Lokalnachrichten BGL

2. Preis für Schnitzschüler Daniel Janzarik

Berchtesgaden – Um seinen künstlerischen Nachwuchs muss sich die Region und insbesondere der Berchtesgadener Talkessel keine Sorgen machen: Daniel Janzarik (20) aus Traunstein von der Berufsfachschule für Holzbildhauerei und Schreinerei in Berchtesgaden gewann bei der zweiten Auflage des Kunstwettbewerbs »ExTempore« am Wochenende den 2. Preis. Zahlreiche Preise gab es auch für die Kinder und Jugendlichen aus dem inneren Landkreis. Der 1. und der 3. Preis gingen an zwei Kärntnerinnen, die in einer vierköpfigen Malerinnen-Gruppe angereist waren.

  • Daniel Janzarik, der an der Berufsfachschule im zweiten Lehrjahr Holzbildhauer lernt, gewann den 2. Preis. Fotos: Anzeiger/Mergenthal
  • Bei den Jugendlichen erhielten Cornelia Bannasch, Gloria Neukamp und Eva Springl (v.l.) den 3., 2. und 1. Preis.
  • Den 1. Preis gewann bei den Kindern Anna Heinrich (M.), gefolgt von Viktoria Jost und Lukas Dietrich.
  • Mit seiner Familie reiste Marino Baldini (r.), Begründer der »ExTempores« in Istrien, nach Berchtesgaden, hier mit seiner Frau Irena Erman-Baldini sowie den Töchtern Maria und Valentina mit ihren »ExTempore«-Werken. Seine älteste Tochter Veronika war auch dabei, wollte aber nicht malen.
  • Das Siegerbild: Margot Sippl aus Klagenfurt wollte die Sehnsucht nach etwas ganz Seltenem wie dem Edelweiß abstrahiert darstellen.

Rund 60 erwachsene Teilnehmer – 51 Deutsche, sieben Österreicher, ein kroatisches Ehepaar und ein Berchtesgadener Kubaner – entwickelten zu den Themen »Berchtesgadener Landschaft« und »Edelweiß und mehr« teilweise sehr originelle Ideen. Darüber hinaus gingen für die Abschlussausstellung am und im Kurpark-Pavillon Werke von zehn Jugendlichen und über 50 Kinderzeichnungen ein. Kunstschaffende aus dem Talkessel beteiligten sich besonders rege an dem Kunstwettstreit, während sich der regionale Umkreis etwas zurück hielt.

Die lockere, bunte Kunst-Atmosphäre kam bei Gästen und Teilnehmern gleichermaßen gut an. Groß war die Spannung am Sonntag gegen 16 Uhr, als die Jury die Gewinner bekannt gab. Ihr gehörten der Begründer der »ExTempore«-Tradition in Istrien, Marino Baldini, von dem auch zwei Töchter teilnahmen, Mag. Anita Thanhofer, Kunstvermittlerin aus Salzburg, die Salzburger Galeristin Astrid de Knecht und der ehemalige Schnitzschul-Zeichenlehrer Siegfried Gruber an.

Im Mittelalter-Kleid führte »Anna von Steinberg« alias Nachtwächterin Anna Gloßner – in Vertretung für den verhinderten Prof. Dr. Albert Scharf – mit Gedanken zur Berchtesgadener Maltradition auf das Thema hin. Sie erinnerte an große Namen wie Carl Rottmann, Ludwig Richter und Ferdinand Waldmüller und verriet, dass der Apotheker Carl Spitzweg 1830 bei seiner Flucht vor der Cholera aus München in die Berge im Berchtesgadener Land beschloss, sich ganz der Malerei zu widmen – trotz schlechter Erfahrungen mit dem Quartier: »Bin hier in einem miserablen Bauernwirtshaus….Wir liegen auf muffigen Strohsäcken«, zitierte Anita Gloßner aus einem Brief.

Bei den Kindern ermalte sich wie im Vorjahr Anna Heinrich aus der Ramsau den 1. Platz, diesmal mit Berchtesgadener Häusern vor dem Watzmann, und suchte sich als Preis ein Brunch im Interconti aus. Zweite wurde Viktoria Jost aus der Schönau, Dritter Lukas Dietrich aus der Stanggaß.

Über den 1. Jugend-Preis mit 200 Euro – wie alle Jugendpreise von Reiner Schellmoser vom Salzburger Café Mozartwinkl gestiftet – freute sich Eva Springl (17) aus Scheffau. Mit Bleistift hat sie – als Spiegelbild des Berges im See – König Watzmann und seine Familie gezeichnet. »Es war sehr knapp, dass ich das fertig gekriegt habe. Das Format A2 ist größer als ich dachte«, verriet sie. Wie die zweitplatzierte Gloria Neukamp (18) aus Berchtesgaden besucht sie die elfte Klasse des Gymnasiums der CJD-Christophorusschulen und half mit ihren Klassenkameraden von der Q 11 seit acht Uhr früh bei der Organisation mit. »Das ist eine tolle Atmosphäre hier, auch die ganzen Leute«, fand Eva Springl. Gloria Neukamp und die drittplatzierte Cornelia Bannasch (18) aus Bischofswiesen, die Konditorin lernt, haben sich mit dem Ort Berchtesgaden auseinander gesetzt.

Beim 1. Erwachsenen-Preis war sich die Jury gleich einig und wählte dafür das »emotional ansprechende« Gemälde mit der »universellen Bildsprache« von zwei flehend nach oben erhobenen weißen Händen vor dunklem Hintergrund von Margot Sippl aus Klagenfurt. »Ich wollte die Sehnsucht nach etwas ganz Seltenem wie dem Edelweiß abstrahiert darstellen«, erklärte die Außendienst-Mitarbeiterin einer Zeitung. Mit gleichgesinnten Frauen erlernte sie auf den zweiten Bildungsweg die Malerei und besucht öfter »ExTempores«. Ihre Hütte in den Karawanken inspiriert sie zu ihrer Kunst. Ihr Gemälde erhält für das Preisgeld von 2 000 Euro die Marktgemeinde Berchtesgaden.

An Daniel Janzariks »handwerklich sehr gut umgesetzter« dreidimensionaler Holzarbeit mit dem Titel »Holzikone NO1 mit drei Hirschen und Edelweiß« gefiel den Juroren die »ausgefeilte Komposition, stimmige Coloration und witzige Umsetzung«. Ihn habe das Thema Ikonen interessiert. »Ich wollte die klassische Holzikone neu interpretieren«, erklärte der junge Künstler. Seine Arbeit erhält der Stifter der 1 500 Euro: der Rotary-Club Bad Reichenhall-Berchtesgaden.

Dritte wurde Eva Schlitzer aus dem Raum Feldkirchen in Kärnten, die zum ersten Mal überhaupt ausstellte. In kräftigen Farben holte sie den Watzmann vor dem Königsee mit einem großen Edelweiß im Vordergrund aufs große Format. Rechts wächst aus dem Berg ein Kuh-Kopf heraus. Der Jury gefiel die »erzählhafte Darstellung in kurioser Perspektive«. Die Inspiration holte sich Schlitzer vom Watzmann, von den Kühen, die sie sehr mag, und von einem Lied über das Edelweiß. Diesem Bild will Marktbereichsleiter Walter Pfannerstill einen Ehrenplatz in der Sparkasse geben, die die 1 000 Euro spendierte.

Organisator Peter Karger dankte zahlreichen Unterstützern, darunter der Elternbeirat des CJD-Gymnasiums mit dem Kuchenbuffet, Lebensmittelsponsoren für die Brotzeit, Schüler und Lehrer, die sich organisatorisch bis musikalisch engagierten, und vielen mehr. Veronika Mergenthal

Quelle: Berchtesgadener Anzeiger

Artikel bewerten
4.8
4,8 (5 Stimmen)
Berchtesgaden
Wappen Berchtesgaden

Fläche: 35,61 km²
Einwohner: 7647 / Stand: 02.01.2012

1. Bürgermeister
Franz Rasp

Anschrift der Verwaltung:
Gemeinde Berchtesgaden
Rathausplatz 1
83471 Berchtesgaden

Telefon: 08652 6006 0
Telefax: 08652 64515

Internet: www.gemeinde.berchtesgaden.de
E-Mail: info(at)gemeinde.berchtesgaden.de

Das Wetter in Berchtesgaden
gewitter
Fr
28°/15°
gewitter
Heute
29°/15°
gewitter
So
23°/12°
Anzeige
Kinoprogramm