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Stacheldraht-Zaun bleibt ohne Wirkung

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Bischofswiesen – Es hätte alles gut sein können. Ein mit Stacheldraht verstärkter Bauzaun sollte das leer stehende Gebäude der ehemaligen Kurklinik Stanggaß vor ungebetenen Gästen schützen.


Doch jetzt zeigt sich, dass sich Randalierer und Ruhestörer davon nicht abhalten lassen. Am Sonntag mussten die mittlerweile erheblich genervten Nachbarn sogar eine neue Entwicklung beobachten: Eine Gruppe Jugendlicher hat das Kurklinikgelände mit einer Kameradrohne ausgekundschaftet. Die Polizei kam zu spät.

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Laut Nachbar Georg Grainer hat sich die Situation seit Errichtung des Bauzauns eher verschlimmert. »Der Zaun ist ein Witz«, sagt der Stanggaßer und erklärt: »Er ist mit Kabelbindern aus Plastik zusammengefügt und war keine 24 Stunden nach seiner Fertigstellung bereits wieder offen.«

Nachbar verschließt Lücken im Zaun selbst

Alleine in den letzten beiden Wochen seien wieder mehrere Gruppen von Einsteigern tagsüber und nachts auf dem Gelände gewesen. Sie hätten den Zaun an mehreren Stellen aufgeschnitten. Georg Grainer: »Von Kabelbindern lassen die sich nicht aufhalten – das sorgt eher für Erheiterung. Da sich der Eigentümer nicht darum kümmert, habe ich die offenen Stellen mit Zaunschellen wieder verschlossen, damit keine Kinder auf dem Gelände zu Schaden kommen.«

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Der Bauzaun rund um die ehemalige Kurklinik Stanggaß ist bereits an mehreren Stellen wieder geöffnet, die durchschnittenen Kabelbinder liegen noch herum. (Fotos: privat)

Der Anwalt von Klinik-Eigentümer Martin Harlander hatte bei einem Treffen mit den Nachbarn vorgeschlagen, dass die Nachbarn diejenigen Personen, die in das Gelände eindringen, festhalten und deren Personalien aufnehmen sollen. »Angesichts des Aggressionspotenzials einiger dieser Gruppen ist das eine völlig realitätsferne Vorstellung«, betont Grainer. Sowohl ein Nachbar als auch Grainer selbst seien kürzlich bedroht worden, nachdem sie Personen darauf aufmerksam gemacht hatten, dass das Betreten verboten sei. Die Anlieger verweisen deshalb auf die Sicherungspflicht der Eigentümer. Dazu gehöre auch, den Zaun regelmäßig auf Durchschlupfe zu kontrollieren.

Darüber hinaus warten die Anlieger bislang vergeblich auf einen von den Eigentümern zugesagten Wachdienst, der zumindest zeitweise das Areal sichert und alle anzeigt, die dort Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung begehen. »Da sich so etwas ziemlich schnell in den sozialen Medien herumsprechen dürfte, ist dies die einzig effektive Maßnahme, um die Sicherheit in der Stanggaß wiederherzustellen«, sagt Georg Grainer. Ulli Kastner

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