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»Musikunterricht ist auch Herzensbildung«

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Die Jazzimprovisationen der Lehrerband mit (von links) Michael Alf, Hein Kraller, Uwe Heimann, Andreas Wimmer, Christian LeSuire und Dirk Bennert bildeten den fulminanten Abschluss des Konzerts im Kulturzentrum. (Foto: Plützer)

Mit Jubelrufen und einem tollen Applaus entließ das Publikum die Lehrerband der städtischen Musikschule Traunstein. Mit ihren Jazzimprovisationen bildeten sie zu sechst mit Bläsern, Gitarre, Klavier und Schlagzeug den fulminanten Abschluss eines Konzertes von beeindruckender Bandbreite.


Einmal im Jahr laden die Lehrerinnen und Lehrer der Musikschule Traunstein zu einem eigenen, öffentlichen Konzert in das Kulturzentrum Traunstein und zeigen, dass sie neben ihrer pädagogischen Tätigkeit vor allem auch mit Leib und Seele Künstler sind. »Diese Musik kommt von Herzen – und unsere pädagogische Arbeit an der Musikschule ist Herzensbildung«, unterstrich Georg Holzner, der Leiter der Traunsteiner Musikschule, die Bedeutung dieser städtischen Institution.

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Der Saal war gut gefüllt. Trotzdem war es erstaunlich, dass nicht viele Eltern mit ihren Musikschulkindern die Gelegenheit nutzten, ihrem Nachwuchs zu zeigen, was ihre Lehrerinnen und Lehrer so alles drauf haben als professionelle Musiker! Nicht alle von ihnen erlebt man so regelmäßig in Solokonzerten wie zum Beispiel Michael Alf, der mit seiner selbst komponierten Jazz-Version des Hummelfluges den Saal zum Kochen brachte.

Oder das Duo Maria Bittel am Klavier und Friederike Duetsch, Gesang, die erst vor wenigen Wochen wieder mit einem eigenen Programm im Rahmen der Traunsteiner Sonntagskonzerte begeistert haben. An diesem Abend trugen sie ein bewegend-dramatisches Chanson von Darius Milhaud vor. Für den klassischen Teil sorgten Carmen Melendez am Klavier mit Sonaten von Scarlatti und die Klarinettistin Gabriele Oder, Simon Nagl mit seinem Cello und Maria Bittel, einmal mehr als wunderbar einfühlsame Klavierbegleiterin, mit einem Trio von Ludwig van Beethoven sowie Balint Garaczi, Posaune, auch er begleitet von Maria Bittel, mit einer Romanze von Carl Maria von Weber. Tatsächlich wurde sie bereits im Original komponiert für dieses Instrument, das man doch selten als Soloinstrument wahrnehmen kann. Für einen außergewöhnlichen Hörgenuss sorgte auch Irmgard Steib, wiederum mit Maria Bittel, mit moderner Klassik von Agnes Dorwarth und Ronald Autenrieth, komponiert für Tenorblockflöte und Klavier.

Maria Bittel zeichnet alljährlich als die Organisatorin dieses Konzertabends verantwortlich, der auch diesmal wieder eine Benefizveranstaltung für den Förderverein der Musikschule war. Mit seinen Geldern kann die Musikschule besonders talentierten Nachwuchs gezielt unterstützen. Nach wie vor führt Altoberbürgermeister Fritz Stahl hier den Vorsitz und freute sich einmal mehr über das Engagement der Lehrkräfte und einen genussvollen Abend. Auch Oberbürgermeister Christian Kegel gehört zu den regelmäßigen Besuchern dieser schon traditionellen Veranstaltung.

Für eine amüsante Abwechslung im Programm sorgte Dirk Bennert als Bauchredner mit seiner Puppenshow, musikalisch untermalt von seinen Kollegen Andreas Wimmer und Alfred Schillmayer mit der Gitarre, verstärkt von Christian von LeSuire, Stammgast in der Lehrer-Combo. In seinem Soloauftritt präsentierte Alfred Schillmayer seine Schätze der spanischen Gitarre.

Und zum Abschluss gab´s dann Jazz pur. Hein Kraller (Saxophon), Uwe Heimann (Posaune und Congas), Michael Alf am Flügel, Andreas Wimmer und Christian LeSuire an den Gitarren und Dirk Bennert (Schlagzeug) heizten ihrem Publikum so richtig ein. Für die Musiker der Musikschule bietet ihr Kollegium natürlich fantastische Synergieeffekte beim Zusammenspiel. Und für das Traunsteiner Kulturleben bedeuten sie eine großartige Bereicherung. Petra Plützer