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Alle 25 Teilnehmer haben den Befähigungsnachweis erlangt. (Foto: Molkerei Berchtesgadener Land)

Dampfkessel sicher betreiben: TÜV führt Kesselwärterschulung in Molkerei Berchtesgadener Land durch

Piding – Von Dampfkesseln und Dampfkesselanlagen geht Gefahr aus. Grund ist die hohe gespeicherte Energie und der innre Druck. Bei nicht ordnungsgemäßem Betrieb besteht Explosionsgefahr. Deshalb gehören Dampfkessel in Deutschland entsprechend der Betriebssicherheitsverordnung zu den überwachungsbedürftigen und erlaubnispflichtigen Anlagen. Sie werden von hierzu beauftragten Beschäftigten, den sogenannten Kesselwärtern betrieben. Die nötige Schulung für den erforderlichen Sachkundenachweis führte der TÜV SÜD kürzlich für 25 Kesselwärter aus dem Raum Südostbayern durch. Die praktische Übung dazu fand in der Molkerei Berchtesgadener Land statt.


Nach einer kurzen Einleitung und Unternehmensvorstellung durch Kesselwärter Josef Burghartswieser von der Molkerei Berchtesgadener Land übernahm Johannes Hintereder vom TÜV SÜD die Fortbildung. Basis der Schulung war das kürzlich neu aufgelegte Merkblatt, das den Rahmen für die Schulung der Kesselwärter als beauftragte Beschäftigte zur Bedienung von Dampfkesselanlagen vorgibt. Neben allgemeinen Grundlagen, den Bauarten, der Ausrüstung und dem Beheizen und Beaufsichtigen von Kesselanlagen waren auch die elektronische Steuerung, die Instandhaltung, Behebung von Störungen und Schäden sowie Vorschriften und Bestimmungen Teil der insgesamt zweiwöchigen Ausbildung.

Der praktische Teil wurde dann in der Energiezentrale der Molkerei Berchtesgadener Land an der seit 2016 betriebenen Gasturbine durchgeführt. »Die Größe von Dampfkessel ist weit gespannt: Sie reicht von Kleinstdampfkesseln (Schnellkochtopf) im Haushalt bis zu Dampfkraftwerken mit einer Höhe von 155 Metern bei einer Dampfleistung von bis zu 3600 Tonnen pro Stunde«, beschreibt Johannes Hintereder die Bandbreite der betriebenen Geräte und Anlagen. Die Dampfturbine in Piding hat eine Leistung von fünf Tonnen pro Stunde und eignet sich sehr gut für den technischen Teil der Fortbildung, so Johannes Hintereder.

Der dort erzeugte Dampf bei der Stromerzeugung wird mittels Kraft-Wärme-Kopplung für die Erhitzung der Milch im Rahmen der Herstellung von Milch und Milchprodukten benötigt. Außerdem werden circa 60 Prozent des verbrauchten Stromes der Molkerei durch die Gasturbine erzeugt. Alle 25 Teilnehmer haben den Befähigungsnachweis zur Bedienung von Dampfkesselanlagen erlangt.

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