weather-image

Berchtesgaden damals um 1900 und heute – Der Marktplatz

5.0
5.0
Berchtesgaden damals um 1900 und heute – Der Marktplatz
Bildtext einblenden
Neben den Gebäuden sind auf der Aufnahme von 1900 auch die Berchtesgadener und ihre Kleidung beachtenswert.

Berchtesgaden – Im neuesten Teil der Serie »Berchtesgaden damals und heute« geht es um den Marktplatz. Kreisheimatpfleger Johannes Schöbinger hat eine historische Aufnahme aus dem Jahre 1900 entdeckt.


Er beginnt mit seiner Erklärung links mit der unteren Häuserreihe: Das »Hirschenhaus«, so genannt nach dem früheren Gasthaus zum Hirschen, ist bereits umgebaut und präsentiert sich mit den Fresken zur Berchtesgadener Geschichte. Die Entwürfe stammen vom Architekten August Thiersch. Ausführende Maler waren Josef Hitzinger und Karl Troll. Daran schließt sich das Lebzelterhaus Erlmoser an, gefolgt vom der damals gern besuchten Schankwirtschaft »Enzianstüberl«. Auch das Südtiroler Obst- und Weinhaus Faes befand sich ursprünglich auf dieser Marktplatzseite.

Anzeige

Das Kaufhaus Kerschbaumer ragt herein, dahinter ist das heutige Haimerlhaus – noch nicht so hoch erbaut. Die Sicht auf die Kalvarienbergkapelle ist frei. Am Ende der unteren Häuserreihe am Eck befindet sich der Komplex Haus Kaserer.

Den Abschluss bildet das in den 1930er-Jahren abgerissene Zigarrengeschäft Nusser. Auf der oberen Seite ist das Kaufhaus Seiberl erkennbar, der Optiker und Uhrmacher A. Graßl und die Apotheke.

Am rechten Bildrand befindet sich das Haus Weger mit einem Tabakgeschäft und einem Porzellan- und Tonwarenladen (Hafnerei). Der Marktbrunnen (1860) hat noch keine vier Wasserspeier. Dahinter steht eine Litfaßsäule mit den neuesten Nachrichten und Bekanntmachungen für die Berchtesgadener.

Bildtext einblenden
Die Litfaßsäule, die früher die Bürger über Neuigkeiten informierte, ist verschwunden, ebenso das Zigarrengeschäft Nusser. (Foto/Repro: Schöbinger)

Nun zu den Menschen auf dem Marktplatz. Die Frauen im Werktagsgewand mit den hellen Schürzen dürften zu den Geschäften beziehungsweise Betrieben rund um den Marktplatz gehören.

Auffällig ist das Biermadl, das die Stufen am Hirschenhaus heruntergeht – vielleicht zum gegenüberliegenden Neuhaus? Der Fuhrknecht neben seinem Ochsengespann transportiert Bierfässer zu den umliegenden Gaststätten. Die Frau mit dem Rundscheibling rechts neben dem Marktbrunnen liefert und verkauft in ihrem Handkarren (»Gaal«) Milch an die Markterer. Lederhosenträger finden sich auf dem Foto kaum, einer steht neben dem städtisch gekleideten Herrn Apotheker.

Die übrigen Männer sind ebenfalls urban gewandet. Die aktuelle Aufnahme lässt die baulichen Veränderungen des vergangenen Jahrhunderts leicht erkennen. In der Rubrik »Berchtesgaden damals und heute« zeigt der »Berchtesgadener Anzeiger« Gegenüberstellungen von Fotos aus vergangenen Tagen und aus heutiger Zeit.

Wer hat noch solche Bild-Schätze zu Hause? Der kann sie gerne in der Redaktion vorbeibringen, Dr. Imhof-Straße 9, 83471 Berchtesgaden. Wenn die Fotografien schon in digitaler Form vorhanden sind, dann können sie per E-Mail an redaktion(at)berchtesgadener-anzeiger.de geschickt werden.

Italian Trulli