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Ramsauer Lärchenholz für Slowenien

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Prächtiger Ausblick vom Kirchturm über den Ort Piran.
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Der Treppenaufgang besteht jetzt komplett aus Lärchenholz aus der Ramsau. (Fotos: privat)
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Der Kirchturm der Kathedrale St. Georg.

Ramsau/Piran – Einen ganz besonderen Auftrag aus Slowenien hatte im vergangenen Jahr das Ramsauer Sägewerk Dieterich erhalten. Für die Erneuerung des Treppenaufganges im altehrwürdigen, venezianischen Kirchturm der Kathedrale St. Georg von Piran konnte der Ramsauer Sägebetrieb das gesamte Schnittholz an eine slowenische Restaurierungsfirma liefern. Jetzt ist das Projekt vollendet.


Das kleine wohlbekannte Hafenstädtchen Piran liegt an der slowenischen Adriaküste knapp an der Grenze zum kroatischen Istrien. Mit seinem mittelalterlichen, gut erhaltenen Ortskern, mit engen Gassen und dem kleinen Hafen ist es ein beliebter Bade- und Erholungsort. Hoch über der Altstadt thront auf einem Hügel mit steil zum Meer abfallenden, etwa 30 Meter hohen Klippen die Kathedrale St. Georg. Im Stil der venezianischen Renaissance 1637 erbaut, steht diese Kirche an einem geschichtsträchtigen Platz über den Fundamenten eines römischen Tempels, einer frühchristlichen Kirche und eines mittelalterlichen, gotischen Sakralbaues.

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Daneben ragt freistehend, ein Kirchturm über 50 Meter in die Höhe. Dieser Turm war als kleinere Kopie des Campanile von St. Markus in Venedig im Jahr 1604 erbaut worden und ist nun seit über 400 Jahren, zusammen mit der Kathedrale, das weithin sichtbare Wahrzeichen des beschaulichen slowenischen Küstenstädtchens. Die Turmspitze ist von einer metallenen, vier Meter hohen Statue des Erzengels Michael geschmückt, die sich nach dem Wind dreht und der Stadtbevölkerung seit jeher als Wetterfahne dient. Ebenso wie die große Turmuhr mit dem überdimensionalen Zifferblatt und Zeigern den Bewohnern und Besuchern von Piran die Zeit anzeigt.

Im Turm selbst führt eine hölzerne Treppenanlage über 26 Meter empor zu einem kleinen Aussichtsbalkon aus weißem Marmor, der auf der Höhe des Glockenstuhles rund um den Turm führt. Von dort hat man bei schönem Wetter eine fantastische Aussicht, nicht nur über das Städtchen selbst, sondern über den Golf von Triest und die nördliche Adria. Bei klarer Sicht blickt man sogar über Triest und die italienische Küste mit ihren Badeorten hinweg bis zu den Gipfeln der Julischen Alpen, der Friauler Berge und der östlichen Dolomiten.

Aufgrund der Witterungseinflüsse, insbesondere der salzhaltigen, feuchten Meeresluft, war die mehrere hundert Jahre alte Bausubstanz dieses Campanile von Piran sehr in Mitleidenschaft gezogen worden. Eine Renovierung des gesamten Wahrzeichens, von den Holztreppen über das mechanische Uhrwerk, die Glocken, die Außenfassade bis hin zur Turmspitze mit dem Erzengel an der Spitze wurde dringend nötig. Die Restaurierungsarbeiten zogen sich über mehrere Jahre hin und konnten vor Kurzem erfolgreich abgeschlossen werden.

Hierzu wurde am 3. Juli von der Pfarrei St. Georg in Piran eine Abschlussfeier veranstaltet, zu der auch alle an den Arbeiten beteiligten Firmen eingeladen waren. Vom Sägewerk Dieterich nahmen Betriebsleiter Franz Dieterich und Sägewerksmeister Markus Huber daran teil. Sie nutzten dabei die Gelegenheit, sich von der gediegenen handwerklichen Verarbeitung des gelieferten Lärchenholzes und dem perfekten Einbau der daraus gefertigten Treppenanlage zu überzeugen.

Die slowenischen Restaurierungsfachleute ihrerseits waren voll des Lobes über die Qualität des bayerischen Berglärchenholzes, dessen Dauerhaftigkeit dem feuchten Meeresklima weitere Jahrhunderte standhalten sollte. Der Campanile von Piran erstrahlt jetzt wieder in neuem Glanz und es kann jedem Istrien-Urlauber nur angeraten werden, einen Abstecher dorthin zu machen, auf den Turm zu steigen und von dort oben die grandiose Aussicht zu genießen. fb