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92 Millionen Euro Milchgeld ausbezahlt

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Auf der 81. Generalversammlung der Molkerei Berchtesgadener Land wurden alle turnusmäßig zur Wahl stehenden Vorstände und Aufsichtsräte einstimmig wiedergewählt (v.l.): Geschäftsführer Bernhard Pointner, Aufsichtsratsvorsitzender Josef Siglreithmayr, Vorstandsvorsitzender Andreas Argstatter sowie Konrad Hogger, Stefan Gnadl, Heinrich Schwabenbauer, Josef Sichler, Gregor Aicher, Georg Lenz und Anton Berger. Foto: privat

Berchtesgaden (MWP) - Fast 400 Landwirte waren als Mitglieder und damit Eigner der Einladung der Genossenschaftsmolkerei Berchtesgadener Land zur Generalversammlung gefolgt. Sie wurden im Kongresshaus Berchtesgaden aus erster Hand über die Entwicklung im vergangenen Geschäftsjahr informiert.


Aufsichtsratsvorsitzender Josef Siglreithmayr ließ das Milchwirtschaftsjahr 2012 Revue passieren und schloss erfreut mit den Worten: »Erneut stehen die Milchwerke Berchtesgadener Land Chiemgau eG beim Milchpreis ganz vorne - niemand zahlte in den vergangenen Jahren mehr Milchgeld.« Und das sei auch zukünftig das erklärte Ziel und daher in der Unternehmensphilosophie festgeschrieben. Die Landwirte leiden derzeit unter Preiserhöhungen bei Futtermittel und Diesel - dies wisse man auch in Piding, so Siglreithmayr und stellte weitere Milchgelderhöhungen in Aussicht.

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Vorstandsvorsitzender Andreas Argstatter stellte in seinem Bericht die Eurokrise und deren Auswirkung auf die eigene Genossenschaft sowie den Strukturwandel bei den Molkereien in den Mittelpunkt. Auch im vergangenen Jahr mussten weitere Molkereien ihre Eigenständigkeit aufgeben, indem sie übernommen wurden oder größere Molkereien Fremdkapital einbrachten. Er sei stolz, dass es in diesem schwierigen Umfeld erneut gelungen ist, Umsatz und Absatz zu steigern, so Argstatter.

Insgesamt wurden im letzten Jahr 15 Millionen Euro in den Standort in Piding investiert und es seien noch viele weitere Millionen notwendig, um die derzeit größte Baustelle in der Region - das neue Verladeterminal mit angeschlossenem dritten Hochregallager und neuem Frischdienst - fertigzustellen. Die bisherigen Investitionen am Standort hätten das Milchgeld der Vergangenheit gesichert. Das derzeitige Bauprojekt schaffe nun die Voraussetzungen, um auch in Zukunft die erfasste Milch aus der Berg- und Alpenregion am Standort als Premiumprodukt zu verarbeiten und erfolgreich zu vermarkten.

Bernhard Pointner zeigte sich erfreut über das erreichte Betriebsergebnis. Der Umsatz konnte im vergangenen Geschäftsjahr auf knapp 173 Millionen Euro gesteigert werden, über 92 Millionen Euro wurden als Milchgeld an die Landwirte ausgezahlt. Es sei gelungen, im Jahr 2012 Neuprodukte wie die Frühstücksmilch in ganz Süddeutschland sowie im Frühjahr 2013 ein neues laktosefreies Bio-Alpenmilchsortiment und öko&fair-zertifizierte Alpenzwerg-Schokomilch national am deutschen Markt zu platzieren. Außerdem konnte das Exportgeschäft weiter ausgebaut werden. Mit 250 Millionen Kilogramm wurde erstmals eine viertel Milliarde Kilogramm Milch in Piding verarbeitet.

2012 war leider auch das Jahr der Lebensmittelskandale - so wunderte es Bernhard Pointner nicht, dass viele Verbraucher Geiz nicht mehr geil finden, sondern wieder vermehrt Wert auf gesicherte Herkunft und faire Geschäftspraktiken legen. »Das hat uns neue Kunden beschert«, resümiert Pointner und machte auch den Landwirten für das laufende Jahr Hoffnung auf eine verbesserte Marktlage mit positiven Auswirkungen auf die Milchpreise.

Neben der Produktqualität seien zwei weitere Faktoren für den Unternehmenserfolg verantwortlich: die hohe Motivation der Mitarbeiter/-innen und die in alle Unternehmensprozesse integrierte kontinuierliche Verbesserung, an der alle laufend mitarbeiten. Mit einem Zwischenapplaus dankte die Generalversammlung den Mitarbeitern dafür.

Vom bayerischen Genossenschaftsverband leitete Oberrevisor Johann Jobst die Abstimmungen über die Genehmigung des Jahresabschlusses und die Verwendung des Reingewinns. Die Molkerei sieht er als Vorzeigebetrieb und für die Zukunft optimal aufgestellt. Dies machte den Landwirten die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat leicht. In den Gremien des Vorstands und Aufsichtsrats standen turnusgemäß Wahlen an. Einstimmig wurden die Vorstände Gregor Aicher und Konrad Hogger sowie die Aufsichtsräte Georg Lenz, Johann Maier, Josef Sichler, Anton Berger, Heinrich Schwabenbauer und Stefan Gnadl wiedergewählt. Zudem beschloss die Versammlung, eine Milchgeld-Nachzahlung in Höhe von 0,50 Cent auf die Milchmenge des vergangenen Jahres.

Anton Kern vom Bayerischen Bauernverband machte in seinem Grußwort den Landwirten Hoffnung und Mut: Die Milchwirtschaft im Berggebiet habe Zukunft, besonders wenn eine leistungsfähige genossenschaftliche Molkerei hinter den Landwirten stehe.

Im Anschluss an den offiziellen Teil wurden Neuprodukte verkostet und viele interessante Gespräche geführt. Es zeigte sich, dass das Verhältnis zwischen Molkerei und Landwirten partnerschaftlich und von gegenseitigem Respekt geprägt ist.