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Lawinenverbauung am Bodenberg wird neu geplant – Verzögerung bei letztem Bauabschnitt

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Schneizlreuth: Lawinenverbauung am Bodenberg wird neu geplant – Verzögerung bei letztem Bauabschnitt
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Letzte Arbeiten am BA 5, am Fuße des Bodenbergs. (Foto: Werner Bauregger)

Schneizlreuth – In der letzten Gemeinderatssitzung in Schneizlreuth wurde über Fragen der Stützbauwerksertüchtigung an der B21 am Bodenberg diskutiert. Zum einen ging es um die geschaffene Ableitung der Straßenwässer in die Saalach und um die Frage, ob beim Bau des geplanten Wasserkraftwerks eine Verschlechterung der ökologischen Situation der Saalach eintreten könnte.


Ein weiterer Punkt betraf den letzten noch fehlenden Bauabschnitt Richtung Ristfeucht. Unklar war auch, ob sich durch diesen Teil des Ausbaus die Breitbandversorgung weiter verschieben könnte. Auf Nachfrage hat nun der Leiter des Staatlichen Bauamts Traunstein, Christian Rehm, Stellung zu den offenen Fragen bezogen.

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Wie Rehm mitteilte, wurde im ursprünglichen Zustand das Straßen- und Hangwasser der B21 am Bodenberg ungereinigt über einen Graben in die Saalach eingeleitet. Im Rahmen der derzeit laufenden Ausbauvorhaben werden im Hinblick auf die Behandlung von Oberflächenwasser zwei Ziele verfolgt:

Zum einen fließt das nicht verunreinigte, aus dem bergseitigen Hangbereichen abfließende Wasser über verbaute Natursteinrinnen und ohne Vermischung mit dem Straßenwasser nach wie vor in den bereits erwähnten Graben in die Saalach und wird so in den Wasserkreislauf zurückgeführt. In einer zweiten Maßnahme wird das Straßenwasser gefasst und nach dem Stand der Technik sowie den Vorgaben der zuständigen Fachbehörden (WWA Traunstein und LRA Berchtesgadener Land) in nun eingebauten Absetzanlagen gereinigt, bevor es am Fuß des Bodenbergs, über eine angrenzende Wiese in den Vorfluter – in diesem Fall die Saalach – eingeleitet wird.

Die Entwässerungssituation wird laut Straßenbauamtsleiter Rehm dadurch maßgeblich verbessert. Die Dimensionierung der Entwässerungsanlagen wie der Absetzanlagen erfolgt nach den Handlungsempfehlungen zum Umgang mit Regenwasser der Merkblätter der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall, welche für das Staatliche Bauamt bindend sind. »Im Rahmen unserer Entwässerungsplanung für die B21 wurden keine erforderlichen Restwassermengen für die Saalach festgelegt.« Die Bemessung erfolgte an Hand des Gewässertyps (kleiner Fluss) nach dem vorgenannten Merkblatt. Für die Gewährleistung einer ausreichenden Wassergüte hat bei einer Ableitung von Wasser aus der Saalach, der Vorhabensträger für das Wasserkraftwerk Sorge zu tragen und dies im Genehmigungsverfahren nachzuweisen.

Ein Abschnitt fehlt noch

Für den verbleibenden südlichsten und letzten, etwa 300 Meter langen Bauabschnitt (BA 1) ist noch ein eigenes Genehmigungsverfahren durchzuführen, in welchem auch das Entwässerungskonzept mit den zuständigen Fachbehörden (WWA Traunstein und LRA Berchtesgadener Land) abzustimmen ist. Diese sehr aufwendigen Planungen sind bereits angelaufen. Es ist vorgesehen, den Abschnitt in den Jahren 2021 – 2022 zu realisieren.

Zusätzlich ist bereits im Jahr 2020 eine weitere Sofortsicherung der bestehenden Stützbauwerke in diesem BA 1 geplant. In Bezug auf die Straßenentwässerung gelten auch hier die gleichen Anforderungen an die Entwässerung wie in den ersten 4 Bauabschnitten (BA 2–5). Die geplante Lawinenverbauung steht laut Rehm nicht in unmittelbaren Zusammenhang mit dem Ausbau am Bodenberg. Aufgrund der jüngsten Lawinenereignisse wird unter Einbeziehung der erfassten Daten des Winters 2018/19 in Abstimmung mit der Lawinenwarnzentrale im Bereich des gesamten Bodenbergs derzeit ein Lawinenschutzkonzept entwickelt.

Für die sich daraus ergebenden Lawinenschutzmaßnahmen wird gegebenenfalls ein eigenes Genehmigungsverfahren erforder-lich, in dem auch die herausfordernde Naturschutzproblematik aufarbeitet werden muss. Was den Ausbau des Bodenbergs betrifft, so sind für 2020 umfangreiche Steinschlagschutzmaßnahmen geplant, die den Abschluss der reinen Straßenbaumaßnahmen am Bodenbergaufstieg (BA 2–5) darstellen werden.

Breitbandversorgung könnte sich verschieben

Wie der Leiter der staatlichen Bauamts weiter mitteilte, sind dem Amt die Planungen zum Ausbau der Telekommunikationsversorgung der Ortsteile Ristfeucht und Melleck grundsätzlich bekannt. Im Bereich des bereits weitgehend fertiggestellten Bodenbergaufstiegs wurden durch das Staatliche Bauamt vorsorglich Leerrohre in die Kappen der Stützwände eingebaut, die später eine problemlose Verlegung der Versorgungsleitungen gewährleisten sollen.

Für den südlichsten Abschnitt (BA 1) wird die Möglichkeit einer Mitverlegung der Telekommunikationsleitung in der Planung mitbetrachtet. Insofern ist eine weitere Verzögerung beim Ausbau der Telekommunikationsversorgung (Telefon/Internet) für die genannten Ortsteile nicht ausgeschlossen, da dieser Bauabschnitt, wie bereits erwähnt, erst 2021/2022 realisiert werden soll. Ob es tatsächlich zu einer weiteren Verzögerung beim Breitbandausbau kommt, ist laut Rehm letztendlich abhängig von der konstruktiven Lösung, die für den BA 1 derzeit entwickelt wird.

Werner Bauregger

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