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Ergometer und Hettegger-Chalets

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Das Trimmrad am Fischerbichl war einer der wenigen witzigen Streiche, die in der »Dugnacht« gespielt wurden.
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Der »Dug« an der Koppenleiten wirkt sehr professionell. Aber noch plant Peter Hettegger hier keine fünf »Almchalets«. (Fotos: Wechslinger)

Berchtesgaden – Die Nacht vom 30. April zum 1. Mai ist in Berchtesgaden eine ganz Besondere, nämlich die »Dugnacht«, auch Freinacht oder Philippinacht genannt.


Philippinacht erinnert an den für Treue und Ordnung zuständigen Apostel Philippus. Heuer gab es zwei besondere Streiche: Einen an der Koppenleiten und einen am Fischerbichl.

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Früher wurde alles, was lose herumstand und nicht ordentlich verwahrt war, von den Jugendlichen versteckt oder zum Dorf-, beziehungsweise Kirchplatz getragen, sodass es die beschämten Besitzer nach der Messe wieder nach Hause tragen mussten. Einfallsreiche Zeitgenossen ließen es sich auch nicht nehmen, in der sogenannten »Dugnacht« anderen einen »Dug« anzutun.

Man erinnert sich an den Hotelbau »Edelweiß«, als rund um das Hotel große aufwendig gestaltete Plakate mit Peter Hettegger als Kaiser Franz Josef und Marktbürgermeister Franz Rasp als seine Sissy grüßten. Auch Georg Hackl wurde hochgenommen. Neben dem Bischofswieser Ortsschild, neben dem der Rodelmeister die Gäste mit »I bin a Bischofswieser« grüßt, hing ein Bild von einem Bischofswieser »Aussteiger« mit der Aufschrift: »I bin a oaner.«

In diesem Jahr verlief die Nacht friedlich. Nur zwei Streiche fielen besonders auf. Direkt an der Einfahrt zur Koppenleiten hatten Scherzbolde ein Schild aufgestellt. Darauf wird verkündet, dass Peter Hettegger hier fünf »Almchalets« bauen möchte. Wie berichtet, hatte der Jennerbahn-Teilhaber hier ein Grundstück gekauft, auf dem der Jennerbahn-Aushub abgeladen wurde. Auf der Tafel steht noch zu lesen: »Ausführende Firma: Harlander Baumanagement GmbH. Das Bauvorhaben wurde bauaufsichtlich genehmigt mit dem Bescheid des Landratsamtes Berchtesgadener Land vom 30. April Nummer 08/15.«

Im Markt gab es auch einen »Dug«: Am Fischerbichl stand ein ausgedientes Trimmrad, wohl auch als Assoziation zu den neuen Fahrradständern rund ums Kongresshaus, mit denen lange Zeit niemand etwas anzufangen wusste. Kinder und Jugendliche haben außerdem wie immer einige Bahnen Toilettenpapier abgerollt.

Der Polizeiinspektion Berchtesgaden wurden keine Sachbeschädigungen gemeldet. Vielleicht ist auch die virtuelle Welt dafür verantwortlich, dass man sich nicht mehr im Freien, sondern per Smartphone einen »Dug« antut. Christian Wechslinger