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Es summt im Wildbienenhotel

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Schönau am Königssee
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Der Kindergarten Schönau am Königssee wollte die Artenvielfalt fördern und startete das Projekt »Wildbienenwand«. Dafür gab es nun einen Preis. (Foto: Meister)

Schönau am Königssee – Am Rande des Spielplatzes in Schönau am Königssee steht seit letztem Jahr eine »Wildbienenwand«, die der Kindergarten aufgestellt hat. Das Projekt ist im Rahmen der Feierlichkeiten zum Gemeindegeburtstag und der Wiedereinweihung des Rathauses mit einem Preis ausgezeichnet worden.


Mit der »Wildbienenart« beteiligt sich der Kindergarten an einem Aufruf der Vereinten Nationen, die die Jahre 2011 bis 2020 zur UN-Dekade für biologische Vielfalt erklärt haben. Die Staatengemeinschaft fordert weltweit auf, sich für die biologische Vielfalt einzusetzen. Aus rund 580 Arten hat sich der Kindergarten die Wildbiene als besonders zu schützende Art ausgesucht.

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Der Vorsitzende von Artenschutz in Franken, Thomas Köhler, der auch bei der Eröffnung des Wildbienen-Hotels zugegen war, und Dr. Rüdiger Recknagel von der Audi-Umweltstiftung, die Mittel für die Umweltschutz-Wettbewerbe zur Verfügung stellt, waren angereist, um die Urkunde zu überreichen. Letzterem schien es nicht leicht zu fallen, im Namen des zuletzt wegen kundentäuschender Manipulationen an Fahrzeugen barsch in der öffentlichen Kritik stehenden Autobauers einen Umweltpreis zu übergeben. Natürlich verurteile er das Tun des Konzerns aufs Schärfste, es mache ihn betroffen, dennoch stehe sein Arbeitgeber auch für Umweltschutz, ihm selbst sei es sogar eine Herzensangelegenheit.

Thomas Köhler hob die Nachhaltigkeit derartiger Aktionen hervor. Der Mensch dürfe nicht nachlassen, sich in vielfacher Weise für den Erhalt der Umwelt einzusetzen. »Würden wir jetzt aufhören, würde die Generation nach uns die letzte sein.«

Die Entwicklung der Wildbienenwand übernahm damals der Verband Artenschutz in Franken ehrenamtlich, alle Kosten übernahm die Audi-Stiftung für Umwelt. Im oberen Teil bieten unterschiedliche Materialien den Wildbienen gewissermaßen ein Bleiberecht, Klappen ermöglichen kleinen und großen Menschen den Blick auch nach innen. Viele, aber knapp gehaltene Informationen im unteren Teil des »Hotels« machen mit der vielfach verwechselten Wildbiene bekannt und stellen einige Arten näher vor. Die Wildbiene ist im Übrigen im Gegensatz zur bekannten, »stechfreudigen« Honigbiene harmlos und friedlich,

Die zunehmend industrielle Landwirtschaft und die Zerstörung wichtiger Lebensräume gefährden viele Wildbienenarten. Um dieser Entwicklung entgegenzutreten, engagiert sich der Verband Artenschutz in Franken bereits seit vielen Jahren für diese bedrohte Insektengruppe, betonte Köhler. Der Verband suche auch immer nach neuen Partnern. Dieter Meister

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