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Kleine Wahlen, große Bedeutung

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Nur noch wenige Tage, dann wird in Bayern gewählt. Foto: dpa

Zugegeben: Die Wähler haben es bei der Kommunalwahl in Bayern nicht leicht. Vier Zettel, viele Stimmen – das ist im ersten Moment ganz schön viel. Das Traunsteiner Tagblatt bringt Licht ins Dunkel.


Warum sollten mich Kommunalwahlen interessieren?

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Wer seine Stimme abgibt, kann die Zukunft seines Heimatorts mitbestimmen, denn die Gemeinden – die kleinsten Gebietseinheiten im Staat – gestalten das unmittelbare Lebensumfeld der Bürger. Sie versorgen die Bürger etwa mit Strom oder Trinkwasser, schaffen Schwimmbäder oder Sporthallen. Die Landkreise als nächstgrößere Gebietseinheit kümmern sich um Aufgaben, die Gemeinden alleine nicht schultern könnten. Sie bauen zum Beispiel Kreisstraßen, Schulen oder Krankenhäuser.

Wie oft finden Kommunalwahlen statt?

Alle sechs Jahre. In den Gemeinden und Städten werden Bürgermeister und Gemeinde-/Stadtratsmitglieder, in den Landkreisen Landräte und Kreisräte gewählt.

Wer darf wählen?

EU-Bürger, die das 18. Lebensjahr vollendet haben und seit mindestens zwei Monaten im Wahlkreis wohnen.

Wie kann ich mein Heimrecht nutzen, wenn ich am 15. März nicht zu Hause bin?

Man kann auch per Brief wählen. Dafür muss man nach Erhalt der Wahlbenachrichtigung die Briefwahl bei seiner Gemeinde beantragen.

Wie wähle ich? Und was bedeuten Listenwahl, kumulieren und panaschieren?

Die Wahlberechtigten in den mehr als 2000 Gemeinden dürfen für die verschiedenen Wahlen mehrere verschiedene Wahlzettel ausfüllen: Gemeinderat/Stadtrat, Kreistag, Bürgermeister und Landrat. Bei den OB-, Bürgermeister- und Landratswahlen hat jeder eine Stimme. Bei den anderen Wahlen gilt: Man hat so viele Stimmen, wie Mandate in den jeweiligen Kommunalparlamenten zu vergeben sind. Das reicht von acht Stimmen in sehr kleinen Gemeinden bis zu 30 Stimmen in Traunstein.

Der einfachste Weg ist, eine einzige Liste anzukreuzen, ohne bestimmte Kandidaten auszuwählen. Dann fallen alle Stimmen automatisch an die angekreuzte Partei oder Wählergruppe – beziehungsweise der Reihe nach an die dort kandidierenden Personen.

Man kann aber auch einzelnen oder mehreren Kandidaten jeweils bis zu drei Stimmen geben (»häufeln« oder »kumulieren«). Außerdem können die Wähler ihre Stimmen beliebig an Bewerber verschiedener Listen verteilen (»panaschieren«). Wenn man seine Stimmen einzeln oder gehäufelt an Kandidaten auf verschiedenen Listen verteilt und zusätzlich eine Liste ankreuzt, gilt bei der Auszählung: Zunächst werden die einzeln vergebenen Stimmen gezählt, dann wird die verbleibende Stimmenzahl auf die anderen Kandidaten der angekreuzten Liste verteilt. Aber Vorsicht ist geboten: Wer den Überblick verliert und zu viele einzelne Stimmen abgibt, macht den Stimmzettel ungültig!

Wann stehen die Ergebnisse fest?

Als Erstes werden die Bürgermeister- und Oberbürgermeisterwahlen ausgezählt, dann die Landratswahlen, dann die Wahlen zum Stadtrat/Gemeinderat, dann die Kreistagswahlen. Die Ergebnisse der OB- und Bürgermeister- sowie der Landratswahlen sollen allesamt im Verlauf des Wahlabends feststehen. Die Kommunen veröffentlichen die jeweiligen Ergebnisse selbst. Erhalten Kandidaten im ersten Durchgang nicht die absolute Mehrheit, gibt es zwei Wochen später, am 29. März, eine Stichwahl, bei der die beiden Erstplatzierten gegeneinander antreten.

Bis die Ergebnisse für die Stadt- und Gemeinderäte ausgezählt sind, kann es Montag werden, für die Kreistage kann es noch länger dauern.