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Grenzland

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Achmet Sharif (Hassan Akkouch) versteckt sich vor den Burgenländern. Foto: Toni Muhr/ZDF Foto: dpa

Der düstere Krimi »Grenzland« verbindet einen Mord mit den Folgen der Flüchtlingskrise in einer österreichischen Region, die direkt an Ungarn grenzt. Die Handlung ist nicht besonders innovativ - der Film mit der Hauptdarstellerin Brigitte Kren kann aber anders überzeugen.


Eisenstadt (dpa) - Das Bekannte und das Fremde - spätestens seit der Flüchtlingskrise 2015 ist das in vielen Filmen ein prägendes Schema. Auch der düstere ZDF-Krimi »Grenzland« an diesem Montag (20.15 Uhr) arbeitet sich daran ab.

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Es geht um Flüchtlinge, um eine Bürgerwehr und um die Angst vor dem Unbekannten in jeglicher Form. Mittendrin versucht die Ermittlerin Elfriede Jandrasits (Brigitte Kren, 65, »Vier Frauen und ein Todesfall«) einen Mordfall zu lösen.

Die 18-Jährige, sprachbehinderte Renate wird tot in einem Waldstück aufgefunden. Als dringend tatverdächtig gilt schnell ihr Freund Achmed, der sein Temperament nicht immer im Griff gehabt haben soll. Der junge Flüchtling ist zudem verschwunden. Als Jandrasits und der etwas unbeholfene Dorfpolizist Hans Boandl (Christoph Krutzler, 41, »Landkrimi«) Achmed finden und befragen, schweigt der lieber. Erst mit den weiteren Ermittlungen kommen Zweifel an der auf der Hand liegenden Mordtheorie auf, vor allem ein Motiv lässt sich nicht finden.

Der Film von Marvin Kren (39, Regie und Drehbuch, »4 Blocks«) und Konstanze Breitebner (59, Drehbuch) spielt im südlichen Burgenland, einer sehr ländlichen österreichischen Region, die vor allem durch die Nähe zu Ungarn geprägt ist und erst 1921 Teil der Alpenrepublik wurde. Fremde fallen dort schnell auf, während der Flüchtlingskrise 2015 erlebten die Menschen aufgrund der Grenznähe die teils chaotischen Zustände hautnah mit.

Im Film herrscht in dieser Region eine zumeist fremdenfeindliche Stimmung. An der erneuten Suche nach Achmed beteiligen sich auch die aufgebrachten und bewaffneten Dorfbewohner besonders gerne - und ebnen damit den Weg zu einer blutigen Endabrechnung.

Ganz neu ist das von der Handlung her freilich alles nicht, in den vergangenen Jahren entstanden in Deutschland und auch in Österreich ähnliche Krimis, auch der »Tatort« arbeitete schon mit diesem Muster. Die weiterhin emotionalen Debatten über die Migrationspolitik in Europa zeigen aber, dass das Thema weiterhin aktuell ist - auch dieser Film regt daher sicher zum Nachdenken über die Migrationspolitik und den Umgang mit den Flüchtlingen an.

»Grenzland« setzt die Thematik letztlich auch durchaus ansprechend um, der düstere Spielfilm birgt Spannung, das ungleiche Ermittler-Duo gefällt. Der Film bedient aber an einigen Stellen zu viele Ressentiments, denen zu selten ein argumentativer Gegenpart entgegengestellt wird.

Die Schauspielerin Brigitte Kren überzeugt derweil als grantige und dann wieder sehr einfühlsame und verletzliche Ermittlerin, die die Vorkommnisse sichtlich mitnehmen. Die so entstehende Emotionalität schwappt auf den Zuschauer über, was der Handlung mit seinem dramatischen Ende mehr als angemessen ist.

ZDF zum Landkrimi "Grenzland"