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Annegret Hoch zu Gast in der 24. Traunsteiner Kunstsprechstunde

Verbindung von Malerei und Collage

Die erste Traunsteiner Kunstsprechstunde im neuen Jahr war ein weiteres Ausrufezeichen dieses ambitionierten Projekts, welches im Abstand von ca. zwei Monaten von den beiden Traunsteiner Objekt- und Konzeptkünstlern Cosima Strähhuber und Helmut Mühlbacher organisiert und in deren Atelier und Kunstraum »HANDarbeit WERKraum« durchgeführt wird. Zu Gast war nämlich die mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnete Malerin Annegret Hoch aus München. Unter anderem hat sie bereits 2007 den Bayerischen Kunstförderpreis erhalten.

Intensive Farbigkeit ist das Merkmal der Malerei von Annegret Hoch, die zu Gast in Traunstein war.

Annegrets Hoch Malerei und collagierte Malerei besticht durch intensive Farbigkeit, wobei z. B. bearbeitete Leinwandstücke aneinander und übereinander geschichtet werden und sich so ungewöhnliche Bildräume öffnen, deren äußere Form sich meist erst zum Schluss des Entstehungsprozesses fügt und offenbart. Mit diesem Vorgehen gelingt der Künstlerin die Verbindung von Malerei und Collage auf bemerkenswerte und eindrückliche Weise.

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Annegret Hoch begann ihre Collagenzyklen während eines Arbeitsaufenthaltes in New York. Für diese Werkreihen verwendet sie farbige Papiere, Neon- und transluzente Vinylfolien. Im Falle der Serien »IN-between« (2013) und »SanFran« (2016) verwendet die Künstlerin jeweils Seiten historischer Bilanzbücher.

Jenen aus der konstruktiven Kunst abgeleiteten Formenkanon erweitert die Künstlerin mit spielerischer Leichtigkeit um gestische Linien und frei verlaufende, gemalte oder gezeichnete Formfindungen. Die Materialien scheinen einen Transformationsprozess zu durchlaufen und ihre ursprüngliche Bedeutung zu verlieren, um in eine geradezu lyrische Melange aus Elementen des klassischen wie auch eigenen Formen- und Farbenvokabulars zu münden.

In ihren Malereien werden viele Motive durch das Betrachten der Werke von alten Meistern angeregt, Hoch spricht deshalb von Malanlässen. Sicherlich sind diese Bezüge, die sich rein durch die Betrachtung ihrer Bilder nicht sofort erschließen, für das unmittelbare Verständnis ihres Werkes von nachrangiger Bedeutung. Deutlich wird in Annegrets Hoch Bildern aber die lange Tradition der Gattung Malerei, die der Künstlerin sehr wohl bewusst ist und folgerichtig in ihr Schaffen einfließt und somit für einen spannenden Diskurs sorgt.

Die ca. 60 anwesenden Gäste haben einen tiefen Einblick in die intensive Arbeit von Annegret Hoch erhalten und konnten durch zahlreiche Fragen und einen regen Austausch der gegenstandslosen und sehr farbintensiven Malerei noch deutlich näher kommen.

Nach diesem Abend folgen bis zum Sommer noch drei weitere Kunstsprechstunden: Am 13. April mit dem Aktionskünstler Wolfram Kastner (München) und am 15. Juni mit der Diplom Restauratorin Michaela Tischer (München). Diese beiden Veranstaltungen finden im Rahmen des bayernweiten Festivals von StadtKultur, unter dem Titel »Kunst&gesund« statt. Die letzte Kunstsprechstunde vor der Sommerpause findet am 20. Juli, im Rahmen der Chiemgauer Kulturtage, mit der Bildhauerin Brigitte Schwacke (München) statt.

Zu den Veranstaltungen sind alle Interessierten willkommen, der Eintritt ist frei und es sind keinerlei Vorkenntnisse notwendig. Informationen gibt es auch online unter www.kunstsprechstunde-ts.de.