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»Bergen in Bewegung bringen«

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Stefan Schneider

Bergen. Stefan Schneider (51) ist verheiratet und hat zwei Töchter und einen Sohn. Er ist Projektmanager bei der Ecolab Engineering GmbH in Siegsdorf. Er tritt für die Grüne Liste Bergen als Bürgermeisterkandidat an.


Aus welchem Grund wollen Sie Bürgermeister werden?

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Die niedrige Geburtenrate, der Wegzug unserer bestens ausgebildeten Kinder und die Herausforderungen in einer globalisierten Welt bedingen, dass wir im Chiemgau aus eigener Kraft stärker werden müssen. Ein »weiter so« reicht nicht aus. Nicht Konsum, sondern Investitionen in unsere Kinder und unsere Umwelt geben uns Zukunftssicherheit. Diese wichtigen Fragen brauchen Bürgerbeteiligung und Transparenz in der Gemeindepolitik. Diskussionen müssen vor der Entscheidungsfindung stattfinden und nicht im Nachhinein in Form einer Informationsveranstaltung. Als ehemaliger Gemeinderat habe ich erkennen müssen, dass die meisten Entscheidungsprozesse in nichtöffentlichen Sitzungen diskutiert und nach der Entscheidung als alternativlos angesehen werden. Selbstbewusst, bodenständig und tief verwurzelt in meiner Heimat wollen ich und meine Mitstreiter der Grünen Liste Bergen in Bewegung bringen.

Welches Problem in Bergen wollen Sie als erstes angehen, wenn Sie gewählt werden?

Es ist nicht nur ein Punkt. Wir müssen die seit 2004 bekannte, nötige Erweiterung der Kläranlage endlich beginnen und die bekannten Problemstellen im Hochwasserschutz lösen – und nicht wie die vergangenen 14 Jahre auf Andere warten. Auch die Energiewende müssen wir in Bergen voranbringen. Wichtig ist mir die Verbesserung der interkommunalen Zusammenarbeit. Die Gemeinde muss sich selbstbewusst in die Kreis- und Landespolitik einbringen. Ein gutes Beispiel ist hier der gemäßigte Ausbau der A 8 um Standstreifen und Lärmschutz.

Was gefällt Ihnen besonders an Ihrer Gemeinde?

Meine Frau und ich sind in Bergen geboren und aufgewachsen. Wir haben hier unsere drei Kinder großgezogen. Für uns ist Bergen der Inbegriff von Heimat – Hochfelln und Hochgern, die vielen Seen, unsere Familie und Freunde. Diese hohe Lebensqualität soll erhalten bleiben, auch wenn wir uns nötigen Veränderungen nicht verschließen können.

Wie würde Sie ein sehr guter Freund/Ihre Frau beschreiben?

Analytisch, lösungsorientiert, pragmatisch, selbstbewusst und aufrichtig. Ich bin ein Familienmensch, habe gerne Menschen um mich und bin kommunikativ. Aber auch fordernd, unverblümt und ungeduldig, sagt schmunzelnd meine Frau.

Welche starken Eigenschaften haben Sie? Wo liegen Ihre Schwächen?

In meinem Beruf als Projektmanager ebenso wie in meinem Amt als stellvertretender Vorsitzender der Bergwacht Bayern, ist es für mich selbstverständlich, Menschen und Mittel verantwortungsbewusst, sparsam und zukunftsorientiert einzusetzen. An mir selbst stört mich, dass ich oft überzogene Erwartungen an andere habe. Arbeiten muss ich auch an einem gesunden Verhältnis von Arbeit und Freizeit.

Was sagen Sie zum geplanten Nettomarkt an der Staudacher Straße?

In Bergen haben in allen Ortsteilen in den letzten Jahrzehnten viele kleine Lebensmittelgeschäfte geschlossen, wie zuletzt der Penny, vormals Plus, in der Hochfellnstraße. Ob ein Netto-Discountmarkt als Edeka-Tochter den zu begrüßenden Wettbewerb darstellt, bleibt abzuwarten. Eine zentrumsnähere Lage für Bürger ohne Auto wäre wünschenswert gewesen.