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Wettlauf um Leben oder Tod

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Herr Hase (Nadia Schwienbacher) triumphiert, nachdem er Frau Igel (Daniela Mitterlehner) beim Tanz blamiert hat. (Foto: Heel)

Eine spannende Bühnenfassung des Märchens »Der Hase und der Igel« präsentierten Daniela Mitterlehner und Nadia Schwienbacher von der Märchenalm Burghausen im Traunsteiner Studio 16.


Bearbeitet und inszeniert von Mario Eick, konnten die Zuschauer dabei ausführlich mitverfolgen, wie es zu dem weltberühmten Wettlauf zwischen Hase und Igel kam. Denn im Gegensatz zur Vorlage, wo es auf Initiative des Igels schnell zur Sache geht, gab es hier eine längere Vorgeschichte, in der die Frau des Igels eine große Rolle spielte. Die gute Frau fühlt sich von ihrem Mann nämlich ein wenig vernachlässigt und geht deswegen auf das Angebot des Hasen ein, sie zum Tanz auszuführen. Nicht ahnend, dass der so arrogante wie hinterhältige Hase vorhat, sie dabei vorzuführen bzw. lächerlich zu machen. Entsprechend derangiert kommt sie nach Hause, bis auf die Knochen blamiert und mit gebrochenem Herzen. Wutentbrannt fordert der Igel den Hasen daraufhin zum Duell. Was bedeutet, dass dem Hasen die Wahl der Waffen zufällt und folglich beim Igel der große Katzenjammer ausbricht: Wie soll er den Hasen ausgerechnet bei einem Wettlauf schlagen? 1840 von Wilhelm Schröder auf Plattdeutsch unter dem Titel »De Has un de Swinegel« im »Hannoverschen Volksblatt« schriftlich erstmals mitgeteilt, wurde das Märchen »Der Hase und der Igel« 1843 von den Brüdern Grimm als Nr. 187 in die 5. Auflage der »Kinder- und Hausmärchen« aufgenommen.

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Von Mario Eick geschickt dramatisiert, wobei vor allem die aufgewertete Figur der Frau des Igels und die Zeichnung des Hasen als Bösewicht für Überraschungen sorgten, war somit beste Unterhaltung geboten, zumal Nadia Schwienbacher und Daniela Mitterlehner die vielen Szenenwechsel mühelos bewältigten und ihre Rollen mit Schwung und Pep ausfüllten. Freuen wir uns also auf den 28. August, wenn die Märchenalm Burghausen wieder zu Gast im Traunsteiner Studio 16 sein wird, dieses Mal mit »Rotkäppchen«. Wolfgang Schweiger