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Wirtschaftsplan 2016 vorgestellt

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Wird auch in Zukunft Sorgenkind bleiben: die Watzmann Therme Foto: Archiv/Pfeiffer)

Berchtesgaden – Der Zweckverband Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee (TRBK) präsentierte in seiner jüngsten Sitzung am Donnerstagabend im Kongresshaus den Wirtschaftsplan für das Jahr 2016. »Konservativ und ohne große Wagnisse«, konstatierte der Vorsitzende, Berchtesgadens Bürgermeister Franz Rasp. Die Gesamtaufwendungen belaufen sich auf 11,13 Millionen Euro, der Gesamterlös liegt bei 10,73 Millionen. Der Jahresverlust: rund 408 000 Euro. Geschäftsleiter Michael Wendl präsentierte zudem seinen Jahresbericht.


»Durchaus konservativ« – so lautete auch das Fazit von Dr. Bartl Wimmer, der der Einzige war, der sich zum Wirtschaftsplan äußern wollte. Erneut war es die Watzmann Therme, die zur Sprache kam. Jenes Sorgenkind des Zweckverbands, um das es in Zukunft mit Sicherheit nicht ruhiger werden wird. »Hier stehen schwierige Entscheidungen an«, sagte Bartl Wimmer. So manche Ausgabe würde der Verband vor sich herschieben. Irgendwann werde der Moment aber kommen, wo man aktiv werden müsse. »Das wird viel Geld kosten, da bin ich mir sicher.«

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Im Gesamterfolgsplan machen in den Aufwendungen den größten Posten die Materialkosten aus. Auf 6,47 Millionen Euro belaufen sich die Aufwendungen, darunter fallen unter anderem Heizkosten (123 000 Euro), Strom (157 000 Euro), die Reparatur und Instandhaltung von Kehlstein und Watzmann Therme (470 000 Euro), der Marketinganteil für die Berchtesgadener Land Tourismus GmbH (BGLT; 667 000 Euro) sowie Pacht, Benutzungsgebühr und Fahrentschädigung für den Kehlstein (3,09 Millionen Euro). Ein weiterer Posten: der Veranstaltungsaufwand und die Gagen im Kongresshaus (132 500 Euro).

In Sachen Personal hat sich im Zweckverband nicht viel getan: 65 Vollzeitbeschäftigte arbeiten hier. Wie auch schon im vergangenen Jahr. Die tatsächlichen Personalaufwendungen, die beim Zweckverband hängen bleiben, belaufen sich auf 1,92 Millionen Euro. Unter Einbeziehung von Dokumentation Obersalzberg und Kehlsteinhaus-Abfahrtsstelle sowie BGLT liegen die Personalkosten bei 2,61 Millionen Euro. Die Verwaltungskosten im Verband belaufen sich auf 821 000 Euro.

Steinschlagzaun erweitert

Der Vermögensplan umfasst Einnahmen und Ausgaben in Höhe von 1,99 Millionen Euro. Mit eingerechnet ist auch die Auflösung der Rückstellungen bei der Watzmann Therme in Höhe von 442 000 Euro. Die Gesamtinvestitionen für 2016 betragen 900 000 Euro. Darunter fallen Umbau und Neukonzeptionierungskosten für das Kongresshaus in Höhe von einer halben Million Euro. 90 000 Euro kamen für die Möblierung der neuen BGLT-Geschäftsräume im Kongresshaus zustande. Seit Kurzem ist die BGLT direkt im Markt zu finden. Auf Verwaltungsebene sind insgesamt 26 000 Euro für technische Ersatzbeschaffungen, Hard- und Software sowie die Planung einer neuen Touristinfo am Parkplatz vorgesehen. Für die Kehlsteinbetriebe erwartet man Ausgaben in Höhe von rund 76 000 Euro. Darunter fallen Maßnahmen wie die Erweiterung des Steinschlagzaunes, technische Ersatzbeschaffungen, eine digitale Anzeige für die Abfahrtsstelle sowie weitere Beschilderungsmaßnahmen.

Die Darlehensentwicklung sei erfreulich, wie Rechnungswesen-Leiter Thomas Ilsanker, Leiter feststellte. Lag der Darlehensstand zum 1. Januar noch bei 6,69 Millionen Euro soll er bis Ende des Jahres auf 6,07 Millionen Euro gesunken sein. Der Höchststand fiel übrigens auf das Jahr 1999: rund 17 Millionen Euro, so Ilsanker. Die Gemeinden leisten zur Deckung des Finanzbedarfs eine Zahlung von 512 000 Euro. Für Thomas Ilsanker war es der letzte Wirtschaftsplan, den er vorzustellen hatte. Er wird sich neue Aufgabe suchen und wurde offiziell mit einem Präsent von Zweckverbandsvorsitzendem Franz Rasp verabschiedet.

Geschäftsleiter Michael Wendl widmete sich dem vergangenen Jahr. Es konnten mehr Gästeankünfte verzeichnet werden im Vergleich zu 2014 (plus 33 000 auf 518 000). Auch die Übernachtungen nahmen um 84 000 auf 2,3 Millionen zu. Die Aufenthaltsdauer sinkt dennoch weiterhin. Aktuell liegt sie im Zweckverband bei 4,47 Übernachtungen pro Gast. »Die Gäste wollen einfach nicht mehr so lange Urlaub machen«, so die Schlussfolgerung des Geschäftsleiters.

Bombastisches Jahr für Kehlsteinbetriebe

Ein bombastisches Jahr, das erfolgreichste seit 1952, verzeichnet man bei den Kehlsteinbetrieben. 385 000 Gäste kamen 2015. Viel Arbeit gab es trotzdem, denn die Steinschlagschutzzäune und der Gipfelweg mussten saniert werden. Und auch in Sachen Dokumentation Obersalzberg gibt es Erfolgsmeldungen. Mit 171 000 Gästen im Jahr 2015 hat man seit der Eröffnung im Jahr 1999 die 2,4-Millionen-Marke geknackt. Bereits dieses Frühjahr soll die Erweiterung starten. Bis 2019 soll der 22-Millionen-Euro-Bau abgeschlossen sein. Des Weiteren informierte Michael Wendl darüber, dass die neue Kongresshaus-Gastronomie im Mai fertiggestellt und voraussichtlich auch eröffnet werde. Von April bis Juni, so der Plan, wird der Vorplatz des Kongresshauses erneuert. Kilian Pfeiffer

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