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Trotz intensiver Suche und Ermittlungen: Vermisste Wanderin aus München bleibt verschwunden

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Bad Reichenhall: Vermisste Wanderin trug sich in Gipfelbuch ein – Polizei sucht weiter mit Hochdruck
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Foto: Montage (l. Polizei, r. BRK BGL)

Bad Reichenhall – Trotz aufwendiger und langwieriger Suchmaßnahmen im alpinen Gelände sowie intensiver polizeilicher Ermittlungen bleibt die 53-jährige Renate Bundschuh aus München weiterhin vermisst. Sie hatte sich zu einem Wanderurlaub in Bad Reichenhall aufgehalten und war vergangenen Samstag von ihrem Ehemann als vermisst gemeldet worden.


Die 53-jährige Frau aus München hielt sich seit Sonntag, 19. Juli, für einen Wanderurlaub in Bad Reichenhall auf und hatte in einem Hotel in der Innenstadt Quartier bezogen. Am Samstag, 25. Juli, hätte sie von ihrem Ehemann wieder abgeholt werden sollen, der sie jedoch nicht antraf und in der Folge Vermisstenanzeige erstattete.

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Noch am Samstagnachmittag wurden erste Suchmaßnahmen rund um Bad Reichenhall mit Unterstützung eines Polizeihubschraubers und von Beamten der Alpinen Einsatzgruppe eingeleitet. Seit Sonntagfrüh intensivierten Polizei und  Bergwacht die Absuchen im Gebirge zwischen Saalachsee und Thumsee, nachdem am sogenannten Pflasterbachhorn ein Eintrag im Gipfelbuch aufgefunden wurde, der offensichtlich von Renate Bundschuh stammte. Der Eintrag stammte vom Freitag, 24. Juli, und muss nach den polizeilichen Erkenntnissen um die Mittags- oder Nachmittagszeit entstanden sein.

Umfassende polizeiliche Ermittlungen bestätigten in der Folge die Annahme, dass Renate Bundschuh im Bereich zwischen Predigtstuhl und Thumsee etwas zugestoßen sein muss, weshalb sich die Suchmaßnahmen auf dieses Gebiet konzentrierten.

In dem stellenweise schwer zugänglichen, alpinen Gelände wurden neben dem Polizeihubschrauber auch Drohnen eingesetzt. Neben Beamten der Alpinen Einsatzgruppe waren zeitgleich bis zu 30 Einsatzkräfte der Bergwacht an der Vermisstensuche beteiligt. Mehrfach seilten sich die Suchmannschaften über steile Felswände ab, um unzugängliche oder uneinsehbare Stellen zu erreichen. Auch Alpinhunde wurden in die Vermisstensuche eingebunden.

Renate Bundschuh war als begeisterte Wanderin und Schwimmerin bekannt, weshalb auch die Gewässer Saalachsee und Thumsee wiederholt ohne Erfolg abgesucht wurden.

Seit Dienstag, 28. Juli, werden die polizeilichen Ermittlungen durch die Kriminalpolizei Traunstein geführt. Die Suchmaßnahmen vor Ort koordinierten die Polizeiinspektion Bad Reichenhall und die Bergwacht Bad Reichenhall tagesaktuell anhand der gewonnenen Erkenntnisse und in enger Abstimmung.

Nachdem nach fast einwöchiger intensiver Suche unter Ausschöpfung aller bislang in Frage kommender Möglichkeiten keine weiteren Hinweise zum Verbleib von Renate Bundschuh vorliegen, werden die Suchmaßnahmen zum derzeitigen Zeitpunkt eingestellt und erst nach Vorliegen weiterer Ansatzpunkte wieder aufgenommen.

Zeugenaufruf und Personenbeschreibung:

Renate Bundschuh ist 53 Jahre alt, rund 1,73 Meter groß, hat schwarze, schulterlange Haare und ist Brillenträgerin. Sie hielt sich in der Zeit von 19. Juli bis 24. Juli in Bad Reichenhall zu einem Wanderurlaub auf. Zum Zeitpunkt des Verschwindens trug sie offensichtlich braune Wanderschuhe der Marke Meindl und graue Wanderkleidung. Sie führte mit großer Wahrscheinlichkeit einen grau-grünen Wanderrucksack unbekannter Marke mit sich.

Wer hat Renate Bundschuh am Freitag, 24. Juli, möglicherweise auf einer Wandertour im näheren Umkreis von Bad Reichenhall getroffen oder kann Hinweise zu möglichen Begegnungsorten geben?

Die Polizeiinspektion Bad Reichenhall bittet alle Personen, die Hinweise zum Verbleib von Renate Bundschuh geben können, sich unter der Telefonnummer 08651/9700 oder bei jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.

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Das Foto zeigt den Wanderrucksack der Vermissten. Ein Vergleichsfoto kann nicht beigefügt werden, da unklar ist, um welche Rucksackmarke es sich handelt. (Foto: Lino Mirgeler/dpa)

Update vom Montag, 27. Juli:

Die Polizei sucht weiterhin mit Hochdruck nach der vermissten 53-jährigen Wanderin Renate Bundschuh aus München. Von der im Gebiet des Müllnerhörndls verschwundenen Frau fehlt bislang jede Spur. Einzig ein Eintrag in einem Gipfelbuch gibt Rückschlüsse auf ihren Weg.

Die im Gebiet zwischen Saalachsee und Thumsee vermisste 53-jährige Wanderin bleibt weiterhin verschwunden; auch am Montag war ein Polizeihubschrauber mit einem Bergwachtmann und einem Polizeibergführer unterwegs, um gezielt schlecht einsehbare Bereiche aus der Luft abzusuchen.

Bergwacht und Polizei gehen fest davon aus, dass die Frau im Gebiet rund um das Müllnerhörndl sein muss, denn am vergangenen Samstagnachmittag fand ein zuvor per Heli abgesetzter Polizeibergführer einen Eintrag der Vermissten im Gipfelbuch des Pflasterbachhörndls (mittlerer Gipfel zwischen dem Rabensteinhorn im Süden und dem Müllnerhorn im Norden). Es war der einzige Eintrag am Freitag (24. Juli 2020), allerdings ohne eine Uhrzeit.

Es kann sein, dass am Freitag auch andere Wanderer den Gipfel besucht, sich aber nicht im Gipfelbuch eingetragen haben oder die Vermisste im Gebiet zwischen Thumsee und Saalachsee getroffen haben. Rekonstruiert man den Tagesablauf, so könnte es sein, dass sich die Vermisste um die Mittagszeit oder am frühen Nachmittag ins Buch eingetragen hat und nach einem kurzen Aufenthalt wieder abgestiegen ist.

Am späten Freitagnachmittag gegen 17.45 Uhr schickte ihr Ehemann über WhatsApp eine Nachricht, die auf das Handy der Vermissten zwar übertragen, aber nicht gelesen wurde. Das Handy ging danach wegen eines leeren Akkus vom Netz und ist seitdem nicht mehr erreichbar oder zu orten.

Die Polizei bittet deshalb um Hinweise: Wer hat die Vermisste am Freitag im Zeitraum von 11 Uhr bis 17.30 Uhr im Gebiet zwischen Thumsee und Saalachsee gesehen? Zeugen sollen sich unter der Telefonnummer 08651/9700 bei der Reichenhaller Polizei melden.

Bilder von den Suchmaßnahmen am Montag und Sonntag:

Update, Montag, 16.10 Uhr:

Die 53-Jährige wird bereits seit Freitag vermisst. Bei der Überprüfung der umliegenden Wandergebiete hatte ein Polizeibergführer am Samstagnachmittag im Gipfelbuch des Nordgipfels des Rabensteinhorns (Pflasterbachhorn) einen Eintrag festgestellt, der der Vermissten zugeordnet werden konnte. Leider war es der einzige Eintrag an diesem Tag. Eine Uhrzeit war ebenfalls nicht hinterlassen worden.

Es ist allerdings nicht auszuschließen, dass auch andere Wanderer den Gipfel besucht, sich aber nicht im Gipfelbuch eingetragen haben oder die umliegenden Wanderwege an diesem Tag nutzten, wo ihnen Frau Bundschuh möglicherweise begegnet ist.

Die Polizei hat die mögliche zeitliche Abfolge und den Tagesablauf der Vermissten zu rekonstruieren versucht. Nach Angaben der Ermittler könnte die 53-Jährige den Eintrag im Gipfelbuch am Freitag um die Mittagszeit oder am frühen Nachmittag vorgenommen haben, sich dort noch kurze Zeit aufgehalten und danach den Rückweg angetreten haben.

Am späten Nachmittag gegen 17.45 Uhr wurde sie von ihrem Ehemann per WhatsApp auf ihrem Handy kontaktiert. Die Nachricht wurde laut Übertragungsprotokoll zwar zugestellt, aber nicht gelesen.

Wer hat die vermisste Renate Bundschuh am Freitag, den 24. Juli, im Zeitraum von 11 bis 17.30 Uhr in diesem Bereich gesehen? Hinweise nehmen die Beamten der Polizeiinspektion Bad Reichenhall unter Telefon 08651/970-0 entgegen.

Personenbeschreibung:

Renate Bundschuh ist 53 Jahre alt, rund 1,73 Meter groß, hat schwarze, schulterlange Haare und ist Brillenträgerin. Sie trägt braune Wanderschuhe und graue Wanderkleidung. Sie führt mit großer Wahrscheinlichkeit einen grasgrünen Wanderrucksack mit sich.

Vorbericht vom Sonntag:

Ein Großaufgebot aus rund 50 Einsatzkräften von Bergwacht und Polizei hat am Samstag bis spät in die Nacht und am Sonntag seit 7 Uhr in der Früh mit insgesamt zwölf Fußtrupps, mehreren Hunden, einem Hubschrauber und zwei Drohnen das Gebiet zwischen Thumsee und Saalachsee rund um das Müllnerhörndl, das Pflasterbachhörndl, das Rabensteinhorn, den Kranzlstein und den Gebersberg intensiv abgesucht, nachdem ein Gipfelbuch-Eintrag von Freitag offenbar von der Vermissten stammt.

Bergwacht und Polizei haben in der Reichenhaller Bergrettungswache eine gemeinsame Einsatzleitung eingerichtet und koordinieren von dort aus den großen Einsatz. Aus der Luft haben die Besatzung des Polizeihubschraubers „Edelweiß 4“ mit einem einheimischen Bergretter und zwei Drohnen-Teams der Bergwacht vor allem die steilen, schwer erreichbaren und ansonsten schlecht einsehbaren Nordwestwände des Rabensteinhorns und die tief eingeschnittenen Gräben auf der Südostseite des Bergs abgesucht.

Die Fußtrupps sind alle Steige im Gebiet zwischen Thumsee und Saalachsee abgegangen, haben sich teilweise über absturzgefährliches Gelände in schlecht einsehbare Gräben abgeseilt und auch die angrenzenden Wander- und Radwege im Tal kontrolliert. Der gegen 10.30 Uhr einsetzende Regen erschwerte die Suche, die dann am späten Mittag von der Bergwacht eingestellt wurde, da bislang keine weiteren Erkenntnisse vorliegen, wo sich die Frau befinden könnte.

Im Einsatz waren Beamte der Reichenhaller Polizei, die Alpine Einsatzgruppe (AEG) der Polizei, die Besatzung des Polizeihubschraubers „Edelweiß 4“ die Technikgruppe und die Such- und Lawinenhundestaffel der Bergwacht-Region Chiemgau sowie die Bergwachten Bad Reichenhall, Freilassing und Teisendorf-Anger.

Die 53-jährige Renate Bundschuh aus München hielt sich in den vergangenen Tagen alleine in Bad Reichenhall und Umgebung zu einem Wanderurlaub auf. Hierzu war sie in einem Hotel in der Innenstadt eingemietet. Der Ehemann von Frau Bundschuh, der sie am Freitag wieder abholen sollte, erstattete kurz darauf Vermisstenanzeige bei der Polizei Bad Reichenhall, nachdem er sie im Hotel nicht antreffen konnte und jegliche Kontaktversuche fehlschlugen.

BRK BGL