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Probebohrungen in der Martin-Luther-Straße beginnen

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Im Bereich dieser 30er-Zonen-Beschilderung in der Martin-Luther-Straße befindet sich der Schacht, in dem im Juni belastetes Material gefunden wurde. Im Umfeld dieses Bereichs sollen jetzt Probebohrungen durchgeführt werden, um sicherzugehen, dass sich dort nicht noch weiteres belastetes Material im Erdreich befindet. (Foto: Rasch)

Traunreut – Um endgültig auszuschließen, dass sich im Erdreich in der Martin-Luther-Straße weitere Altlasten aus der Munazeit befinden, müssen jetzt weitere Probebohrungen durchgeführt werden. Nach Angaben der Stadtverwaltung soll mit den Bohrungen, denen bereits geophysikalische Messungen vorausgegangen sind, voraussichtlich am kommenden Montag begonnen werden. Der Bereich wird entsprechend gesichert und abgesperrt.


Mittels dieser Bohrungen soll eruiert werden, wie groß der Umfang der im Zuge der Sanierung der Martin-Luther-Straße festgestellten Fundstelle ist. Sollte sich bei den Tests herausstellen, dass sich in dem 1,70 Meter tiefen Schacht an der Einmündung in die Adalbert-Stifter-Straße noch belastetes Erdreich befindet, müsste dies dann entsprechend untersucht und fachgerecht entsorgt werden.

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Dass die Probebohrungen durchgeführt werden müssen, ist bereits seit dem Fund im Juni bekannt. Bei Grabungsarbeiten im Zuge der Sanierung der Martin-Luther-Straße war belastetes Erdreich gefunden worden. Durch die Hitze hatte das Aushubmaterial, in dem noch Reste der Giftgasproduktion enthalten waren, starke Gerüche entwickelt. Anwohner hatten einen merkwürdig-süßlichen Geruch im Bereich der Baustelle wahrgenommen und Alarm geschlagen.

Die Verunsicherung war groß, als an einem Freitagnachmittag Einsatzkräfte in Schutzanzügen anrückten. Die Anwohner wurden aufgefordert, ihre Häuser nicht zu verlassen. In dem Aushub waren Kampfmittelreste aus der Munitionsanstalt (Muna) aufgetaucht, die sich vor und während des Zweiten Weltkriegs in Traunreut befunden hatte. Ursprünglich war die Stadt davon ausgegangen, dass es aufgrund vieler Untersuchungen und Bodenreinigungsaktionen, die in der Vergangenheit in der Stadt durchgeführt wurden, keine Verdachtsflächen mehr gibt.

Obwohl laut Experten von dem Aushub keine Gefahr ausging, war die Verunsicherung in der Bevölkerung weiterhin groß, zumal der Aushub über mehrere Tage nahe der Fundstelle gelagert war. Das Problem war, dass keine Firma gefunden werden konnte, die das Material abtransportiert. Nachdem dann eine Spezialfirma gefunden wurde, musste das Erdreich in einem Bauschutt-Container mit Deckel und einer Folien-Auskleidung im städtischen Bauhof zwischengelagert werden, bevor es dann nach weiteren Untersuchungen endgültig fachgerecht entsorgt werden konnte. Der Schacht, in dem die Giftgasreste gefunden wurden, konnte dann wieder verfüllt und die Straßenarbeiten fortgeführt werden.

Sollte bei den jetzigen Bohrungen weiteres belastetes Material gefunden werden, müssten ein Bodenaustausch stattfinden und die Giftstoffe fachgerecht entsorgt werden. Sollten die Bohrungen negativ verlaufen, steht einer ordnungsgemäßen Wiederherstellung nichts mehr im Wege.

Durch die jetzt anstehenden Bohrungen verzögern sich die letzten Arbeiten in der fast fertiggestellten Martin-Luther-Straße. In der Hausnummer 1 und 2 müssen noch die Wasseranschlüsse hergestellt werden. Außerdem fehlt hier noch die Asphaltschicht, die aber erst im Zuge der Sanierung der östlichen Adalbert-Stifter-Straße im kommenden Jahr aufgebracht werden soll. ga