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Wer macht das Rennen in den großen Städten?

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Dieter Reiter (SPD) möchte in München Oberbürgermeister bleiben. Seine Herausforderinnen sind Kathrin Habenschaden (Grüne, links) und Kristina Frank (CSU). Foto: dpa

In Bayern gibt es offiziell drei Metropolen – München, den Großraum Nürnberg und Augsburg. In diesen Großstädten wetteifern die Parteien mit besonders großem Aufwand um die Macht, und die Zahl der Oberbürgermeister-Kandidaten ist jeweils zweistellig.


MÜNCHEN: Dem SPD-Politiker Dieter Reiter werden bei der Kommunalwahl gute Chancen eingeräumt, dass er wiedergewählt wird. Doch sicher ist das nicht, auch Kristina Frank von der CSU und Katrin Habenschaden von den Grünen gelten als nicht aussichtslos. Reiter punktet mit Souveränität und Wortwitz. Sein Motto: »Erst zu sagen, was man tut – und dann zu tun, was man sagt.« »Weil München es besser kann!«, mit diesem Slogan tritt Katrin Habenschaden an. Die 42 Jahre alte, ehemalige Bankerin lebt mit Mann und zwei Kindern im Münchner Westen. Sie will frischen Wind in die Stadt bringen und die Kooperation zwischen SPD und CSU beenden. Jung, modern, unkompliziert und heimatverbunden – so tritt Kristina Frank auf. Ihr Slogan: »Wieder München werden.« Die Gemütlichkeit gehe verloren, die Stadt werde zu groß und unpersönlich, beklagt sie. Frank ist ehemalige Staatsanwältin und Richterin und seit 2018 Kommunalreferentin der Stadt.

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NÜRNBERG: In Bayerns zweitgrößter Stadt geht es für die SPD darum, auch im Stadtrat eine der letzten großen kommunalen Hochburgen zu verteidigen. Mit Ulrich Maly gibt eine sozialdemokratische Ikone nach 18 Jahren den Staffelstab weiter. Die SPD schickt Thorsten Brehm, einen 34-Jährigen und damit kaum erfahrenen Kommunalpolitiker, ins Rennen. Die CSU will es mit Marcus König versuchen, einem Mann, der mit 38 Jahren wenig mehr Erfahrung mitbringt als sein SPD-Kontrahent. Ihm zur Seite steht allerdings mit der Kulturreferentin Julia Lehner eine ausgesprochen erfahrene und auch angesehene Kommunalpolitikerin. Sie soll als Kulturbürgermeisterin Nürnberg zu Europas Kulturhauptstadt 2025 machen. Realistische Chancen werden außer den Bewerbern von CSU und SPD höchstens noch der Grünen-Kandidatin Verena Osgyan (48) eingeräumt.

AUGSBURG: Für die CSU war die schwäbische Stadt bislang das wichtigste Aushängeschild, um auch Großstadtkompetenz zu demonstrieren. Doch mit dem Rückzug des christsozialen Augsburger OB Kurt Gribl werden die Karten neu gemischt. Drei Bewerber gelten als aussichtsreich: Gribls Stellvertreterin, Bürgermeisterin Eva Weber (CSU), gilt als Favoritin. Doch auch dem SPD-Bewerber Dirk Wurm und der Grünen-Kandidatin Martina Wild werden Chancen eingeräumt. Das Besondere an dem Wahlkampf ist, dass alle drei in den vergangenen Jahren in der Stadtregierung zusammengearbeitet haben. Denn seit 2014 wird Augsburg von der schwarz-rot-grünen Koalition geführt.