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Leichtfüßig, elegant und voller Dynamik

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»Ganes«, das sind die Schwestern Elisabeth und Marlene Schuen (von links) und Natalie Plöger. (Foto: Heel)

Sie kommen aus den Dolomiten, nennen sich »Ganes« und singen in Ladinisch, einer fast vergessenen Sprache, die noch von rund 30 000 Südtirolern gesprochen wird.


»Ganes«, das waren anfangs die Schwestern Elisabeth und Marlene Schuen und ihre Cousine Maria Moling aus dem Dorf La Val, die vor rund zehn Jahren, während einer Tournee mit Hubert von Goisern, angefangen haben, auf der Basis heimischer Volksmusik zauberhafte Popsongs zu schreiben und ebenso zauberhaft zu interpretieren. Mittlerweile ist Maria wieder ausgestiegen, um eigene Projekte zu verfolgen. An ihre Stelle trat die Kontrabassistin (und Sängerin) Natalie Plöger, ein »Nordlicht« aus dem Landkreis Leer in Ostfriesland , die beim Auftritt auf Schloss Triebenbach bewies, dass man Ladinisch auch lernen kann.

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Im Mittelpunkt ihres Auftritts im Rahmen der Salzach Festspiele standen Songs aus ihrem neuen, fünften Album »An cunta che«: Unter diesem ladinischen Titel (Man erzählt, dass …) entführten sie die Zuschauer, versiert an Geigen, Hackbrett, E-Gitarre, Keyboard und Drums sowie kraftvoll unterstützt von Alexandro Trebo am Piano, ins Reich der Sagen ihrer Heimat. Zu Nixen, Hexen, Feen und Murmeltieren, leichtfüßig, elegant und voller Dynamik. Schließlich geht auch ihr Bandname auf die Wassernixen zurück, die in diesen Sagen vorkommen: »Man sagt, dass sie die Urmenschen Ladiniens waren«, erklärten sie einmal dazu. »Sie haben den Ruf, gutartige Wesen zu sein - jedenfalls solange die Menschen lieb zu ihnen sind. Wird ihr Vertrauen jedoch missbraucht, können sie Verwünschungen aussprechen.«

Dass man die Texte nicht verstand, war dabei zu verschmerzen. Zwar gab es zwischendurch kurze Zusammenfassungen, etwa von der Sage einer Bäuerin, die nachts beim Hexentreffen verspeist wird und mit des Teufels Hilfe leibhaftig aufersteht, aber was letztendlich zählte, waren ihre Klanggemälde, ihre raffinierten Arrangements und betörenden Harmoniegesänge, mal leicht und fröhlich, dann wieder tief, dunkel und geheimnisvoll. Dazu die Spannung zwischen »alter« Sprache und rockigen Klängen, die sichtbare Spielfreude und der Schwung auf der Bühne. Grandioser Folk-Pop eben, so einzigartig wie unwiderstehlich.

Ein Jodler, wunderbar schlicht a cappella gesungen, schickte die augenscheinlich höchst beglückten Zuschauer nach zwei Stunden nach Hause. Wolfgang Schweiger