Generalversammlung der Vereinigten Weihnachtsschützen: Thomas Holm zum 1. Vorsitzenden gewählt

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Die neue Vorstandschaft (v.l.): Josef Prex, Peter Ponn, Tobias Botzenhard, Hans Graßl, Thomas Holm, Hannes Grill, Franz Obermeier. (Fotos: Bernhard Stanggassinger)
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Bei der Ehrung dabei waren (v.l. vorne): Sebastin Angerer, Josef Dax, Johann Fegg sowie (v.l. hinten) Thomas Holm, Michael Biermeier und Christoph Lochner.

Berchtesgaden – Die Generalversammlung der Vereinigten Weihnachtsschützen des Berchtesgadener Landes fand kürzlich im »Bräustüberl« in Berchtesgaden statt. Dabei wurde Thomas Holm zum ersten Vorsitzenden gewählt, sein Stellvertreter ist Franz Obermeier. Zuvor hatten sich die Weihnachtsschützen in der Stiftskirche zu einem Gottesdienst für die Verstorbenen, Ehrenvorsitzenden Felix Möschl und Vorsitzenden Rudi Koller, versammelt. Der Altarraum war für diesen Anlass eigens dekoriert worden.


In der Predigt von Pfarrer Dr. Thomas Frauenlob ging es um den Willen Gottes. Zum Thema Selbstfürsorge und Selbstliebe verlas er ein Gedicht von Bernhard von Clairvaux. Die musikalische Umrahmung des Gottesdienstes gestaltete eine Bläsergruppe der Marktkapelle Berchtesgaden unter der Leitung von Michael Kunz.

Zwei Aufgaben

Berchtesgadens Bürgermeister Franz Rasp übermittelte auf der Versammlung im »Bräustüberl« die Grüße seiner Bürgermeisterkollegen im Talkessel. »Wir haben momentan keine guten Zeiten für die Weihnachtsschützen, wir haben zwei Aufgaben. Das eine ist Corona und das andere ist, was uns alle bewegt: der Umgang mit dem Böllerpulver. Wir Gemeinden stehen auf der Seite der Weihnachtsschützenvereine«, sagte Rasp. Er versicherte die volle Unterstützung von sich und seinen Kollegen. Rasp geht davon aus, dass es dieses Jahr nicht mehr so wird sein wie letztes Jahr, dass kein Mensch mehr weiß, wie es kurzfristig mit dem Schießen weitergeht. »Da hat man erst einmal gemerkt, wie wichtig das Brauchtum ist. Erst wenn man das Brauchtum nicht mehr durchführen kann, g'spannt ma erst, wos da feit«, so der Rathauschef.

Schriftführer Josef Prex kündigte seinen Bericht als Marathonaufgabe an. Er beschränkte sich auf die Jahre 2019 und 2020. Zu den Besonderheiten gehörte die Verleihung des Heimatkundepreises 2019 des Heimatkundevereins Berchtesgaden. Dieser wurde den Weihnachtsschützen des Berchtesgadener Landes am 28. Juni 2019 im Gasthaus »Neuhaus« verliehen. Damit wurden das Engagement der Berchtesgadener Weihnachtsschützen und die Verleihung des Immateriellen Kulturerbes gewürdigt.

Weiters gab es eine Pontivikalvesper am 29. Juni 2019 zum Zusammenschluss der Pfarrverbände Marktschellenberg, Berchtesgaden und Bischofswiesen zum Pfarrverband Stiftsland, an dem die Weihnachtschützenvereine teilnahmen.

Eine politische Bildungsreise der Weihnachtsschützen führte vom 13. bis 16. November 2019 auf Einladung von Dr. Peter Ramsauer nach Berlin. Außerdem waren die Weihnachtsschützen in München zu Besuch. Anlass waren die Feierlichkeiten der bayerischen Verfassungstage am 2. Dezember 2019. 50 Weihnachtsschützen aus 14 verschiedenen Vereinen schossen vor dem Bayerischen Landtag.

Vereinsjahr 2020

Traurig begann das Jahr 2020, als am 17. Februar der 1. Vorsitzende der Vereinigten Berchtesgadener Weihnachtsschützen, Rudi Koller, verstarb. Sepp Prex berichtete von dessen Verdiensten für das Weihnachtsschützenbrauchtum.

Wegen des Ausbruchs des Coronavirus wurde Mitte März ein Versammlungsverbot ausgesprochen, sodass die turnusgemäß geplante Generalversammlung abgesagt werden musste. Trotz Coronapandemie konnte das Heilig-Geist-Schießen durchgeführt werden. Das Schießen an den Standplätzen an Weihnachten wurde dagegen untersagt. Das Gesundheitsamt lehnte die Veranstaltung ab, da das Mettenschießen am Heiligen Abend einer zuschauerträchtigen Großveranstaltung gleichgestellt werden kann. »Da kann man nur noch den Kopf schütteln, die haben von unserem Brauchtum keine Ahnung«, sagte Josef Prex.

Letztlich durfte das Christkindlschießen vor der Haustüre durchgeführt werden, hierbei kam es zu einer Auseinandersetzung mit dem Landratsamt. Plötzlich und unerwartet wurde von der Kreisbehörde die Allgemeine Schießerlaubnis der Berchtesgadener Weihnachtsschützen infrage gestellt. Das Landratsamt war der Meinung, dass nur Schützen, welche Inhaber eines Erlaubnisscheines sind, dieses Christkindlschießen vor der Haustüre durchführen dürfen. Die Vereinigung verwies darauf, dass die Berchtesgadener Weihnachtsschützen eine Sonderregelung haben. Demnach dürfen alle Weihnachtsschützen, die drei Jahre unter Aufsicht eines Erlaubnisscheininhabers gemäß Paragraf 27 im Sprengstoffgesetz geschossen haben, auch diese Erlaubnis haben.

Die seit diesem Zeitpunkt amtierenden Landräte Martin Seidl und Georg Grabner haben nach Auffassung der Weihnachtsschützen diese Regelung ausnahmslos akzeptiert. Unter dem neuen Landrat und einer neuen Juristin im Landratsamt wurde diese Regelung nicht so gesehen. Sie beschränkten diese Ausnahmeregelung ausschließlich auf das Schießen am Standplatz.

»Die Schützen übten unser Brauchtum hauptsächlich alleine und in Kleingruppen unfallfrei aus. Trotz Corona wurde das Brauchtum weitergelebt.« Die Vereinigten Weihnachtsschützen haben derzeit 2 273 Mitglieder.

Peter Altmann verlas seinen Kassenbericht. Es gab in den abgelaufenen Vereinsjahren 2019/2020 Mindereinnahmen. Der Kassenbestand bewegt sich jedoch im positiven Bereich. Die beiden Kassenprüfer Franz Pfnür und Simon Schwaiger bestätigten eine einwandfreie Kassenführung und dem Kassier wurde Entlastung erteilt.

Für Peter Altmann war es der letzte Kassenbericht, er stellte sich nicht mehr der Wahl, er bat um Verständnis, dass er mit 70 in die Schützenrente geht. Insgesamt war er bei den Stanggasser Weihnachtsschützen und bei der Vereinigung über 30 Jahre Kassier. Er bedankte sich für das entgegengebrachte Vertrauen und bekam von der Versammlung einen lang anhaltenden Applaus und von Thomas Holm einen Geschenkkorb überreicht.

Im Vorstandsbericht lobte Thomas Holm die Vorstandschaften der 17 Vereine und die Vorstandschaft der Vereinigung für die gute Zusammenarbeit. Ebenso freute er sich über Spenden und Förderungen. Holm bedankte sich bei den Untersalzberger Schützen für das Schießen zur Trachtenwallfahrt in Maria Eck am 19. Mai 2019 , für das Schießen zum Jahrtag am 14. Juli 2019 bei den Oberherzogbergern für den Weckruf und den Almberger Schützen für den Kirchen- und Festzug. Weiters bei den Bischofswieser Schützen für das Schießen am 21. Juli 2019 in Altötting zum Gaufest.

Zur Trachtenwallfahrt Maria Eck am 24. Mai 2020 und am 14. Mai 2021 schoss die Vorstandschaft der Vereinigung den Ehrensalut für die Trachtler. Es war pandemiebedingt ein besonderes Ereignis und er bedankte sich bei Peter Eicher für die Einladung. Zuletzt standen auch Ehrungen und Neuwahlen an. Der Vorstand beendete die Versammlung mit einem dreifachen »Schützen Heil«.

Die neue Vorstandschaft

1. Vorsitzender Thomas Holm, 2. Vorsitzender Franz Obermeier, 1. Schriftführer Josef Prex, 1. Kassier Tobias Botzenhard, Beirat Hans Graßl, Beirat Hannes Grill, Beirat Peter Ponn, Kassenprüfer Simon Schwaiger, Kassenprüfer Franz Pfnür.

Die Geehrten

Für 25 jährige Tätigkeit in der Vorstandschaft verliehen die Vereinigten Weihnachtsschützen das silberne Ehrenzeichen an folgende Schützenkameraden: Josef Dax, Weihnachtsschützenverein Götschen-Schellenberg, 25 Jahre 1. Vorstand.

Christoph Lochner, Weihnachtsschützengesellschaft Oberherzogberg, 25 Jahre 1. Vorstand.

Für 30 jährige Tätigkeit in der Vorstandschaft verleihen die Vereinigten Weihnachtsschützen das goldene Ehrenzeichen an folgende Schützenkameraden:

Sebastain Angerer, Weihnachtsschützengesellschaft Oberherzogberg, 24 Jahre 2. Vorstand, 7 Jahre 1. Schützenmeister.

Hans Fegg, Weihnachtsschützenverein Strub, 33 Jahre 1. Schützenmeister.

Michael Biermeier, 33 Jahre 1. Vorstand.

Bernhard Stanggassinger

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