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Coronavirus im Tourismus: Heimische Hotels und Gaststätten erwarten hohen Schaden

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Berchtesgaden: Coronavirus im Tourismus – Hotels und Gaststätten erwarten hohen Schaden
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Leere Parkplätze bei schönstem Wetter: Die Corona-Pandemie zwingt den Tourismus in die Knie. (Foto: Christian Wechslinger)

Berchtesgaden – Die Corona-Krise trifft den Tourismus hart. Während Hotels ihren Betrieb vorerst bis April gänzlich einstellen mussten, gelten für Gasthäuser einschränkende Regelungen.


Die Bevölkerung muss derzeit auch auf Freizeitangebote verzichten. Wie wirken sich diese Regelungen im Talkessel und im Landkreis aus? Der »Berchtesgadener Anzeiger« hat sich umgehört.

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»Wir freuen uns auf ein Wiedersehen im April«, ist auf der Webseite des Hotels »Edelweiss« zu lesen.

Verhalten optimistisch gibt sich auch Marcus Weisbecker von der Königssee-Schifffahrt. »Wir sind aktuell im Winterbetrieb und das ist die Zeit, in der wir unsere Schiffe für einen Sommer mit hohem Fahrbetrieb rüsten. Betroffen sind aktuell 80 Mitarbeiter, doch es gibt bei uns keine Kündigungen, der Betrieb läuft weiter.« Allerdings hofft Prokurist Weisbecker, dass das Geschäft bis Mai wieder anläuft, denn sonst werde man über Kurzarbeit nachdenken müssen. Gleichzeitig bekräftigt er, dass man alles tun werde, um die Mitarbeiter zu halten. »Gute Fachkräfte sind und bleiben Mangelware.«

Hotelgewerbe

Ganz anders ist die Situation in der Hotellerie und Gastronomie. In der Alpenstadt Bad Reichenhall hat seit Mittwoch sogar der Brauereigasthof »Bürgerbräu« geschlossen. Christoph Graschberger nimmt kein Blatt vor den Mund: »Offen bis 15 Uhr ist keine Option, es hat vielleicht geholfen, einen Übergang hin zur Schließung zu schaffen, etwa um die Bestände abzubauen.«

Das Hotel »Zechmeisterlehen« in Berchtesgaden ist ebenfalls zu. Für 50 Mitarbeiter wird Kurzarbeit angemeldet. Dabei war es im März zu 75 Prozent gebucht und über Ostern gänzlich ausgebucht. Er ist damit nicht allein, eine ganze Branche, und damit die Grundlage des touristischen Geschäfts, droht wegzubrechen, wenn die Krise nicht bis zum Sommer überstanden ist.

Unterstützung

Die Geschäftsführerin der BGLT (Berchtesgadener Land Tourismus GmbH), Dr. Brigitte Schlögl, äußert sich so: »Es ist eine Situation wie noch nie zuvor. In zwei Tagen ist das touristische Geschäft auf Null gefahren worden. Stornierungen hat es zuvor bereits reichlich gegeben.« Die BGLT koordiniert zusammen mit dem Wirtschaftsservice des Landkreises (BGLW) die Mittel zur Unterstützung der Gastgeber.

Wie sich die Situation bei anderen Betrieben – darunter auch der Jennerbahn in Schönau am Königssee – verhält, lesen Sie in der Samstagsausgabe (21. März) des »Berchtesgadener Anzeigers«.

Gerd Spranger

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