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»Jacke wie Hose« war gestern

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Freuten sich über den Erfolg ihres außergewöhnlichen Flohmarkts (v.l.): Franziska Richter, Lena Zechmeister, Recep »Richie« Oetmen, Margit Enzersberger, Helma Kutzner und Dr. Uta Lempert-Scharla. (Fotos: Tessnow)
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Mit großem Sommerhut und Perlenkette kommt der Blazer besonders gut.

Berchtesgaden – Es war eine Premiere mit Erfolg.


Begründet durch die Bekanntschaft zwischen dem Förderverein Lions-Club Freilassing Salzburger Land und Recep »Richie« Oetmen, entstand der Gedanke, einen bizarren Bekleidungsbasar mit wohltätigem Hintergrund zu veranstalten. In »Richie's Vintage & Secondhandladen« konnte am Samstag und Sonntag nach elitärem, nostalgischem oder außergewöhnlichem Zwirn gestöbert werden.

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Kaum standen die Puppen vor der Tür, trudelten auch schon die ersten Designerkleiderschnäppchenjägerinnen unter den Arkaden des Schlossplatzes ein. Trotz der frischen Frühlingsluft kamen die Mitglieder des Lions-Club und Geschäftsführer »Richie« schnell auf Temperatur. Auch im Verkaufsraum seines Vintage-Shops war gleich was los. Hin und her flitzend, aber immer mit einem Lächeln im Gesicht, hieß es für den charismatischen Geschäftsführer den morgendlichen Andrang und Beratungsaufwand mit seinem berüchtigten Charme zu meistern.

Ein Flohmarkt für Bekleidung mit Designermarken war das Konzept des interessanten Crossover-Angebots und sollte mal einen kleinen Kontrapunkt zu gewöhnlichen Trödelbasaren setzen. Mode aus vielen Epochen, manchmal provokant kombiniert, machten den Reiz an Überraschungen aus. Obwohl es nebenbei auch Antikes zu erwerben gab, war stets Leben im Sortiment. Rustikale Möbelstücke, riesige Reisekoffer, gehobenes Porzellan und glitzernde Kronleuchter bildeten dazu ein Ambiente der besonderen Art. So wurde oft nach Bestimmtem geschaut und Unbestimmtes gefunden. Das Klientel bestand größtenteils aus ausgefallenen Damen, die auf der Suche nach etwas Ausgefallenem waren. Die guckten mal hier und testeten mal dort und überlegten, ob man es überhaupt braucht. Kundinnen fragten nach verschiedenen Größen und ob man es kurz anprobieren kann. Gerne. Als Umkleidekabine diente ein großer Standspiegel in der Ladenecke. Es sollte nicht alles »Jacke wie Hose« sein, und so wurde das Sortiment elitär gemischt und fast etwas durchgeknallt gestaltet. Kombinationsvariationen boten sich aus Stilvollem, Edlem, Rarem bis Schrillem an. Je nach persönlicher Fantasie entstanden somit teils skurrile Outfits aus kräftiger Trachtenkluft und luftiger Abendgarderobe in Leder, Samt und Seide.

Natürlich konnte auch etwas gefeilscht werden, ansonsten aber waren die Preise fix, denn zu Verramschen gab es nichts. Da blieb der »Richie« konsequent. Die Waren hatten Wert und Niveau und für einen guten Zweck sollte es ja auch sein. Dazu Mitorganisatorin Lena Zechmeister: »Den Leuten wird hochwertige Qualität angeboten, nichts ist von der Stange oder aus Massenproduktionen der Industriemodeketten. Und nur weil es gebraucht ist, ist es ja nicht gleich schlecht.« Was mit den Einnahmen geschieht, erklärte Schatzmeisterin Margit Enzersberger: »Den Betrag aus dem Designerflohmarkt spendet der Lions-Club Freilassing-Salzburger Land wohltätigen Zwecken. Der Erlös bleibt in der Region und in der nächsten Vereinssitzung wird entschieden, wem das Geld zugesprochen wird. Das geht dann unkonventionell und schnell.«

Auch am Ganghofer-Sonntag wurde der Designerkleider-Flohmarkt gut frequentiert. Richie und der Lions-Club zeigten sich über die Resonanz an den zwei Tagen sehr zufrieden. Margit Enzersberger hatte im Übrigen dafür im Vorfeld rund fünfzig Prozent der Kleider organisiert, gereinigt und gebügelt. Jörg Tessnow