weather-image

Horst Seehofer und Joachim Herrmann danken Einsatzkräften

4.0
4.0
Bildtext einblenden
Der Blick geht hinauf zum Eishallendach (v.l.): Polizeidirektor Mario Konjevic von der Bundespolizei, Landrat Georg Grabner, Bundesinnenminister Horst Seehofer, der Bayerische Innenminister Joachim Herrmann und Polizeipräsident Robert Kopp.
Bildtext einblenden
Auch die Berchtesgadener Feuerwehr war dabei.
Bildtext einblenden
Großes Medieninteresse herrschte bei der Pressekonferenz in der Einsatzzentrale des Berchtesgadener Feuerwehrhauses. Zuvor hatten sich die Politiker bei den Einsatzkräften nach der aktuellen Lage erkundigt.
Bildtext einblenden
Beamte der Bundespolizei im Einsatz auf der Eishalle.
Bildtext einblenden
Bewunderung für die Einsatzkräfte beim Abräumen der Eishalle (v.l.): Polizeidirektor Mario Konjevic von der Bundespolizei in Deggendorf, Abschnittsleiter Michael Mistlbacher, Bundesinnenminister Horst Seehofer, der Bayerische Innenminister Joachim Herrmann, Landrat Georg Grabner und Marktbürgermeister Franz Rasp. (Fotos: Kastner)

Berchtesgaden – Hohe Professionalität, außerordentliches Engagement und beste Zusammenarbeit bescheinigten Bundesinnenminister Horst Seehofer und sein bayerischer Amtskollege Joachim Herrmann heute allen Einsatzkräften im hiesigen Katastrophengebiet. Bei einem Besuch in der Einsatzzentrale im Berchtesgadener Feuerwehrhaus machten sich die beiden Minister ein Bild von der aktuellen Lage. Dann ließen sie sich an der Berchtesgadener Eishalle von den Einsatzkräften das Abschaufeln des Daches demonstrieren.


Als ein »Signal an die Einsatzkräfte«, die rund um die Uhr mit professionellem Engagement arbeiten würden, wertete Landrat Georg Grabner den Besuch der hochrangingen Politiker in Berchtesgaden. Zwar sei in den letzten Tagen schon viel abgewickelt worden und die Situation entspanne sich leicht. Doch noch gebe es viel zu tun.

Anzeige

Bundesinnenminister Seehofer hatte 230 Beamte der Bundespolizei mit einem technischen Einsatzzug nach Berchtesgaden mitgebracht. Die würden die hiesigen Einsatzkräfte mindestens bis Mittwoch, wenn nötig auch länger, unterstützen, versprach Seehofer in einer Pressekonferenz im Feuerwehrhaus. »Wir stehen an Ihrer Seite«, versicherte der Bundesminister den Einsatzkräften und der Bevölkerung. Den Helfern überbrachte er den Dank der gesamten Bundesregierung, insbesondere auch von Bundeskanzlerin Angela Merkel. »Die Menschen hier leisten seit Tagen Übermenschliches«, sagte Seehofer und sprach von einer reibungslosen Zusammenarbeit aller Einsatzkräfte. »Hier gibt es keine Eitelkeiten, keine Eifersüchteleien.«

Dank auch den Arbeitgebern

Ein bayerisches Vergelt's Gott sprach Horst Seehofer vor allem auch den Arbeitgebern aus, die durch die Freistellung ihrer Mitarbeiter für Hilfseinsätze die Arbeiten im Katastrophengebiet unterstützten. »Auch die Bevölkerung geht sehr professionell mit den Gegebenheiten um«, sagte der Minister. Man unterstütze die Helfer und habe Verständnis, wenn Prioritäten gesetzt werden müssen. Seehofer versprach, dass man sich nach Abschluss des Marathoneinsatzes mit den Helfern darüber unterhalten werde, ob sie mit der Ausstattung zufrieden sind. Denn der Katastrophenfall zeige nun wieder, dass die Rettungsorganisationen die beste Ausrüstung benötigten.

Auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann sprach von einer »großartigen Zusammenarbeit«. Er wusste, dass am Sonntag in ganz Oberbayern rund 8 000 Einsatzkräfte in Aktion waren. Auch Herrmanns Dank galt den Arbeitnehmern für die Freistellung ihrer Beschäftigten. Das sei den Firmen hoch anzurechnen, denn die Mitarbeiter fehlten aktuell rund eine ganze Woche.

Alle Winterdienstfahrer im Einsatz

»Wir wissen, was Winter ist«, sagte Berchtesgadens Bürgermeister Franz Rasp. »Auch früher hatten wir mal zwei Meter Schnee, aber nicht innerhalb von zehn Tagen«. Auch sein Dank ging an die Einsatzkräfte, die schon vor Ausrufung des Katastrophenfalls alles vorbereitet hätten. Für manchen sei vielleicht überraschend, dass trotz des Katastrophenfalls fast alle Straßen gut befahrbar sind. Aber man müsse bedenken, dass aktuell alle Winterdienstfahrer im Einsatz sind. »Und keiner lässt sich nach Hause schicken«, betonte Rasp. Der freute sich darauf, dass sich die Wettersituation nun allmählich stabilisiert. »Dann können wir endlich wieder zum Skifahren gehen.«

Bilder vom Besuch:

Nachdem THW-Vizepräsident Gerd Friedsam den Besuch der Politiker als Motivationsschub für die Einsatzkräfte bezeichnet hatte, gab Toni Brandner, Einsatzleiter Süd, einen Überblick über die aktuelle Situation im Katastrophengebiet des Berchtesgadener Talkessels. Nach seinen Worten waren insgesamt 800 Dächer zu räumen, geschafft waren bis Montagvormittag 350. Die durchschnittliche Zeit für die Freiräumung eines Daches bezifferte Brandner auf vier Stunden. Maßgeblich daran beteiligt sei die Feuerwehr, die aber auch Bäume beseitigen und den Grundschutz (beispielsweise für Brandeinsätze) gewährleisten muss. Deshalb sei die Hilfe von anderen Organisationen wie THW, Bundeswehr, Polizei und BRK sehr wichtig. Alleine mit professionellen Einsatzkräften sei das Arbeitspensum nicht mehr zu schaffen. »Nun planen wir erst einmal für Montag und Dienstag, dann sehen wir weiter«, sagte Brandner.

Bildtext einblenden
Beamte der Bundespolizei im Einsatz auf der Eishalle.

An der Eishalle

Die Politiker machten sich dann, verfolgt von einer riesigen Journalistenschar, auf den Weg zur Berchtesgadener Eishalle. Dort räumten Einsatzkräfte von Bundespolizei, Feuerwehr und THW gerade die letzten Quadratmeter Dachfläche. Auf der Rückseite des Gebäudes, wo das Dach fast bis an den Hang reicht, hatten die Politiker die Gelegenheit, mit den Einsatzkräften zu sprechen. Und Bürgermeister Franz Rasp schilderte den Politikern das Dachabräumen aus seiner eigenen Erfahrung in Maria Gern. So wusste der Rathauschef auch eine Antwort auf die Frage Seehofers, warum man denn noch eine Schicht Schnee auf dem Dach zurücklasse. »Sonst haut's oam de Läuf raus«, erwiderte Rasp und sah die Fragezeichen in den Augen des Ministers. Nach der Übersetzung leuchtete Seehofer die Erklärung freilich ein. Ulli Kastner