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Kaum geistreiche Einfälle

Berchtesgaden - Die sogenannte Dugnacht vom 30. April auf den 1. Mai, auch Freinacht oder Philippinacht genannt, verlief in den Talkesselgemeinden recht friedlich.

Nur ein Tor klaut ein Tor. Fotos: Anzeiger/Wechslinger

Üblicherweise wird in dieser Nacht gewissen Menschen ein Dug, auch Streich genannt, angetan. Doch dieses Mal fiel den »Dug-Experten« nichts Besonderes ein. Nur in der Gemeinde Schönau am Königssee wurden kilometerlang WC-Rollen und Trassierbänder angebracht.

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Der Berchtesgadener Bürgermeister Franz Rasp schickte seine Arbeiter vom Bauhof bereits in aller Herrgottsfrüh durch die Marktgemeinde, um Straßen und Plätze zu »entdugen«. »Wenn man die Dinge schon frühmorgens regelt, verlieren die Leute die Lust daran, anderen einen Dug anzutun«, erklärte Rasp dem »Anzeiger«. Wie erwartet waren am Haus der Berge ein Schandplakat und bei der neuen Breitwiesenbrücke ein Schild mit der Aufschrift »Rialto-Brücke« angebracht worden. Am Salzbergwerk war »Heilstollen - Geilstollen« zu lesen. Ein Gag, den wohl nur Eingeweihte verstehen.

In Bischofswiesen blieb es im Gegensatz zu früheren Jahren besonders ruhig.

Ein netter Dug ist den Leuten am Stangerberg eingefallen, wo anstatt des Ortsschildes »Schönau am Königssee« wieder das ehemalige Schild »Gemeinde Königssee« prangte. Da muss jemand seinen Dachboden entrümpelt haben, denn dieses Schild gibt es seit der Gebietsreform von 1978 nicht mehr. cw