir noch Kreiskliniken haben«. Zudem wünscht sich Sengl, dass bei der Verpflegung in den sechs Klinikstandorten noch mehr auf regionale Produkte, am besten aus biologischer Landwirtschaft, geachtet wird.

Das konterte Amtsinhaber Siegfried Walch: Es gebe bereits einen Beschluss, dass die Verpflegung Stück für Stück auf regionale Produkte umgestellt werden solle. Allerdings müssten die Produkte auch in den entsprechenden Mengen in der Region produziert werden, gab er zu bedenken. Im Hinblick auf die noch vor wenigen Jahren hoch verschuldeten Kreiskliniken betonte Walch: »Jede Sanierung ist hart, erst mal müssen wir sparen, auch am Einkauf, bevor wir das Geld wieder ausgeben können.«

Landratstellvertreter Josef Konhäuser (SPD) gab zu bedenken, dass viele Vorgaben für die Kliniken in München oder Berlin entschieden werden, man in der Region aber die Konsequenzen abfedern müsse. Als Landrat wolle er sich dafür einsetzen, dass »alle sechs Standorte auch künftig erhalten bleiben«. Dem schlossen sich auch Christina Schunck (FDP) und Dr. Ute Künkele (ÖDP) an. »Als Flächenlandkreis brauchen wir eine wohnortnahe Versorgung«, so Schunck. Daher sei die kommunale Trägerschaft zu erhalten. Künkele lobte die Weiterentwicklung in einzelnen Klinikbereichen wie die geplante Kurzzeitpflegeeinrichtung in Trostberg.

Mitschnitt der Diskussion im Video:

vew