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Zeckenbiss: So wird die Zecke richtig entfernt – FSME-Symptome

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Zecke nach Biss richtig entfernen – FSME- und Borreliose-Symptome
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Zeckenbisse können schwerwiegende Folgen haben. Deshalb müssen die Spinnentiere schnell und richtig aus der Haut entfernt werden. Foto: Symbolbild (pixabay)

Zeckenbisse können schlimme Folgen haben. Deshalb ist schnelles Handeln wichtig. Allerdings muss beim Zecken-Entfernen einiges beachtet werden. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Zecke richtig aus der Haut lösen, wie Sie die betroffene Stelle desinfizieren und welche Symptome nach einem Biss auftreten können.


Wichtig ist nach dem Zeckenbiss vor allem, ruhig und bedacht vorzugehen. Auf einige Minuten, die die Zecke länger in der Haut steckt, kommt es nicht unbedingt an. Denn wenn die Zecke nicht vollständig aus der Haut entfernt wird, wird es umso schwieriger, den Parasit wieder loszuwerden.

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Deshalb sollten Sie das Spinnentier keinesfalls mit dem Fingernagel zurechtrücken oder gar herauskratzen. Aber auch beim schnellen Herausziehen mit der Zeckenzange können die Beißwerkzeuge im Körper stecken bleiben und zu schweren Entzündungen führen.

Dabei darf man sich nicht täuschen lassen: Denn wenn nach dem unbedachten Entfernen ein kleiner schwarzer Punkt in der Haut zurück bleibt, handelt es sich dabei um die "Zähne" der Zecke. Wenn man nur den Körper mit dem Blutgefäß abreißt und der Kopf des Tieres am Körper verbleibt, ist die Zecke unter Umständen noch gar nicht tot. Nachwachsen kann sie – entgegen vielfach falscher Behauptungen – allerdings nicht.

Lesen Sie auch: Der richtige Zeckenschutz! So kommt es gar nicht erst zum Biss

Zeckenzange und Pinzette zum Entfernen benutzen

Damit die verwendete Zange bzw. Pinzette auch steril ist, müssen Sie diese vor der Benutzung abwaschen und bestenfalls bereits hier ein Desinfektionsmittel benutzen. Haben Sie ein solches nicht zur Hand, können Sie die Zeckenzange auch in einer Kerze erhitzen – vergessen Sie aber nicht, diese dann gründlich abzukühlen.

Zweite Person heranziehen

Am besten besorgen Sie sich Hilfe – einen Freund oder Familienangehörigen –, bevor Sie die Zecke entfernen. Besonders an Körperbereichen, die Sie selbst nur schwer erreichen können, sollten sie keine riskanten Versuche zum Entfernen unternehmen.

Achten Sie auf eine ruhige Hand und ziehen Sie nicht versehentlich oder unkontrolliert an dem Achtbeiner; sonst riskieren Sie, dass die Zecke oder ein Teil von ihr in der Haut stecken bleibt. Richten Sie die Zecke zunächst so auf, dass sie in etwa senkrecht von der Haut absteht. Anschließend greifen Sie mit der Zange so nach der Zecke, dass diese fest zwischen den Zangenbacken eingeklemmt wird. Dabei sollte die Zange sehr nah am Körper ansetzen.

Jetzt ziehen Sie langsam und mit einer leichten Drehbewegung die Zecke senkrecht zum Körper aus der Haut heraus. Wenn es beim ersten Mal nicht klappt, müssen Sie noch einmal ansetzen. Bleiben Sie aber vorsichtig und behutsam – auch wenn Sie sich über den Parasit ärgern und ihn nicht auch noch schonend behandeln wollen. Oft entspannen Zecken bei mehrmaligen Ziehversuchen auch ihre Beißwerkzeuge und lassen von alleine los.

Sollte das vollständige Herausziehen nicht gelingen und die "Zähne" der Zecke in der Haut bleiben, eitern diese im Normalfall von selbst über die natürlichen Schutzfunktionen der Haut aus. Das kann allerdings sehr schmerzhaft sein.

Nach dem Entfernen sollten Sie die Zecke zerdrücken und im Waschbecken oder der Toilette entsorgen. Der häusliche Abfalleimer ist definitiv der falsche Ort – insbesondere dann, wenn der Parasit nicht endgültig abgetötet wurde.

Folgenreicher Zeckenbiss: Symptome von FSME und Borreliose

Äußerst gefährlich ist die Infektion mit der sogenannten Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, bei der lebenswichtige Organe angegriffen werden. Diese Hirnhautentzündung kann in schweren Fällen sogar zur Entzündung des Rückenmarks führen.

Die meisten Menschen in Deutschland sind gegen die Krankheit geimpft. Dennoch werden in unseren Breitengraden jährlich einige Hundert Fälle registriert. Nach der Infektion kann der Ausbruch der Krankheit wenige Wochen später mittels einer Blutprobe festgestellt werden. In acht von zehn Fällen sind – wie bei einer Grippe – ein allgemeines Krankheitsgefühl, Kopfschmerzen und Fieber die Folge.

Die Folgen der Krankheit sind dauerhaft. Die Medizin kann die Symptome lindern, aber nicht vollständig heilen.

Borreliose

Ausgelöst wird die Borreliose von Bakterien. Daher kann sie mit Antibiotika einfach behandelt werden. Leider kann man sich gegen diese Infektion nicht impfen lassen. Auch diese Krankheit darf keinesfalls auf die leichte Schulter genommen werden.

Obwohl sie grundsätzlich scmerzlos bleibt, ist sie sogar für Laien sehr schnell an ihrer Wanderröte erkennbar. Tage bis wenige Wochen nach dem Zeckenbiss bilden sich um die infizierte Stelle rote Kreise bzw. Ringe, die sich immer weiter über den Körper ausbreiten und den Bereich des Bisses immer zum Mittelpunkt haben. Die Ringe können wenige Zentimeter bis zu einen halben Meter groß werden.