weather-image
19°

Neues Atelier im Vereinshaus Traunstein – Bilderwelten voller Exotik und Lebensfreude

1.0
1.0
Bildtext einblenden
Auszeichnung für kleine und große Nachwuchskünstler: Jörg Weidenfeld mit Kindern Etienne und Vivienne sowie Kundri Böhmer-Bauer (Mitte) und der Malerin Martina Alexandra Bauer-Al Yassin.

Traunstein – Die lustigen Gemälde von Pippi Langstrumpf und Don Camillo haben sie bekannt gemacht. Doch ihre eigentliche Stärke sind die exotischen Bilderwelten voller Farbenkraft. Sie lassen die Lebensfreude und Kreativität von Martina Alexandra Wagner-Al Yassin erkennen; genauso wie die Offenheit der reisefreudigen Traunsteiner Künstlerin gegenüber Menschen, Kulturen und Kunsthandwerk fremder Länder.


Gleich einem Sprudelbad, das einen mit neuer Energie auflädt, laden die zum Teil großformatigen Gemälde von Wagner zu Entdeckungsreisen ein. Pyramiden der Ägypter und Mayas, Bambus aus Asien, die Muster indischer Stoffstempel und Elefanten oder Impressionen vom Great Barrier Reef finden sich auf der Leinwand wieder. Virtuos verschmelzen sie dort mit floral-verschlungenen Naturformen und einem oftmals verschwenderisch-hypnotischen Farbenrausch.

Anzeige

Das breite Themenspektrum ihrer Werke zeigt noch bis Juni eine Ausstellung mit rund 50 Arbeiten im Hotel Gut Edermann in Teisendorf. In Aktion und damit in ihrem ureigensten Element erleben kann man die quirlige Künstlerin in ihrem neuen Unterrichts- und Atelierraum. Der liegt prominent auf der Empore des Vereinshauses Traunstein in der Trauner Straße. So heißt das davor als Kulturhaus bekannte Gebäude nach dem Neustart als Kultur- und Begegnungsstätte unter dem neuen Besitzer Martin Rey und dem neufirmierten Förderverein „Vereinshaus Traunstein“.

Das Vereinshaus soll ein kultureller Freiraum für Vereine jeglicher Art werden sowie als Kinder- und Jugendtheater, offene Bühne, Probenraum und für Musikveranstaltungen, Tanz, Theater, Lesungen, Faschings- und andere Feste dienen. „Das Atelier von Martina Alexandra Wagner-Al Yassin bietet hier eine hervorragende Ergänzung als künstlerisch-kreativer Freiraum für Erwachsene, aber auch Jugendliche und vor allem Kinder“, hob Konrad Baur, 1. Vorsitzender des Fördervereins, bei der festlichen Ateliereröffnung hervor. Die Ethnologin Kundri Böhmer-Bauer betonte in ihrem Grußwort „die Grenzen überwindende Kraft“ der in Mischtechnik entstandenen Bilder. In ihnen drücke sich sowohl die Lebensfreude wie auch das sichere Gefühl für Farbe und Komposition der Künstlerin aus.

Wie zur passenden Ergänzung erzählte der achtjährige Etienne Weidenfeld aus Ruhpolding bei der Präsentation junger Nachwuchskünstler auf die Frage nach seinem Gefühl in den Kindermalkursen, dass er „danach immer so glücklich“ sei. „Ich bin froh, dass ich so nah zu meinem früheren Atelier ,Studio Kreativ‘ so großzügige neue Räume gefunden habe“, gestand Martina Alexandra Wagner-Al Yassin. Im Vereinshaus stehen ihr für Atelier und Unterrichtsraum gut 60 Quadratmeter zur Verfügung. Davor waren es nur halb soviel.

Dort gibt es auch eine kleine Ausstellung mit hochwertigem Kunsthandwerk aus Syrien. Alexandra möchte zusammen mit ihrem Mann Yassin Al Yassin damit zeigen, welche besonderen kunsthandwerklichen Traditionen es in Syrien gibt, das sonst nur im Zusammenhang mit Krieg in den Schlagzeilen steht.

Wagner hat sich überdies nicht nur als Künstlerin einen Namen gemacht. 2005 gründete sie eine eigene Malschule in Ruhpolding. Seitdem unterrichtet sie nicht nur Malschüler in ihrem Atelier, sondern ist auch als Dozentin für Bildende Kunst und kreatives Gestalten für zahlreiche Schulen, Institutionen und Firmen tätig. Dazu zählen unter anderem integrative und interkulturelle Projekte für Flüchtlinge und an Demenz erkrankte oder psychisch kranke Menschen. Seit 2016 hat sie sich überdies im Bereich Traumapädagogik weitergebildet. Ihre Werke waren unter anderem bei Ausstellungen in Salzburg, München, Augsburg, Düsseldorf, Lübeck und Bremen zu sehen.

„Es ist immer wieder faszinierend zu sehen, wie Kunst auch oder vielleicht gerade Menschen mit schwierigen Lebensperspektiven berührt, sie innerlich frei macht und ihnen neue Perspektiven eröffnen kann“, sagt Martina Alexandra Wagner. Axel Effner