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Gute Zahlen im letzten Jahr der alten Jennerbahn

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Vorstandsvorsitzender Michael Emberger informierte über die aktuellen Zahlen der Berchtesgadener Bergbahn AG. (Foto: Pfeiffer)

Michael Emberger, Vorstandsvorsitzender der Berchtesgadener Bergbahn AG, hat auf der Jahreshauptversammlung im Gasthaus »Unterstein« die Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr präsentiert.


So besuchten 2015/16 stattliche 220 000 Gäste den Jenner mit der Bergbahn – 4 500 Personen mehr als das Jahr zuvor. Der Gesamtumsatz der Bahn und der Gastronomie am Hausberg der Gemeinde Schönau am Königssee betrug 4,19 Millionen Euro.

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2015/16 war das letzte reguläre Jahr vor Beginn der großen Umbaumaßnahmen, in deren Folge Tal-, Mittel- sowie Bergstation abgerissen worden waren und aktuell neu errichtet werden. Der reguläre Betriebsbeginn nach der Sommersaison startete am 19. Dezember 2015 und endete am 3. April 2016. Wegen zu hoher Temperaturen im November und Dezember sei eine Beschneiung bis in die Höhenlagen nicht möglich gewesen, sagte Emberger. Der Skibetrieb wurde deshalb erst am 26. Januar aufgenommen. »Somit waren unsere Aufstiegshilfen und Pisten an 70 Skitagen geöffnet«, so Emberger. Für Fußgänger sei die ungewöhnlich warme Witterung vorteilhaft gewesen, vor allem an den Weihnachtsfeiertagen trugen diese zu einem guten Geschäftsergebnis bei.

Die Erstzutritte bei der Jennerbahn bis einschließlich April verringerten sich gegenüber dem Vorjahr um rund 9,5 Prozent auf 57 800 Personen. Die Erstzutritte im Winterhalbjahr lagen allgemein um 5,7 Prozent unter dem Fünf-Jahres-Mittel. Deutlich besser sah es für die Jennerbahn in den Sommermonaten aus: Vom 1. Mai bis 31. Oktober 2016 erhöhten sich die Erstzutritte gegenüber dem Vorjahr deutlich um 4 500 Personen oder 16,5 Prozent. Gegenüber dem Fünf-Jahres-Mittel stiegen sie um rund 5  Prozent.

Jahresumsatz kräftig gesteigert

Und auch in Sachen Umsatzerlöse beim Bahnbetrieb, so Michael Emberger, konnte man einen kräftigen Zuwachs verzeichnen. Der Gesamtumsatz des Bahnbetriebes stieg auf 3,46 Millionen Euro. Der Umsatzerlös war im Vergleich zum Fünf-Jahres-Mittel um 14,3 Prozent höher. Im Gastronomie-Bereich erhöhte die Berchtesgadener Bergbahn AG den Umsatz um 43 000 Euro auf nunmehr 731 000 Euro. Mit 4,19 Millionen Euro Gesamtumsatz (Bergbahn plus Gastronomie) konnte man 4,4 Prozent mehr erlösen als im Vorjahr.

Beim Materialaufwand und bei den bezogenen Leistungen kam es im Geschäftsjahr zu einer Kostensenkung von rund 132 000 Euro. Und auch die Personalkosten verringerten sich bei Löhnen und Gehältern um 30 000 Euro, »da in den Wintermonaten weniger Aushilfskräfte benötigt wurden«, sagt Vorstandsvorsitzender Emberger. Die Abschreibungen haben sich bezüglich des Ersatzbaues der Jenner-, Mitterkaser- und Jennerwiesenbahn sowie der Tal-, Mittel- und Bergstation sowie der Anschaffung eines Pkw, einer Schneefräse und weiterer Materialien um 63 000 Euro erhöht.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen verringerten sich gegenüber dem Vorjahr um 60 000 Euro auf 674 000 Euro. Somit ergibt sich ein Jahresüberschuss von 50 000 Euro. Der Gewinnvortrag von 77 000 Euro sowie der Jahresüberschuss von 50 000 Euro zeichnen für den Bilanzgewinn von 127 000 Euro verantwortlich, der auf neue Rechnung vorgetragen werden soll. Auf Nachfrage erfuhren die Aktionäre, dass es aufgrund der teuren Umbaumaßnahmen auf längere Zeit erst einmal keine Dividende geben wird.

Große Investitionen

Die Investitionen im Anlagevermögen (1,29 Millionen Euro) betreffen überwiegend die Anzahlungen zum Ersatzbau der Jenner-, Mitterkaser- und Jennerwiesenbahn sowie den Neubau der drei Jennerbahnstationen – sowie den Ankauf des Grundstücks Weidenlehen als Ausgleichsmaßnahme. Die Forderungen verringerten sich von 131 000 Euro auf 117 000 Euro. Die flüssigen Mittel erhöhten sich im Geschäftsjahr 2015/16 um 422 000 Euro auf 1,12 Millionen Euro.

Die Verbindlichkeiten der Berchtesgadener Bergbahn AG erhöhten sich ebenfalls – um 843 000 Euro auf 2,22 Millionen Euro. Diese beinhalten vor allem die Verbindlichkeiten der aktuell im Bau befindlichen Ersatzanlage. Weiterhin erläuterte Michael Emberger, dass der Mitarbeiterstand zum Ende des Geschäftsjahres bei 40 lag, wovon 27 bei der Bahn arbeiten, 13 innerhalb der Gastronomie. Der Personalaufwand werde sich vor allem in Zukunft erhöhen, da eine dreigliedrige Lohnsteigerung greift: Seit 1. Januar verdienen die Mitarbeiter laut Tarifabschluss 3 Prozent mehr, eine 2-Prozent-Erhöhung ist für Anfang 2018 geplant.

»Ebenso ist eine Einmalzahlung von 320  Euro je Mitarbeiter zu bezahlen gewesen«, so Emberger, der zum Abschluss einen Blick auf die Entwicklung des Geschäftsbetriebes in der laufenden Saison 2016/17 warf: So erfolgte die Einstellung des Sommerbetriebes am 8. November. Und trotz der Einsatzbereitschaft der Beschneiungsanlage ab Oktober konnte diese nicht in Betrieb gehen, »da es bis Januar dieses Jahres leider keine längere Kälteperiode gab, die eine Beschneiung möglich gemacht hätte«, fasste er zusammen. Erst ab 6. Januar, also nach der für gewöhnlich umsatzstarken Weihnachtszeit, konnte die Maschinenschneeerzeugung in Betrieb genommen werden.

Wegen des verzögerten Starts verringerten sich die Jennerbahn-Fahrgastzahlen bis 5.  März um 7 800 Personen auf 47 400 Fahrgäste. Die Bahnumsätze fielen im selben Zeitraum um 106 000 Euro auf 680 000 Euro und auch der Gastronomieumsatz fiel: um 25 000 Euro auf 162 000 Euro. Der Gesamtumsatz ging ebenfalls um 131 000 Euro auf nunmehr 842 000 Euro zurück, was wiederum einem Minus in Höhe von 13,4 Prozent entspricht. Der letzte offizielle Betriebstag der Bahn war der 5. März. Kilian Pfeiffer