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Steinschlag und Abstürze: Schwerverletzte forderten am Dienstag die Bergwachten

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Foto: Symbolbild (l. Bergwacht Berchtesgaden, r. pixabay

Berchtesgadener Land – Neben dem tödlichen Absturz am Watzmann waren die Bergwachten am Dienstag bei zahlreichen anderen Einsätzen in der Region im Einsatz.


Die Bergwachten Berchtesgaden, Ramsau und Marktschellenberg waren am Dienstag aufgrund des sommerlichen Wetters mit tausenden Menschen im Gebirge pausenlos gefordert. Der tragischste Unfall passierte am Watzmann: dort stürzte ein 70-jähriger Bergsteiger 200 Meter tief von der Watzmann-Südspitze ab und starb (zum Bericht).

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Bereits um 10.30 Uhr musste die Bergwacht Marktschellenberg ausrücken, da sich im Bereich des Untersberger Mittagslochs in der Kletterroute „Anfängerfreuden“ ein junger Mann verletzt hatte. Er wurde bei einem Steinschlag am Kopf getroffen und konnte nicht mehr selbstständig weiterklettern oder absteigen.

Über die Leitstelle Salzburg forderte der Schellenberger Bergwacht-Einsatzleiter aufgrund der schwer erreichbaren Einsatzstelle und wegen der Kopfverletzung den Salzburger Notarzthubschrauber „Christophorus 6“ an. Die Besatzung konnte den Verletzten im Bereich des Einstiegs der Kletterroute mit dem Rettungstau aufnehmen und flog ihn mit seinem Begleiter zum Tallandeplatz. Der verletzte Kletterer wurde vom Landrettungsdienst des Roten Kreuzes zur weiteren Behandlung zum Salzburger Unfallkrankenhaus transportiert.

Kurz nach 11 Uhr waren die Bergwacht Ramsau und „Christoph 14“ am Mooslahnerkopf im Einsatz, wo rund 100 Meter unterhalb des Gipfels ebenfalls ein Bergsteiger eine Kopfverletzung nach einem Steinschlag davontrug.

Junge Frau mit Fußverletzung per Helikopter gerettet

Kurze Zeit später, gegen 11.30 Uhr, erhielt die Integrierte Leitstelle einen weiteren Notruf aus dem Grünstein-Klettersteig, wo sich eine junge Frau beim Sturz ins Klettersteig-Set am Fuß verletzt hatte und ebenfalls nicht mehr selbst zum nahegelegenen Ausstieg am Gipfel aufsteigen konnte.

Nachdem der Salzburger Notarzthubschrauber seinen Einsatz in Marktschellenberg gerade beendet hatte, flog die Besatzung weiter zum Landeplatz an der Schneewinklschule, um dort einen Bergretter der Bergwacht Berchtesgaden aufzunehmen. Zunächst flog der Hubschrauber mit dem ortskundigen Bergwachtmann zum Klettersteig hinauf, um die Einsatzstelle in einem Überflug zu beurteilen. Schnell konnte die verletzte 25-jährige Frau mit ihrem Begleiter im oberen Drittel, kurz unterhalb des Ausstiegs gesichtet werden.

Bei einer kurzen Zwischenlandung wurde das Fixtau am Hubschrauber montiert, womit der Pilot den Bergretter zur Unfallstelle hinauf flog. Nachdem die junge Frau zusammen mit ihrem Begleiter gesichert war, transportierte der Hubschrauber die beiden zum Landeplatz hinunter. Die angeforderte Rettungswagen-Besatzung brachte die Traunsteinerin zur weiteren Behandlung zur Kreisklinik Berchtesgaden.

Meldung: Drei Wanderer mit Kind abgestürzt

Der Polizeihubschrauber „Edelweiß 1“, der bereits beim tödlichen Absturz am Watzmann im Einsatz war, wurde gegen 15.30 Uhr vom Einsatz abgezogen und flog zusammen mit drei Bergrettern vom Watzmann direkt nach Marktschellenberg, wo drei Abgestürzte im Rothmannbach am Untersberg gemeldet worden waren.

Die Leiststelle Traunstein schickte ebenso ein Großaufgebot von Rettungsdienst, Bergwacht, Wasserwacht, Canyon-Rettung sowie den Traunsteiner Rettungshubschrauber „Christoph 14“ zum Einsatzort kurz vor der Landesgrenze. Laut der ersten Notrufmeldung seien drei Menschen abgestürzt, unter ihnen auch ein Kind.

Noch während alle Einsatzkräfte auf Anfahrt waren, erhielt die Leitstelle eine erneute Rückmeldung, dass alle zunächst vermissten Leute wohlauf sind und gerade zu Fuß über den Weg zur Toni-Lenz-Hütte absteigen. Somit konnte der Einsatz abgebrochen werden und „Edelweiß 1“ flog wieder zum Watzmann zurück. Dort wurden dann der tödlich verunglückte Bergsteiger und im Anschluss die Bergretter sowie drei weitere Bergsteiger ins Tal geflogen, die den Absturz gesehen hatten.

Drei weitere Einsätze – Ein Schwerverletzter am Königsseer Hochbahnweg

Gegen 13.20 Uhr ging ein Notruf für die Bergwacht Ramsau und „Christoph 14“ aus dem Sittersbachtal ein, wo in rund 1800 Metern Höhe ein Bergsteiger mit Bänderverletzung nicht mehr weiterkam und ins Tal geflogen werden musste.

Parallel zum aufwendigen Einsatz am Watzmann mussten die Retter der Bergwacht Berchtesgaden zum Königsseer Hochbahnweg ausrücken, wo sich gegen 13.40 Uhr ein 50-jähriger Urlauber aus Mecklenburg-Vorpommern schwer am Oberschenkel verletzt hatte. Zusammen mit dem Berchtesgadener Notarzt und einer Rettungswagen-Besatzung wurde der 50-Jährige medizinisch erstversorgt und anschließend zur Kreisklinik Bad Reichenhall transportiert.

Gegen 14.30 Uhr musste die Bergwacht Berchtesgaden dann noch im Bereich Königsbach einen Wanderer mit einer Knieverletzung erstversorgen und zum Parkplatz Hinterbrand fahren.

Pressemeldung des BRK BGL

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