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Vorbereitungen in der Königssee-Schifffahrt

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Schönau: Vorbereitungen in der Königssee-Schifffahrt
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Um diese Jahreszeit herrscht normalerweise schon Trubel in St. Bartholomä. (Fotos: Bernhard Stanggassinger)

Schönau am Königssee – Die Schifffahrt Königssee bereitet sich auf die Wiedereröffnung mit allen Sicherheitsvorschriften intensiv vor. Der »Anzeiger« hat sich vor Ort ein Bild gemacht.


Alle Elektroboote wurden umgebaut. Dafür mussten die mittleren Sitzbänke ausgebaut werden, um den nötigen Abstand zu gewährleisten. Betriebsleiter »Das war viel Arbeit«, sagte der Betriebsleiter Michael Brandner, denn die darunter befindliche Heizung musste ebenfalls abmontiert werden. Die Boote bieten nun nur noch Platz für 50 Prozent der Fahrgäste, die sonst mitgenommen werden konnten. Der Kapitän bedient die Instrumente nun aus einer abgeschlossenen Kabine heraus. Vorbereitungen wurden auch an den Kassen an der Seelände getroffen. Nur an zwei Schaltern können künftig Tickets erworben werden. Die Tickets werden nicht mehr gelocht. Eigens angefertigte Holzvorrichtungen sorgen dafür, dass beim Anstellen genügend Abstand gehalten werden kann.

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An den Stegen sind bereits durchsichtige Trennwände aufgestellt worden, um Kontakt zwischen Fahrgästen und Stegwart zu vermeiden. Die Trennwände sind zur Zeit noch zum Schutz mit einer Klebefolie versehen.

In der Polsterei der Schiffswerft näht man momentan Mundschutzmasken. Sie sind nicht nur Pflicht für die Kapitäne, auch die Fahrgäste werden nicht um diese Maßnahme herum kommen. Genaue Anweisungen liegen jedoch noch nicht vor.

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Die Elektriker sind momentan mit der Erneuerung der Bootsbatterien beschäftigt. Am Arbeitsplatz wird Mundschutz getragen. Das Schiff »Bartholomä« befand sich noch in der Werft und wurde malerisch gewartet. Jetzt wartet es noch auf die TÜV Abnahme, um die Bescheinigung der Landuntersuchung zu bekommen. Als nächstes soll der Wechsel vollzogen werden, das Schiff »Bartholomä« kommt aus der Werft und das Alte Schiff »Königssee« wird ausgemustert. Das neue Schiff »Königssee« konnte wegen der aktuellen Situation noch nicht eingeweiht werden.

Auf die Feier zweier Jubiläen musste die Gesellschaft ebenfalls verzichten: Die Schiffe »Untersberg« und »Watzmann« sind seit 100 Jahren im Einsatz. Das »Untersberg«-Schiff wurde im Frühjahr 1820 und das Watzmann-»Schiff« im Herbst 1820 von der FR. Lurssen Bootswerft Vegesack gebaut.

»So etwas haben wir noch nicht erlebt«, heißt es von Seiten der Kapitäne. Um diese Jahreszeit sind die Schiffe immer voll besetzt gewesen. Aber die Krise hat auch etwas Gutes an sich: Die Natur hatte Zeit, sich zu erholen. Das kräftig leuchtende grün der Bäume, die schneebedeckten Berge, welche sich im ruhigen Wasser spiegeln.

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Teilweise sind die Spiegelbilder mit Blütenstaubteppichen unterbrochen. In Ufernähe schwimmen hunderte von kleinen Fischen herum. Für den Hecht dürfte es zur Zeit ein leichtes Spiel sein satt zu werden. Das einzige Geräusch in der Stille sind die Wasserfälle, die tosend mit Schneewasser in den See stürzen. Die Almen sind noch nicht bestoßen. Am 23. Mai soll auf die Saletalm und auf die Fischunkelalm das Vieh aufgetrieben werden. Die Gaststätte Saletalm wird zu diesem Zeitpunkt noch geschlossen sein. Man rechnet mit einer Inbetriebnahme der Schifffahrt und der Öffnung der beiden Gaststätten Saltetalm und St. Bartholomä am 30. Mai.

Am Bootssteg Salet wurde aus Abstandsgründen eine Absperrungskette montiert. Der Bootssteg St. Bartholomä wurde ebenfalls Abstandsgerecht umgebaut. Einiges an Reparaturarbeiten hat man in der touristenlosen Zeit vorgenommen. So wurde der Platz zwischen Bootsanlegestelle und Kirche neu mit Sand planiert und die Gaststätte bekam eine eigene Bootsanlegestelle. Auch ein Stadel musste auf der Halbinsel saniert werden.

Bernhard Stanggassinger