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SG Schönau geht bei Vereinspauschale leer aus

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Im Vereinsheim und Stüberl der SG Schönau gibt es in diesen Tagen viel Gesprächsstoff. Dass es heuer nach knapp verpasster Antragsfrist keine Vereinspauschale geben soll, will man nicht akzeptieren. (Foto: Christian Wechslinger)

Schönau am Königssee – Bei Thomas Janzen sitzt der Frust tief. Die SG Schönau wird heuer bei der Vereinspauschale, die diesmal wegen der Corona-Pandemie verdoppelt wird, leer ausgehen. Für den Sportverein, den Janzen als 1. Vorstand leitet, bedeutet das einen Verlust von bis zu 4 000 Euro. Die SG hatte die Abgabefrist um zwei Tage versäumt, Regierung und Landratsamt zeigen sich unnachgiebig.


In mehreren E-Mails an das »Fachgebiet 25 Kommunales, Kultur, EuRegio, Wahlen« im Landratsamt hatte Thomas Janzen den Grund für die leicht verspätete Abgabe erklärt. Demnach war er am Freitag, 28. Februar, von seinem Jugendleiter darüber informiert worden, dass es in der C-Jugend einen Corona-Fall gab. Janzen ordnete noch am selben Tag und am folgenden Wochenende in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Schönau am Königssee an, den Sport- und Trainingsbetrieb sofort einzustellen. »Hier war ein umfangreicher organisatorischer Aufwand notwendig«, so der Vorstand.

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Man habe dann am 2. März eine Vorstandssitzung einberufen, um alles zu organisieren, damit sich der Corona-Virus im Verein, in der Gemeinde Schönau am Königssee und im Landkreises Berchtesgadener Land nicht weiter verbreitet. Janzen: »Leider haben wir bei der ganzen Aufregung den entsprechenden Sportförderantrag verfristet eingereicht. Wir reden hier je nach Zählweise von ein bis zwei Tagen.«

Für Landratsamt und Regierung kein Grund, die Förderung nachträglich noch zu gewähren. Das Fachgebiet 25 teilte mit: »Nach wie vor sehen wir keine Möglichkeit, den verfristet eingereichten Sportförderantrag der SG Schönau noch zu berücksichtigen – dies gilt somit auch für die Verdoppelung der Fördersumme.« Darüber seien auch Landrat Bernhard Kern und Bürgermeister Hannes Rasp informiert.

Das Landratsamt verwies nochmals detailliert auf die Ausschlussfrist, die das Bayerische Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration festgelegt hatte. Auf diese Ausschlussfrist habe das Landratsamt in einer sogenannten Erstinformation, auf der Homepage und per Pressemitteilung eingehend verwiesen. Thomas Janzen ist über diese Antwort »zutiefst enttäuscht«. In einer weiteren E-Mail an das Landratsamt erinnerte er die Behörde an das Versprechen von Ministerpräsident Dr. Markus Söder und der gesamten Bayerischen Staatsregierung, dass in der Corona-Krise keiner im Stich gelassen werde, auch nicht die Sportvereine. Deshalb versteht der 1. Vorstand auch nicht, warum sein Verein nicht einmal die als Corona-Hilfe gedachte Summe von 2 000 Euro bekommen soll. »Dieser Umstand ist eine große Ungerechtigkeit, die für mich in keiner Weise akzeptabel ist.« Janzen verweist auf die finanziellen und bürokratischen Schwierigkeiten, denen Sportvereine stets ausgesetzt seien. Die habe er, so der Vorstand gegenüber dem »Berchtesgadener Anzeiger« in den letzten Jahren schon mehrfach am eigenen Leib verspüren können. Nun will Thomas Janzen die Konsequenzen ziehen. Das Landratsamt ließ er in einer E-Mail wissen: »Unter den gegebenen politischen Rahmenbedingungen bin ich nicht mehr bereit, die Verantwortung als 1. Vorsitzender der SG Schönau zu tragen. Ich werde deshalb mein Amt ... im Jahr 2021 bei den turnusgemäßen Neuwahlen zur Verfügung stellen«. Seit elf Jahren steht Janzen an der Spitze des Sportvereins, deren Aushängeschild die Fußballabteilung ist. Die 1. Mannschaft spielt aktuell in der Kreisliga um den Wiederaufstieg in die Bezirksliga. Ulli Kastner